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Islam
Eine Trennung von Politik, Islam und Länderkunde ist nicht so einfach
möglich. Deshalb auch mal nachsehen unter:
- Arabische Einzelländer
Länder (Darstellung, Problematiken, Politik etc.).
Gesamtdarstellungen
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Andre
Miquel,
Henry
Laurens
Der Islam
Palmyra
Erscheinungsdatum: Oktober 2004
ISBN: 3930378574
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Rezensionen Amazon:
"Kopftuchstreit" - "Terroranschläge" - "Islamismus" - "Kampf der
Kulturen". Dies sind einige der aktuellen Schlagworte, die zunehmend
das klischeehafte und einseitige Bild des Islam in der westlichen
Welt bestimmen.
Dieser verzerrten Wahrnehmung stellt das Buch
von Andre Miquel eine differenzierte und vorurteilsfreie
kulturgeschichtliche Gesamtbetrachtung des Islam gegenüber. Objektiv
und sachkundig entwirft der Autor ein äußerst informatives Bild des
Islam von seinen Anfängen bis heute.
Miquel bietet dabei
faszinierende Einblicke in die historische, kulturelle, politische
und gesellschaftliche Komplexität einer der großen Weltreligionen.
Durch seine fundierte Darstellung leistet das Buch einen wichtigen
Beitrag zur Versachlichung der Diskussion über den Islam.
Das
Buch gilt in Frankreich seit seinem erstmaligen Erscheinen 1968 als
Standardwerk. Auf deutsch erschien Miquels Islamklassiker bereits
1970 in der Reihe "Kindlers Kulturgeschichte". Die Ausgabe des
Palmyra Verlags beru ht auf der 2003 von Andre Miquel zusammen mit
Henry Laurens vollständig aktualisierten französischen Ausgabe. Hans
Küng wurde für ein Vorwort angefragt.
Ein Buch, das gut lesbar und
informativ ist. Ein Standardwerk, das sich an den interessierten
Laien richtet und einen fundierten Einstieg in den Islam bietet.
Sie auch '
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Werner Ende und Udo Steinbach
Der Islam in der Gegenwart
C:H: Beck Verlag
ISBN 3406399517 |
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| Die Worte von
oben zu wiederholen ist einfach zu lästig. Was den heutigen Islam
betrifft (ob in Europa, Asien, Afrika oder Amerika) mit allen
seinen Ausprägungen - es gibt nichts besseres zur Zeit In diesem
Buch haben Ende und Steinbach auch alles was Rang und Namen hat
versammelt um dieses Buch zu gestalten. Ob als Lesebuch (kein
leichter Stoff) oder als Nachschlagwerk - das Buch wird lange sein
Bedeutung im heimischen Bücherschrank behaupten. |
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Claude Cahen
Fischer Weltgeschichte, Bd.14, Der Islam
Fischer-TB.-Vlg.,Ffm,
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Gustave E. von Grunebaum
Fischer Weltgeschichte, Bd.15,
Der Islam
Fischer-TB.-Vlg.,Ffm,
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Zwar staubtrocken und nicht mehr sooo neu, jedoch sind
die Bände 14 und 15 der "Fischer Weltgeschichte" ein Standardwerk über
die Geschichte des Islams, den wohl jeder in den Händen hatte, der sich
mit der Kultur und Geschichte des Islams befaßt hat. |
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Walter M. Weiss (Heruag.)
DuMonts Handbuch Islam
Dumont Monte Verlag
Erscheinungsdatum: 2002
ISBN: 3832087230
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| Ein Lesebuch, (und auch
Nachschlagwerk), das einen guten, ersten Überblick gibt, was Islam
ist und beinhaltet ... Eine kritische Auseinandersetzung erfolgt
nicht; das Buch will nur einen dokumentarischen Überblick geben. |
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Begegnung mit dem Islam
von Bruno Sandkühler
Gebundene Ausgabe - Freies Geistesleben
Erscheinungsdatum: April 2005
ISBN: 3772520383
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Verlagestext:
Bruno Sandkühlers
äußerst kenntnisreiche Darstellung der Quellen und der
Entwicklung des Islam, aber auch seiner Alltagspraxis in allen
sozialen, rechtlichen und religiösen Belangen weist neue
Perspektiven im Hinblick auf eine Verständigung mit dem Islam
auf.
Aufgrund der terroristischen Gewaltakte
selbsternannter Glaubenskämpfer hat sich das Bild des Islam aus
westlicher Sicht in den letzten Jahren immer negativer
entwickelt. Inzwischen sind weite Bevölkerungskreise der
Ansicht, der Islam sei eine Religion des Hasses und der Gewalt
und eine Verständigung nicht möglich. Dennoch ist er weltweit
die am stärksten wachsende Religionsgemeinschaft. Wenn wir
vermeiden wollen, dass Misstrauen und Gewalt überhand nehmen,
müssen wir uns vordringlich um Verständigung bemühen. Bruno
Sandkühler untersucht die Quellen des Islam im Koran und den
Lehren des Propheten Mohammed sowie maßgeblicher islamischer
Gelehrter im Hinblick auf die Frage, wieweit eine individuelle
Urteilsbildung über die Tradition hinaus als zulässig erachtet
wird. Dabei stößt er auf eine interessante
Interpretationsvielfalt, die eine Weiterentwicklung des Islam
offensichtlich nicht ausschließt. Wer in der unübersichtlichen
Auseinandersetzung zwischen dem Islam und dem Westen nach
Orientierung sucht, findet hier Wege zur Verständigung und
Möglichkeiten, die entwicklungsoffenen Richtungen innerhalb des
Islam zu unterstützen.
Aus dem Inhalt
1.Die
Grundlagen / 2. Glaubensrichtungen und Nationen / 3. Religion in
allen Lebensbereichen / 4. Politik / 5. Islam und der Westen –
Befruchtung und Konfrontation / 6. Politischer Islam und
Fundamentalismus /
7. Zukunftsperspektiven
Über
den Autor
Dr. Bruno Sandkühler, Jahrgang 1931,
studierte Romanistik und Orientalistik in Florenz, Perugia,
Paris und Freiburg. Er begründete gemeinsam mit C.-E. Fischer
die «Marco-Polo-Reisen» und arbeitete an einer fotografischen
Erfassung der altägyptischen Altertümer mit. Von 1961 – 2001
unterrichtete er an verschiedenen Waldorfschulen.
Meine Meinung: Sehr
gutes und fundiertes Buch über den Islam. Neutral und sehr gut
lesbar. Mir hat es gefallen.
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Geschichte des Islam
von Gudrun Krämer
Beck
Erscheinungsdatum: Oktober 2005
Auflage: 1
ISBN: 340653516X
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Kurzbeschreibung Amazon:
Eine Geschichte des Islam -- "Fachleute",
befürchtet Gudrun Krämer, "werden zusammenzucken". Nicht nur, weil
ein solches Unternehmen als zu ehrgeizig erscheinen könnte, sondern
weil es "die Gefahr des Orientalismus" heraufbeschwöre, der alle
Lebensregungen von Muslimen und alle Erscheinungen der von ihnen
bewohnten Welt auf den Islam zurückführe und diesen obendrein mit
Koran und Sunna gleichsetze. Diese Gefahr besteht tatsächlich, zumal
dann, wenn eine solche Geschichte ausführlich sowohl religiöse und
kulturelle, als auch politische Aspekte des Islam zum Gegenstand
hat. Gleichwohl ist es das (eindrucksvoll eingelöste!) Ziel der
Autorin, "die Beziehungsgeschichte in den Mittelpunkt zu rücken und
damit den (…) Austausch zwischen Muslimen unterschiedlicher Herkunft
und Orientierung sowie zwischen Muslimen und Nichtmuslimen". Und
dies aus gutem Grund, hat doch dieser Austausch überhaupt erst
hervorgebracht, was unter Islam zu jeweils bestimmten Zeiten und an
bestimmten Orten verstanden wurde.
Der ebenso klug wie schön bebilderte Band spannt den Bogen von der
Entstehung der muslimischen Religion in Mekka und Medina bis zur
"islamischen Wende" zum Ende des 20. Jahrhunderts. Dabei wird der
Einfluss vorislamischer Traditionen ebenso berücksichtigt, wie die
Person und das Wirken des Propheten und die Kämpfe um seine
Nachfolge, das Verhältnis von Muslimen und Nichtmuslimen sowie jenes
der Religion zu Kultur und Wissenschaft, die Regionalisierung und
Autonomisierung verschiedener islamischer Strömungen (insbesondere
in der Ausprägung des schiitischen Glaubens). Ein eigenes Kapitel
ist den oft blutigen "Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen"
zwischen muslimischer und christlicher Religion gewidmet, ein
weiteres den "neuen Horizonten" unter anderem der europäischen
kolonialen Expansion sowie der Verbreitung des Islam in Südostasien
und im subsaharischen Afrika. Je mehr sich die Darstellung der
unmittelbaren Gegenwart nähert, desto bedrückender empfindet der
Leser die für den Islam immer bedrohlicher werdende, ausgreifende
Übermacht des christlich geprägten Westens, der auch innerislamisch
Konflikte heraufbeschwört: zwischen Tradition und Modernisierung,
zwischen Staat, Gesellschaft und Individuum.
Fazit: Ohne sich in Details zu verlieren führt Krämers mit rund
dreihundert Seiten sehr konzentrierte Darstellung den Leser souverän
durch die einzelnen Epochen der islamischen Religions- und
Gesellschaftsgeschichte. Eine thematisch sortierte Auswahlbiografie
rundet den Band gelungen ab. --Andreas Vierecke
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Ein rundum gelungenes Buch: Gudrun Krämers facettenreiche Geschichte
des Islams / Von Friedrich Niewöhner
Dieses Buch ist wunderschön gestaltet, die bunten Abbildungen, die
der Leser erfreut betrachtet, machen das Buch dennoch nicht zu einem
Bilderbuch - es ist eine ungemein ernsthaft und dicht geschriebene
wissenschaftliche Abhandlung. Das Buch ist auch kein
Nachschlagewerk, sondern will als Ganzes gelesen werden - und
dennoch ist es ein Nachschlagewerk, denn es ist so gut gegliedert,
daß man durchaus an einem Punkt in der Mitte des Buches ein oder
zwei Abschnitte lesen kann, die in sich zusammenhängen. Man probiere
das aus mit dem Kapitel über "Das muslimische Indien". Wer diese
zwanzig Seiten liest, dem sind zwar einige Ausdrücke neu, aber
ansonsten ist es in sich verständlich, obwohl es auf andere Kapitel
des Buches zurückverweist. Das Buch erzählt die Geschichte des
Islam, dennoch ist es keine Geschichte der Muslime, sondern der
Gesamtkomplex Islam mit seinen religiösen und säkularisierten
Seiten, seiner Machtpolitik und seinem Umgang mit denjenigen, die
nicht zum Islam gehören, wird detailliert beschrieben.
Das Buch ist umfangreich und von einer Forscherin geschrieben, die
sich auskennt, obwohl es keine einzige Anmerkung enthält, was in
diesem Fall nicht stört. Die gesamte Forschungsliteratur ist nämlich
in den Text eingearbeitet, ohne daß der Leser mit kleinlichen
Kritteleien und Diskursen belästigt wird. Große Linien werden
stillschweigend gezogen, vielleicht einmal knapp erwähnt; Frau
Krämer spricht zum Beispiel von den großen Konflikten im Islam und
differenziert zwischen Religionskonflikten einerseits und dem
Gegensatz von Nomaden und Seßhaften andererseits. Diese beiden
Konflikte werden nur erwähnt, nicht ausgewalzt. Überhaupt ist jedes
Unnütze, was manchmal die Geschichtsschreibung so schwierig macht,
fortgelassen.
Das Buch beginnt natürlich mit "Arabien um 1600" und endet mit der
"islamischen Wende" im zwanzigsten Jahrhundert. Es ist eingeteilt in
acht große Kapitel, wobei, und das ist bei einer Geschichte des
Islam selbstverständlich, der Schwerpunkt auf den Anfängen bis um
1800 liegt. Besonders begrüßenswert ist, daß die Autorin auch von
dem Islam im subsaharischen Afrika, in Südostasien und in Indien
spricht. Wichtige arabische, persische und türkische Termini werden
transliteriert, so daß der Leser sie aussprechen kann. Das Buch
wendet sich an Fachwissenschaftler und an interessierte Laien, immer
zwei Hauptziele im Auge habend: den Austausch zwischen den Muslimen
selbst mit Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Herkunft und
Orientierung, sowie den Austausch zwischen Muslimen und
Nichtmuslimen, wobei beide Zielrichtungen gut ausgewogen sind.
An diesem Buch, das frei von jedem "Orientalismus" ist, scheint mir
nichts auszusetzen. Gudrun Krämer konzentriert sich in ihrer
Geschichtsschreibung erfreulicherweise nur auf das Wesentliche (daß
das Literaturverzeichnis im Anhang nur sieben Seiten umfaßt, ist ein
Hinweis auf diese Art von Konzentration). Trotz der intimen
Vertrautheit der Autorin mit den Bewegungen und Strömungen im Islam
ist das Buch mit großer Distanz geschrieben. Selbst der Stil von
Frau Krämer ist ihrem Gegenstand angemessen. Diese Geschichte des
Islam ist ein in jeder Beziehung gelungenes Buch.
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt
am Main
Meine Meinung: Viele Bücher wurden schon über die Geschichte des
Islams geschrieben. Die meisten waren entweder zu oberflächlich oder
zu wissenschaftlich. Hier ist eine gesunde Mischung aus Lesbarkeit
und Wissenschaftlichem Anspruch gelungen. 5 von 5 Sternen :-)
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Kein Gott außer Gott. Der Glaube der Muslime
von Muhammad bis zur Gegenwart
von Reza Aslan
Beck; Auflage: 1 (Juli 2006)
ISBN: 3406544878
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Amazon:
Gerne hätte man öfter Anlass zu einer solch begeisterten
Lobrede, wie sie diesem Buch gebührt! Mit Kein Gott außer
Gott hat Reza Aslan nicht nur eine ausgesprochen
profunde Geschichte des muslimischen Glaubens vorgelegt, die
Lektüre ist auch literarisch ein Genuss. Alsan erzählt die
Geschichte des Islam von den Anfängen bis in die Gegenwart
mit einer souveränen Leichtigkeit, wie sie nur dem wirklich
Wissenden gelingen kann.
Aslan ist aber nicht nur in
seinem Wissen, sondern auch in seinem Glauben so gefestigt,
dass er -- dabei die Perspektive des anderen einnehmend --
auch über die unmittelbaren Grenzen seines Gegenstandes ohne
Scheu hinauszublicken vermag. So erst kann er uns die
inneren Bezüge zwischen dem islamischen, jüdischen und
christlichen Glauben ebenso anschaulich vor Augen führen,
wie die historischen und gegenwärtigen Konfliktlinien
zwischen Sunniten und Schiiten.
In dem er tatsächlich erzählt und immer wieder
kleine Geschichten wie kunstvolle Ornamente in den
wohlgegliederten Gang seiner Darstellung einflicht, gelingt
es dem Autor, uns bei der Lektüre bei der Stange zu halten
und unsere Aufmerksamkeit auch auf die Faszination zu
lenken, die von der islamischen Kultur auszugehen vermag --
jenseits des Islamismus, von dem wir uns heute allenthalben
bedroht sehen. Kein Gott außer Gott bietet
Lesevergnügen und Bildungserlebnis gleichermaßen. Unbedingt
lesenswert! -- Andreas Vierecke
Kurzbeschreibung
Reza Aslan erzählt in diesem brillant geschriebenen Buch die
Geschichte des muslimischen Glaubens vom Propheten Muhammad
bis zur Gegenwart. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, den
Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Treffende
Geschichten, Beispiele und Portraits vermitteln einen höchst
lebendigen Eindruck von der ersten muslimischen Gemeinde in
Medina, den Rivalitäten zwischen Sunniten und Schiiten oder
der islamischen Mystik. Aber das Buch ist mehr als ein
anschaulicher historischer Überblick: Aslan erklärt, warum
der Islam gegenwärtig zwischen Traditionalisten und
Reformern gespalten ist, und tritt für eine islamische
Aufklärung ein.
Über den Autor
Reza Aslan, geb. in Iran, ist Islamwissenschaftler an der
University of California, Santa Barbara. In den USA ist er
vor allem durch seine Beiträge für große Zeitungen bekannt
(New York Times, Los Angeles Times, Washington Post u.a.).
Für seine wissenschaftliche und literarische Arbeit wurde er
vielfach ausgezeichnet
Meine Meinung: Wirklich gutschreiebenes
Buch, das den Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch und
Allgemeinverständlichkeit meistert. Es spannt den Bogen des
islamischen Glaubens vom Anfand bis in die Gegenwart und nimmt auch
Stellung u den aktuellen Problemen.
Durchaus lesenswert !!
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Koran für Dummies
Sohaib Sultan
Sprache: Deutsch
ISBN: 3527702164
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Kurzbeschreibung
Was sagt die heilige Schrift der Muslime über den Glauben, über
Frauen, die Familie und Andersgläubige? Sohaib Sultan berichtet
leicht verständlich über die Entstehung des Koran, dessen
Geschichte und Interpretationen und ebnet so Wege zum besseren
Verständnis des Islam.
Aus dem Inhalt
Von der Offenbahrung zum geschriebenen Buch
Der Aufbau des Koran
Die Sprache des Koran
Die verschiedenen Koran-Interpretationen
Wie der Koran die Welt sieht
Gott, die Propheten und die Menschheit
Leben nach den Regeln des Koran
Der Koran und die Gesellschaft
Koranisches Recht
Der Jihad
Was der Koran über Frauen sagt
Der Top-Ten-Teil
Zehn Missverständnisse über den Koran
Zehn Möglichkeiten, den Koran besser zu verstehen
Meine Meinung: verständliche und ausführliche Einführung
in den Koran, ohne das Thema zu simplifizieren. Der Autor findet
den Weg das Thema auf einem hohen jedoch nicht
verwissenschaftlichtem Niveau zu vermitteln. Mir hat das Buch
recht gut gefallen.
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Islam für Dummies
M. Clark
Wiley-Vch Dummies; Auflage: 1 (August 2006)
ISBN: 3527702156
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Kurzbeschreibung
Malcolm Clark erzählt spannend vom Leben des Religionsstifters
Mohammed, berichtet von der historischen Entwicklung des Islam
und zeigt dessen Beiträge in den Naturwissenschaften, in der
Kunst und in der Architektur auf.
Aus dem Inhalt
Die Grundlagen verstehen
Annäherung an den Islam
Die Geschichte des Islam
Unterwerfung und Gott
Was Muslime glauben
Die fünf Glaubensgrundsätze des Koran
Nicht-Muslimen den Glauben erklären
Auslegung des Glaubens ? schwierige Glaubensfragen klären
Im Angesicht Gottes: Himmel und Hölle
In den Himmel oder in die Hölle kommen: vom Leben zum Tod zur
Auferstehung
Bilder von Himmel und Hölle
Arabien vor Mohammed
Die Geschichte von Mohammed
Die Suche nach dem historischen Mohammed
Eine Einführung in den Koran
Sammlung und Zusammenstellung des Koran
Der Stil des Koran
Die Sprache des Koran
Die Unnachahmlichkeit des Koran
Die wechselnden Perspektiven im Koran
Interpretation des Koran
Dem Koran im Alltag folgen
Reproduktionen des Koran: Kalligraphie
Die Eröffnung des Koran: die Fatiha
Tradition und Gesetz im Islam
Der muslimische Alltag
Die Grundlagen des Islam
Glaubensbekenntnis, Gebet, Hilfe für Bedürftige, Besinnung und
Fasten, Hadsch (Wallfahrt nach Mekka)
Andere religiöse Rituale und Bräuche
Wendepunkte im Leben
Alltagsbräuche
Rituale der Frauen
Muslimische Ethik
Anwendung der Ethik auf praktische Fragen
Ethische Vorschriften für Ehe und Familie
Medizinische Ethik
Politische Fragen
Strömungen im Islam
Schiiten
Interaktion: Schiiten, Sunniten und Sufis
Sufis
Weniger bekannte islamische Strömungen
Ibaditen, Zayiditen, Ismailiten, Qarmatiner, Nizaris
An den Grenzen des Islam und darüber hinaus
Drusen, Aleviten
Die Suche nach gemeinsamen Wurzeln: abrahamische und andere
Religionen
Gemeinsame Positionen suchen
Die Herausforderung der Moderne
Zehn bemerkenswerte Muslime aus Vergangenheit und Gegenwart
Der muslimische Kalender
Glossar
Meine Meinung (sie "Koran für Dummies") .... Beide Bücher
gehören zusammen und ergänzen sich bestens.
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Politscher Islam
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Der nahe und der ferne Feind
von Guido Steinberg
Beck
Erscheinungsdatum: November 2005
Auflage: 1
ISBN: 3406535151
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Kurzinformation
Beck-Verlag:
Islamistischer Terrorismus – der
exportierte Bürgerkrieg
Guido Steinberg entwickelt eine neue Perspektive auf den
islamistischen Terrorismus: regionale, bürgerkriegsähnliche
Konflikte werden exportiert und in einen Kampf gegen die USA und den
Westen überführt. Die Ideologie der militanten Islamisten und ihre
Aktivitäten in ihren Herkunftsländern wie vor allem Saudi-Arabien,
Jemen, Ägypten und Algerien stehen hier im Mittelpunkt. Darüber
hinaus ist es das erste Buch, in dem die terroristische Karriere des
Jordaniers Abu Musab az-Zarqawi – mittlerweile neben Usama Bin Laden
der weltweit meistgesuchte Terrorist – beschrieben wird.
Guido Steinberg, Islamwissenschaftler und Terrorismusexperte im
Bundeskanzleramt, liefert hier einen umfassenden Überblick über die
Netzwerke islamistischer Terroristen und formuliert eine provokante
These: Die Terroristen führen aus ihren Heimatländern exportierte
Bürgerkriege auf globaler Ebene weiter. Denn Usama Bin Laden möchte
weiterhin die Herrscherfamilie in seinem Heimatland Saudi-Arabien
stürzen, Abu Musab az-Zarqawi will Jordanien und Palästina
„befreien“. Darüber hinaus führen sie zwar auch einen „Heiligen
Krieg“ gegen die USA und den Westen, doch sind ihre diesbezüglichen
Vorstellungen weitaus weniger konkret als ihr Hass gegen die
Herrscher in Riad und Amman. Zögen sich die USA aus der Region
zurück, so glauben sie, und stellte Washington seine Unterstützung
für die „korrupten Regime“ der Region ein, wäre der Weg frei, die
Macht in der arabischen Welt zu übernehmen.
Der Autor schlägt einen Bogen von der Entstehung der Organisation
al-Qaida über die Entwicklung militanter Gruppen in den
Herkunftsländern ihrer Rekruten (Saudi-Arabien, Ägypten, Jemen usw.)
bis zum Terrornetzwerk des Abu Musab az-Zarqawi, der sich im
Konflikt mit den Amerikanern im Irak anschickt, Usama Bin Laden als
gefährlichsten Terroristen der Welt abzulösen.
Der Autor
Guido Steinberg, geb. 1968, arbeitet seit Januar 2002 als Referent
im Bundeskanzleramt und als Lehrbeauftragter am Otto-Suhr-Institut
für Politikwissenschaft an der FU Berlin. Zahlreiche Publikationen
zu Saudi-Arabien, Islamismus und Terrorismus. Von ihm liegt bei
C.H.Beck vor: Saudi-Arabien. Politik – Geschichte – Religion (2004).
Meine Meinung: Eine perle
unter den unendlich (und mich langsam ermüdenden Darstellungen des
Terrorismus). All diese selbsternannten Experten zu diesem Thema
beten in fast allen Fällen immer wieder Gebetsmühlenartig die
offensichtlichen Tatsachen runter. Dies Buch ist sehr zu empfehlen
!!!
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Nasr H. Abu Zaid, Navid Kermani
Herder, Freiburg
Ein Leben mit dem Islam
Erscheinungsdatum: September 2001
ISBN: 3451052091 |
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Neue Zürcher Zeitung, 23.05.2000
Der ägyptische Koranwissenschaftler Abu Zaid entspricht laut Volker
S. Stahr in keinster Weise unserer Vorstellung eines Oppositionellen
in der islamischen Welt. Auch wenn Zaid in seiner Heimat wegen
seiner fortschrittlichen Koranauslegung mit den Islamisten
aneinander geraten ist und schließlich zur Zwangsscheidung und ins
Exil gedrängt wurde, beschreibt er sich als ein ganz dem islamischen
Denken verhafteter Mann, der von seiner Kindheit im Umkreis der
Moschee, von seinem Studium im Ausland und seiner Arbeit an der
Kairoer theologischen Fakultät berichtet. Zaids Kritik an der
Koraninterpretation der Islamisten beharrt gerade auf dem
ursprünglichen Geist des Korans, den Zaid auf seinen historischen
Kontext zurückführt. So zeigt das Buch, schreibt Stahr, "wie wenig
Abu Zaid in die gängigen Schablonen west-östlichen Gegensatzes
unserer Tage passt".
Ein Plädoyer für einen aufgeklärten und weltoffenen
Islam.
Näheres zu diesem Autor:
http://www.wshoffmann.de/artikel/abuzaid.html
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Claudio Lange
Der nackte Feind
Gebundene Ausgabe
Parthas
Erscheinungsdatum: März 2004
ISBN: 3936324131
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Berliner Zeitung vom 1. März 2004:
Man muss dieses Buch lesen. 1. weil man dann begreift,
in welcher zutiefst christlichen Tradition Stalin stand, als er die
sozialistische Kunst als eine der Glaubenspropaganda installierte, 2.) weil
es das einzige zum Thema ist. Claudio Lange öffnet uns die Augen für den
besessenen Hass, mit dem das Christentum der Reconquista nicht nur in
Spanien den Islam bekämpfte. Bei der Betrachtung seiner Fotos vom
Figurenschmuck auch italienischer, französischer und deutscher Kirchen wird
einem klar, dass wenn wir heute die Verbindung von Obszönität und Judenhass
"Stürmerstil" nennen, wir uns einer beschönigeden Verkürzung einer
wesentlich älteren Tradition schuldig machen. Wenn in Fensterkapitellen des
12. Jahrhunderts ein nackter beschnittener Mann sein Glied einer ein
Kopftuch tragenden Frau entgegenstreckt, die wiederum ihm ihre nackte Scham
hinhält, dann hat das wenig mit dem zu tun, was man heute in unseren Kirchen
als Christentum erklärt. Dafür führt es uns umso drastischer vor Augen, was
über Jahrhunderte immer wieder - extrem folgenreich - gepredigt wurde:
"Andersgläubige sind Schweine und Huren, die zu vernichten ein
gottgefälliges Werk ist".
Link:
http://www.islam-in-kathedralen.de.vu/
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Die neuen Kreuzzüge
Gilles Kepel
Piper
Erscheinungsdatum: Oktober 2004
ISBN: 3492046436
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Rezensionen - Süddeutsche Zeitung vom
06.12.2004
Wirklich neu findet
Alexandra Senfft die Thesen Gilles Kepels zur Entstehung des islamischen
Terrorismus zwar nicht, aber trotzdem feiert sie den französischen
Politik-Professor als einen Meister der verdichtenden und
übersichtlichen Darstellung komplexer Zusammenhänge. Aus dem Wirrwar an
Ursachen, die dazu führten, dass der militante Islamismus mittlerweile
zu einem "integralen Bestandteil des Westens" geworden ist, isoliert
Kepel folgende Protagonisten: "Amerikanische Neokonservative,
israelische Besatzungspolitiker, reaktionäre arabische Herrscher und
international agierende, militante Islamisten." Alle sind in einem
"unheilvollen Zusammenspiel" miteinander verbunden, wovon aber gerade
die Amerikaner nichts wissen möchten: Statt die unangenehme Tatsache zu
akzeptieren, dass man sich Terrorzellen wie al-Qaida im Kalten Krieg
selbst heranzüchtete, macht man durch den Krieg gegen sein eigenes
Geschöpf die Sache nur noch schlimmer: Die Terrorgruppen radikalisieren
sich immer weiter und verlieren völlig den letztlich mäßigenden Kontakt
zum Islam als Religion. Es drohen Radikalisierung und Chaos, wie Kepel
in Anlehnung an seine bekannte These vom "Niedergang des Islamismus"
prophezeit. Die Lösung sieht der Autor in der Modernisierung des Islam,
zum Beispiel durch Integration moderner Muslime in die westlichen
Demokratien. Ein richtiger Gedanke, doch wann der Terror für den Westen
tatsächlich ein Ende hat, scheint noch nicht absehbar, wie Senfft
abschließend befindet.
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Mostafa Danesch
Der Krieg gegen den Westen
Hoffmann & Campe
Erscheinungsdatum: September 2004
ISBN: 3455094481
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Rezensionen
Aus der Amazon.de-Redaktion
Derzeit besteht sicher kein Mangel an Büchern, in denen uns berufene, wie
weniger berufene Autoren die Ursachen zwischen Islam und "dem" Westen
erklären. Doch unter denen Berufenen, die für uns die historischen Wurzeln
des Konflikts freilegen, auf dass wir endlich die gesellschaftlichen,
ideologischen und machtpolitischen Dilemmata verstehen, die das prekäre
Verhältnis zwischen den islamisch und den christlich geprägten Kulturen
prägen, haben nur wenige die Autorität des iranischstämmigen
Politikwissenschaftlers und Journalisten Mostafa Danesch. Der hat schon
lange vor dem Fanal des 11. September 2001 ebenso unermüdlich wie vergeblich
versucht, uns unsere fahrlässigen Fehleinschätzungen der arabischen Welt vor
Augen zu führen, die mit dazu beigetragen haben, dass wir heute so hilflos
agieren.
In Der Krieg gegen den Westen bilanziert der Autor, der
nebenbei bemerkt stilistisch eine ausgezeichnete Feder führt, die Ursachen
und Erscheinungsformen der weltweiten Offensive des politischen Islam. Er
zeigt, weshalb der Verlust der moralischen Integrität der USA nicht nur für
die USA selbst ein sehr ernstes Problem ist und wer die heimlichen Sieger
des jüngsten Irakkrieges sind. Und sehr ausführlich widmet er sich dem Thema
Afghanistan, das in der weltöffentlichen Wahrnehmung schon wieder -- zu
Unrecht! -- in den Hintergrund getreten ist.
Besonderes Augenmerk legt
Danesch bei all dem auf die Rolle Europas, das der gegenwärtigen US-Politik
seine historischen Erfahrungen und die Werte der europäischen Aufklärung
entgegenzuhalten habe. "Immerhin hat das 'alte Europa', das in der
Diskussion um den Irakkrieg so diskreditiert wurde, es geschafft, seit
Jahrzehnten Frieden zu halten, Erbfeinde wie Frankreich und Deutschland zu
versöhnen und die EU zu gründen, die nach und nach die Grenzen zwischen den
Nationalstaaten auflöst. Das Potenzial und die Erfahrung, Krisen ohne
Einsatz militärischer Mittel beizulegen, besitzen die europäischen Mächte.
(…) Sich aus dem Schatten der USA zu lösen und eine eigenständige Rolle in
der Weltpolitik zu spielen" sei deshalb "das Gebot der Stunde". -- Andreas
Vierecke
Kurzbeschreibung
Im Westen herrscht Krieg –
Beschreibung einer Eskalation. „Hunderte neuer Bin Ladens werde der
Waffengang der USA hervorbringen, prophezeite der ägyptische Präsident
Mubarak. Die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten sind ein globales
Problem. Im Irak kostet der „Frieden nach Saddams Sturz mehr Menschen das
Leben als der Krieg. Die Afghanen müssen feststellen, dass wieder die alten
Kriegsfürsten herrschen, die das satte Drogengeschäft untereinander
aufteilen. Auch der Opposition im Iran hat der „Kampf gegen den Terror
geschadet. Die religiösen Diktatoren fühlen sich dort wieder sicher und
können unbehelligt eine Wahl manipulieren. Die Folge der von Planlosigkeit
und Ignoranz geprägten Außenpolitik der USA und Englands in diesen Regionen:
Die Welt ist aus den Fugen geraten. Täglich zeigen uns die Medien neue
Schreckensbilder von blutigen Auseinandersetzungen. Der gesamte Islam fühlt
sich mittlerweile über alle Landesgrenzen hinweg angegriffen und sieht sich
bestätigt in seiner wachsenden Aggression gegenüber dem neuen großen Feind:
dem „Westen. Wie ist es dazu gekommen, und wie wird es weitergehen? Gibt es
einen Ausweg aus der Zwickmühle, in die die USA sich und ihre Verbündeten
gebracht haben? Die profunde Analyse von Mostafa Danesch, „einem der besten
Kenner (Die Zeit), schafft Überblick in dem turbulenten Geschehen der
vergangenen drei Jahre und bietet tiefe Einblicke in die Hintergründe und
Zusammenhänge terroristischer Bedrohung, die längst auch über Europa lastet.
Über den Autor
Mostafa Danesch, Doktor der Politologie, 1944 in Semnan
(Iran) geboren, lebt seit 1965 in Deutschland, wo er als Journalist,
Gerichtsgutachter und Filmemacher arbeitet. Seine Artikel und Interviews mit
hochrangigen Politikern im Nahen und Mittleren Osten erscheinen unter
anderem in Spiegel, stern und FAZ. |
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Gilles Kepel
Das Schwarzbuch
des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islammismus
Piper
verlag München, 2002
ISBN 3492044328 |
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Rezension von Amazon:
Seit dem terroristischen Angriff auf die USA im
Herbst 2001 fragt sich die Welt, was der Islamismus ist und welche
Gefahr von ihm ausgeht. Gilles Kepel zieht zu diesem Thema einen Schluß:
Die Expansion des militanten Islamismus hat ihren Höhepunkt
überschritten, er ist im Niedergang begriffen. In diesem Sachbuch werden
die Entwicklungen aller wichtigen radikal-islamistischen Organisationen
weltweit dargestellt und tiefe Einbicke in die fremde Welt gewährt.
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Rolf Stolz
Kommt der Islam ?
Herbig Verlagsbuchhandlung
GmbH, München 1997
ISBN 3-7766-1997-X |
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| Meiner Meinung zu Einseitig
... es werden wieder die einseitig die Gefahren des Fundamentalismus
in Europa aufgezeigt. Die vielen Schattierungen, die eine
Weltreligion wie der Islam hat gehen verloren. Wahr ist, dass wir
uns stärker mit dieser Religion auseinandersetzen müsse, wenn wir
eine globale Gesellschaft werden. Und zwar auch sehr kritisch und
nicht romantisch schwärmerisch wie einige Romantiker .... |
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Fouad Allam
Der Islam in einer
globalen Welt
Wagenbach
Erscheinungsdatum: März
2004
ISBN: 3803124905
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Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 29.05.2004
Eine
"differenzierte Studie" über Islamismus und westliche Totalitarismen
erblickt Rezensent Robert Misik in Fouad Allams Essay "Der Islam in einer
globalen Welt". Wie er berichtet, zeigt Allam ohne zu simplifizieren, dass
der aus der Re-Islamisierung der arabischen Welt hervorgegangene militante
Islamismus selbst Produkt der Globalisierung ist. So beschreibe er
einerseits, wie westliche antipositivistische Philosophien von islamischen
Gelehrten, die meist im Westen studiert hatten, in den muslimischen Raum
importiert wurden, widme sich anderseits ausführlich den ideologischen
Gründervätern des Islamismus. Deutlich werde, so der Rezensent, dass der
Islamismus ohne den Westen nicht vorstellbar sei, dieses Verhältnis aber
kein einfaches, und der Islamismus auch nicht nur eine simple Spielart der
westlichen Totalitarismen sei. Zu bemängeln hat Misik lediglich die
bisweilen "holprigen Formulierungen" und die zahlreichen Wiederholungen von
Allams Grundthese. Nichtsdestoweniger würdigt er das Buch als einen
"kulturtheoretischen Essay", "der zum Besten der kaum mehr überschaubaren
Literatur über dieses elektrisierende Phänomen unserer Zeit zählt."
Sehr theoretisch und nicht als Einstiegslektüre geeignet .....
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Was denkt Allah
über Europa?
von Chahdortt Djavann
Ullstein Hc
Erscheinungsdatum: Februar
2005
ISBN: 3550078498
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Was denkt Allah über Europa? Was
denkt Allah über den Islamismus, über Terrorismus? Was denkt Allah
über jene, die für ihn töten und sterben? Was denkt Allah über die
Mullahs, die selbsternannten Anwälte Allahs? Was denkt Allah über
die Selbstmordattentäter?
Durch ihre wiederholte Einmischung in
die französische Kopftuchdebatte, durch ihren mutigen Kampf gegen
die Unterdrückung der Frauen im Islam, aber vor allem durch ihre
polemischen Essays über die Gefahren des Islamismus, wurde die
iranische Autorin Chahdortt Djavann in Frankreich zu einer
Bestsellerautorin. In ihrem mutigen Essay „Was denkt Allah über
Europa?“ entlarvt sie die Unterwanderungsstrategien islamischer
Fundamentalisten in Europa und weckt jenseits von Terror und Gewalt
das Bewusstsein für jenen geheimen Dschihad, der sich demokratischer
Strukturen bedient und den Schleier als wichtigste Waffe einsetzt,
um im Europa des 21. Jahrhunderts an Macht und Einfluß zu gewinnen
So der Verlagstext. Meine Meinung
nach ein engagiertes Buch, das den Islam nun nicht einfach
unreflektiert hinnimmt, sondern sich kritisch mit der Rolle des
Fundamentalismus auseinander setzt. Sie nimmt hier die
Kopftuchdebatte in Frankreich zum Aufhänger der Diskussion. Sehr
emotional.
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Wie der
Dschihad nach Europa kam
Jürgen Elsässer
Np Buchverlag
Erscheinungsdatum: März 2005
ISBN: 3853263763
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Rezensionen Amazonm:
Der Balkan
als europäisches Aufmarschgebiet des islamischen
Fundamentalismus. Mindestens drei der mutmaßlichen Attentäter
des 11. September haben in den neunziger Jahren auf dem Balkan
gekämpft. Eine Flugstunde von Wien und München entfernt
trainierten sie den gnadenlosen Kampf gegen die „Ungläubigen“ –
mit Unterstützung der NATO-Geheimdienste. – Osama bin Laden hat
von der pro-westlichen Regierung in Sarajevo einen Pass
bekommen. Hunderte seiner Getreuen wurden von US-Agenten in das
Kosovo und nach Mazedonien geschleust, andere steuerten Wien und
Hamburg an – und bereiteten dort das Inferno des 11. September
vor. – Im bos-nischen Bürgerkrieg haben einige Tausend militante
Moslems aus den arabischen Staaten und dem Iran gegen Serben und
Kroaten gekämpft. Wie schon in Afghanistan schloss die
US-Administration auch damals einen Pakt mit dem Teufel: Unter
Bruch des UN-Waffenembargos versorgte sie die Gotteskrieger mit
modernsten Waffen. Drei Beispiele von vielen.
Doch während
in den Standardwerken zu Al Qaida die Aktivitäten der
Terroristen auf allen Kontinenten ausführlich geschildert
werden, blieb ausgerechnet das europäische Aufmarschgebiet der
Dschihadisten so gut wie unbeachtet. Diese Lücke schließt Jürgen
Elsässers neues Buch. Er deckt darin die Hintergründe jener
unseligen Mesalliance zwischen dem Westen und dem Islam auf und
informiert über Taktik und Ziele der Dschihadisten auf dem
Balkan. Elsässer stützt sich neben inter-nationalen Quellen auf
Gespräche mit Geheimdienstexperten und Mitgliedern der
UN-Mission in Bosnien sowie auf zahlreiche Besuche vor Ort.
Meine Meinung: Der
Autor versucht zu informieren. Er packt unheimlich viel Fakten
und Daten in das Buch - zu viel. Wer die Zeit hat sich durch die
komplexen Verhältnisse des Balkans durchzubeißen findet einen
Pool an Informationen, Mir was ehrlich gesagt zu viel.
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Der Märtyrer als Waffe. Die historischen
Wurzeln des Selbstmordattentats
von Joseph Croitoru
Dtv (Juli 2006)
ISBN: 3423343265
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Amazon:
Zu den im wahrsten Sinne des Wortes abartigsten Erscheinungen der
Gegenwart gehört sicherlich das Selbstmordattentat. Zumindest aus
okzidentaler Sicht, denn psychologisch betrachtet hat der Terror
damit seine höchste Vollendung gefunden. Entfaltet doch der
Selbstmordanschlag seine Horrordynamik gerade dadurch, dass er all
unseren Gewissheiten über die natürlichen, religiösen und sittlichen
Gesetze zur Selbsterhaltung in so eklatanter Weise Hohn spricht. In
dem äußerst empfehlenswerten Buch Der Märtyrer als Waffe spürt
FAZ-Journalist Joseph Croitoru dem Phänomen erstmals genealogisch
und unter psycho-sozialen Gesichtspunkten nach.
Seine Spurensuche beginnt bei den Kamikaze-Fliegern in Japan, führt
über den halben Erdball und endet bei den Tamilen auf Sri Lanka. Die
meiste Aufmerksamkeit schenkt der aus Israel stammende Autor jedoch
der arabisch-persischen Welt, wo das bewusst betriebene Martyrium --
bis dato ja eher mit dem Erleiden von Qual und Tod assoziiert --
inzwischen zum nationalintegrativen Kult entartet ist. Im
nüchtern-analytischen Stil geht Croitoru den genaueren Umständen der
spektakulärsten Selbstmordattentate in dieser Region nach, ab ihrer
Geburtstunde am 30. Mai 1972, als ein in Nordkorea ausgebildetes
Himmelfahrtskommando der "Japanischen Roten Armee" auf dem Flughafen
von Tel Aviv ein Blutbad anrichtete. Dieser unangeforderte
todesmutige Aufopferungsakt aus Solidarität mit der
palästinensischen Sache war für die beschämten Araber das Fanal für
eigene Taten.
Zur Eskalation trug bei, dass die Terrororganisationen ihre
Führungsansprüche untereinander im Wettstreit um den raffiniertesten
Selbstmordanschlag ausfochten. Croitoru zeigt, wie die ungeheure
mediale Wirksamkeit ein Übriges tat, dass der Selbstmordangriff bald
überall zum Mittel der Wahl wurde, wo Fanatiker die
Weltöffentlichkeit zum Aufhorchen bringen wollten. Zumal wo es sich
um Angehörige tribalistisch geprägter patriarchaler Gesellschaften
mit ausgeprägten Ehrenkodizes handelt, denen Blutrache als legitimes
Vergeltungsmittel gilt.
Der Autor räumt zwar mit dem Vorurteil auf, dass das
Selbstmordattentat eine Erfindung religiöser Extremisten ist. Er
macht aber zugleich deutlich, dass es im Dschihad für die islamische
Weltrevolution völlig neue Qualitäten, Dimensionen und vor allem
Risiken zeitigt. Sollte es nämlich die Absicht der Terroristen des
11. September 2001 gewesen sein, die moralische Unterlegenheit des
in den materiellen Freuden des Diesseits verhafteten Westens dadurch
zu offenbaren, dass er sich in Todesangst zu panischen
Kurzschlusshandlungen hinreißen lässt, so waren die Anschläge ein
voller Erfolg. Die Mobilisierung einer gigantischen
Militärmaschinerie hat tatsächlich alle Merkmale von neurotischem
Übersprungverhalten. Und sie erinnert fatal an die Reaktion auf die
Kamikaze im Zweiten Weltkrieg. Zutiefst verunsichert, schreckten die
Amerikaner damals vor einer Invasion Japans zurück und zwangen den
unberechenbaren Feind lieber aus sicherer Höhe mit Atombomben in die
Knie. --Roland Detsch -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere
Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Kurzbeschreibung
Die kulturellen Hintergründe und die historische Entwicklung von den
japanischen Kamikazefliegern bis zu den heutigen islamistischen
Terroristen.
Selbstmordattentate haben die ganze Welt erfasst und fordern - wie
in jüngster Zeit in London, in der Türkei, im Irak oder in Ägypten -
zahlreiche Todesopfer und Verletzte. Sie sind unberechenbar und
können jeden treffen. Joseph Croitoru, ein Experte für die
politische Szene im Nahen Osten, erklärt zum ersten Mal umfassend
die historischen und kulturellen Hintergründe des
Selbstmordattentats, beginnend mit den Kamikaze-Einsätzen der
Japaner im Zweiten Weltkrieg.
Das Ideal des bewaffneten Märtyrers fand in den siebziger Jahren
eine seither ständig wachsende Zahl von Anhängern, vor allem im
Nahen Osten, und ist heute zur mörderischsten Waffe der
Terrorgruppen aller Couleur geworden. Märtyrerkult, Fanatismus,
psychologisches Kalkül und die Beherrschung moderner Waffen- und
Kommunikationstechnologie machen den Selbstmordattentäter zur
unheimlichen Tötungsmaschine. Joseph Croitoru erklärt, wie
Terrororganisationen Menschen fanatisieren und in lebende Bomben
verwandeln.
Meine Meinung: Sehr zu empfehlen
!! Das Buch geht gut lesbar einem Phänomen nach, das nicht nur in
unsere Zeit Bedeutung hat, sonder schon im 2. Weltkrieg bei den
japanischen Kamikaze-Fliegern anzutreffen war. Schwerpunkt des
Buches liegt auf der arabisch-persischen Ausprägung des Märtyrers,
der schon Kultstatus erreicht hat. |
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Okzidentalismus
von
Jan Buruma, Avishai Magalit, Andreas Wirthensohn
Gebundene Ausgabe - Hanser
Erscheinungsdatum: Februar 2005
ISBN: 3446206140
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Rezensionen Amazon:
Aus der
Amazon.de-Redaktion
Der Titel Okzidentalismus ist eine
Anspielung auf den „Orientalismus“, mit dem Edwa Said das
westliche Zerrbild von der islamischen Welt bezeichnet hat. Mit
ihm belegen der Literaturwissenschaftler Ian Buruma und der
Politikwissenschaftler Avishai Margalit die anti-westliche
Ideologie, die die Wahrnehmung des Westens in radikalisierten
Teilen der islamischen Welt (aber nicht nur dort!) vernebelt.
Die aggressive Feindseligkeit des Okzidentalismus gegen den
Westen, so haben die Autoren ausgemacht, richtet sich vor allen
Dingen gegen vier Erscheinungen der westlichen Moderne --
erstens: die Metropole als Hort von Hochmut und Sünde, zweitens:
das gottvergessen nach Wohlstand strebende Bürgertum mit der
Freiheit als Götzen, drittens: die okzidental-säkulare Vernunft
und viertens: die gesellschaftliche und sexuelle Emanzipation
der Frau, die den rechtschaffenden aber im Fleische schwachen
Mann vom Pfad der Tugend abzubringen droht. Für all dies
Schändliche standen inmitten des modernen Sündenbabels New York
„diese schrecklichen symbolischen Türme“, wie Buruma und
Margalit Osama bin Laden zitieren, „die von Freiheit,
Menschenrechten und Humanität“ kündeten und deshalb zerstört
wurden. Mit der Zerstörung dieser Wahrzeichen glaubten die
Dschihadisten und ihre Attentäter, sich und ihren
Glaubensbrüdern beweisen zu können, dass ihre beseelte
Gemeinschaft, die über dem Individuum steht und für die sein
Leben hinzugeben dem Einzelnen Erlösung bedeutet, der
seelenlosen, westlich-individualistischen Gesellschaft überlegen
ist.
Während Buruma und Margalit dem Leser all diese
bekannten anti-westlichen Klischees noch einmal vor Augen
führen, wächst in diesem die Einsicht, dass diese „okzidentalen“
Reflexe im Westen selbst -- hier und da mit etwas anderen
Akzenten im Vokabular -- eigene ideologische Heimaten haben.
Damit freilich tun sich völlig neue Fragen auf, denen
nachzugehen zumindest nicht minder lohnenswert gewesen wäre. --
Hasso Greb
Kurzbeschreibung
Buruma und Margalit
definieren "Okzidentalismus" als den blinden Hass gegen die
Errungenschaften liberaler Gesellschaften, für dessen Motive
manch westliche Intellektuelle bis heute Sympathie empfinden.
Die Vorurteile gegen den Westen, der unter der Diktatur des
Geldes steht und scheinbar jegliche verbindliche Moral seiner
Diesseitigkeit geopfert hat, reichen bis nach Europa. Ian Buruma
und Avishai Margalit finden hier ähnliche Denkweisen wie in der
islamischen Welt, bei konservativen Kulturkritikern ebenso wie
bei der radikalen Linken. Ein provokatives Buch, in bester
aufklärerischer Tradition.
Auszug aus Okzidentalismus
von Jan Buruma, Avishai Magalit, Andreas Wirthensohn. Copyright
© 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der
Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Aus dem Englischen
von Andreas Wirthensohn
Im Juli 1942, gerade einmal sieben
Monate nachdem die Japaner die amerikanische Flotte in Pearl
Harbor angegriffen und den westlichen Mächten in Südostasien
eine schwere Niederlage zugefügt hatten, versammelten sich in
Kyoto eine Reihe angesehener japanischer Wissenschaftler und
Intellektueller zu einer Konferenz. Unter ihnen waren
Schriftsteller der sogenannten Romantischen Gruppe ebenso wie
Philosophen der buddhistisch-hegelianischen Schule von Kyoto.
Das Thema, über das sie diskutierten, lautete: »Wie läßt sich
die Moderne überwinden?«1
Die nationalistische Begeisterung
erlebte damals gerade einen Höhepunkt, und die
Konferenzteilnehmer waren allesamt auf die eine oder andere
Weise Nationalisten. Der Krieg selbst jedoch, der in China, auf
Hawaii oder in Südostasien tobte, wurde seltsamerweise kaum
erwähnt. Dabei ließ zumindest einer der Teilnehmer, Hayashi
Fusao, der vom Marxisten zum glühenden Nationalisten geworden
war, später wissen, der Angriff auf den Westen habe ihn mit
Begeisterung erfüllt. Obwohl er sich damals, als er die
Nachricht vernahm, in der bitterkalten Mandschurei aufhielt,
habe er das Gefühl gehabt, düstere Wolken hätten sich verzogen
und einem strahlenden Sommerhimmel Platz gemacht. Ohne Zweifel
wurden viele seiner Kollegen von ähnlichen Empfindungen
übermannt. Doch auf dieser Konferenz ging es nicht um
Kriegspropaganda. Die dort versammelten Männer – die
literarischen Romantiker ebenso wie die Philosophen – hatten
sich schon lange vor dem Angriff auf Pearl Harbor mit der Frage
beschäftigt, wie sich die Moderne überwinden ließe. Sofern ihre
Schlußfolgerungen kohärent genug waren, um sie politisch nutzen
zu können, dienten sie der Propaganda für eine neue asiatische
Ordnung unter japanischer Führung; die Intellektuellen freilich
hätten sich aufs schärfste dagegen verwahrt, wenn man sie als
Propagandisten bezeichnet hätte. Sie waren Denker und keine
Auftragsschreiberlinge.
»Die Moderne« jedenfalls ist ein
schwer faßbarer Begriff. In Kyoto war damit 1942 der Westen
gemeint, nicht anders als im Jahr 2001 in Kabul oder Karachi.
Doch der Westen ist fast ebenso schwer zu definieren wie die
Moderne. Japanische Intellektuelle hegten einen starken
Widerwillen dagegen, konnten aber nicht genau sagen, was dieser
Westen denn nun eigentlich war. Die Verwestlichung, so meinte
einer, sei wie eine Krankheit, die den japanischen Geist
befallen habe. Die »moderne Sache«, so ein anderer, sei eine
»europäische Sache«. Viel war die Rede von einer ungesunden
Wissensspezialisierung, welche die Ganzheit der spirituellen
Kultur des Orients zerstört habe. Die Schuld daran gab man
einmal der Wissenschaft, dann wieder dem Kapitalismus, dem
Eindringen moderner Technologie in die japanische Gesellschaft
oder den Vorstellungen von individuellen Freiheiten und
Demokratie. All das galt es zu »überwinden«. Ein Filmkritiker
namens Tsumura Hideo verteufelte die Produktionen aus Hollywood
und pries statt dessen Leni Riefenstahls Dokumentarfilme über
die Naziparteitage; sie stimmten offenbar mit seinen
Vorstellungen davon, wie eine gesunde nationale Gemeinschaft
auszusehen habe, eher überein. Seiner Ansicht nach war der Krieg
gegen den Westen ein Krieg gegen die »ekelhafte materialistische
Zivilisation«, die auf der Macht des jüdischen Finanzkapitals
beruhe. Alle waren sich darüber einig, daß Kultur – gemeint war
natürlich die traditionelle japanische Kultur – spirituell und
tiefgründig sei, während die moderne westliche Zivilisation
oberflächlich und wurzellos sei und die kreativen Fähigkeiten
zerstöre. Der Westen – und hier vor allem die USA – galt als
kaltes, mechanisches Gebilde. Ein ganzheitlicher, traditioneller
Orient werde, vereint unter der göttlichen imperialen Herrschaft
Japans, die wärmende organische Gemeinschaft spirituell
wiederherstellen. Oder wie es einer der Konferenzteilnehmer
formulierte: Man habe es mit einem Kampf zwischen japanischem
Blut und westlichem Intellekt zu tun.
Für die Asiaten der
damaligen Zeit – und in gewissem Maße noch heute – bedeutete der
Westen auch Kolonialismus. Seit dem 19. Jahrhundert, als China
im Zuge des Opiumkriegs gedemütigt worden war, waren sich
gebildete Japaner bewußt, daß das eigene nationale Überleben
davon abhing, daß man die Ideen und die Technologie, denen die
westlichen Kolonialmächte ihre Überlegenheit zu verdanken
hatten, gründlich studierte und nachahmte. Niemals zuvor hatte
sich eine große Nation einer solch radikalen Transformation
unterzogen wie Japan zwischen den 1850er und den 1910er Jahren.
Die zentrale Parole der Meiji-Zeit (1868–1912) lautete Bunmei
Kaika, Zivilisation und Aufklärung – gemeint waren die westliche
Zivilisation und Aufklärung. Alles Westliche, von den
Naturwissenschaften bis zum literarischen Realismus, wurde von
japanischen Intellektuellen gierig aufgesogen. Europäische
Kleidung, preußisches Verfassungsrecht, britische
Seekriegsstrategien, deutsche Philosophie, amerikanisches Kino,
französische Architektur – dies alles und noch viel mehr wurde
übernommen und adaptiert.
Dieser grundlegende Wandel machte
sich denn auch bezahlt. Japan blieb von der Kolonialisierung
verschont und stieg rasch zu einer Großmacht auf, der es dann
1905 gelang, Rußland in einem durch und durch modernen Krieg zu
besiegen. Tolstoj bezeichnete den japanischen Sieg denn auch als
einen Triumph des westlichen Materialismus über die asiatische
Seele Rußlands. Es gab allerdings auch Nachteile. Die
industrielle Revolution erfolgte in Japan schon kurz nach der
deutschen und hatte die gleichen Verwerfungen zur Folge. Die
verarmte Landbevölkerung wanderte in großer Zahl in die Städte,
wo die Situation oftmals grauenhaft war. Die Armee war eine
brutale Zufluchtsstätte für junge Männer vom Land, und ihre
Schwestern mußten mitunter an die Großstadtbordelle verkauft
werden. Neben diesen ökonomischen Problemen gab es jedoch noch
einen weiteren Grund, warum viele japanische Intellektuelle die
großangelegte Verwestlichung Ende des 19. Jahrhunderts
rückgängig zu machen suchten. Japan litt gleichsam an einer Art
geistigen Verstimmung. Man hatte die westliche Zivilisation zu
gierig verschlungen. Nicht zuletzt deshalb versammelte sich
diese Intellektuellengruppe in Kyoto, um über Möglichkeiten zu
diskutieren, wie man das Rad der Geschichte zurückdrehen, den
Westen überwinden und zu einer idealisierten spirituellen
Vergangenheit zurückkehren konnte.
Dies alles wäre nur noch
von historischem Interesse, wenn solche Ideale ihre
inspirierende Kraft verloren hätten. Doch der Haß auf alles, was
man mit der westlichen Welt (für die exemplarisch die USA
stehen) assoziiert, ist noch immer stark, auch wenn er nicht
mehr in erster Linie in Japan zu finden ist. Er macht radikale
Muslime empfänglich für eine politisierte islamische Ideologie,
in der die USA als Inkarnation des Teufels fungieren. Er findet
sich bei extremen Nationalisten in China und anderen Teilen der
nichtwestlichen Welt. Und seine Ableger zeigen sich sogar im
Westen selbst im Denken radikaler Antikapitalisten. Diesen Haß
als politisch rechts oder links zu bezeichnen würde in die Irre
führen. Die Sehnsucht nach einer Überwindung der Moderne war im
Japan der 1930er Jahre unter marxistischen Intellektuellen
gleichermaßen verbreitet wie in rechtsgerichteten
chauvinistischen Kreisen. Dieselbe Tendenz läßt sich bis zum
heutigen Tag beobachten.
Meine Meinung:
Nicht einfach zu lesen, aber es lohnt sich den Ideen und
Gedanken der Autoren gehör zu schenken.
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Wie man mit Fundamentalisten
diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren oder Anleitung zum
subversiven Denken
von Hubert Schleichert
Broschiert - Beck
Erscheinungsdatum:
August 2005
ISBN: 3406511244
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Kurzbeschreibung Amazon:
Anhand zahlreicher Beispiele entlarvt
der Philosoph Hubert Schleicher wienerisch charmant, witzig und
bissig die rhetorischen und argumentativen Tricks von Politikern und
Fundamentalisten jeder Couleur. Er zeigt, wie man die Schwachstellen
ihrer Diskussionsweisen und Weltanschauungen nutzt und den Gegner
aushebelt. Ein bestens verständlicher Grundkurs in Logik und
Argumentation, ein wahres Lesevergnügen.
Über den Autor
Hubert Schleichert ist Professor für Philosophie an der Universität
Konstanz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Logik, chinesische
Philosophie und politische Philosophie.
Meine Meinung: Ich
weiß nicht ..... ein wahres lesevergnügen ? ... Irgendwie zu
kopflastig. Ein zweite mal würde ich micht nicht mehr durchbeißen.
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Gucci gegen Allah
von Antonia Rados
Heyne
Erscheinungsdatum: Oktober 2005
Auflage: 1
ISBN: 345312040X
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Machen wir uns nichts vor: Unsere raumgreifende westliche
Konsumkultur ist mit ihren verlockenden Hochämtern für Luxus,
Schönheit und eine ebenso freizügige wie ungestrafte
Lustbefriedigung eine ernsthafte Bedrohung für andere, religiös
fundierte Kulturen. Allen voran gilt dies für den Islam, zu dessen
hervorstechendsten Wesensmerkmalen ein vergleichsweise besonders
rigider Moralkodex gehört, der mit westlichen Gesellschaftsentwürfen
scheinbar nur schwer in Einklang zu bringen ist. Dem Islam ist eine
Trennung von Staat, Gesellschaft und Religion traditionell
wesenfremd, ihm entgegenstehende Lebensweisen müssen deshalb als
umso bedrohlicher empfunden werden.
Dieser religiös-politischen und historisch-gesellschaftlichen
Hintergründe muss man sich bewusst sein, wenn man die heftigen
Abwehrreaktionen streng-gläubiger Muslime gegen die unabweisbar
stattfindende kulturelle Kolonialisierung ihrer Gesellschaften
verstehen will. In Gucci gegen Allah führt uns Antonia Rados an die
Brennpunkte des Nahen Ostens, wo Muslime mit Muslimen um die Zukunft
kämpfen. Und sie schildert einen Alltag, der einer fortwährenden
Zerreißprobe gleicht…
Nach Pakistan folgen wir der Autorin, nach Afghanistan und Israel,
Jordanien, in den Irak und den Iran, den Libanon, nach Syrien,
Saudi-Arabien und Tschetschenien. So unterschiedlich die
gesellschaftliche und politische Situation sich in den einzelnen
dieser Länder im Detail auch darstellt -- eine verbindende
Gemeinsamkeit, so lernen wir aus der Lektüre, prägt die gesamte
Region: der sowohl innere wie äußere Konflikt zwischen
streng-traditioneller Religiosität und den anbrandenden Verlockungen
der auf Freiheit, Demokratie und Konsumismusmus basierenden
Globalisierungskultur. "Kopftuch oder Designertasche?" spitzt das
das Buch den inneren Widerspruch der islamischen Gesellschaften zu,
"Gucci oder Allah?" Beides zusammen scheint nicht zu gehen. Aber
wussten wir das alles nicht auch schon vorher? -- Hasso Greb
Kurzbeschreibung
Kopftuch oder Designertasche?
RTL-Fernsehreporterin und Bestsellerautorin Antonia Rados, die
regelmäßig von den Krisenherden dieser Welt berichtet, rückt ein
aktuelles Thema ins Blickfeld: den Brennpunkt Naher Osten und seine
Entwicklung seit dem 11. September 2001, der dort eine Zeitenwende
einläutete.
Gucci gegen Allah – der Titel veranschaulicht bildlich, womit sich
Antonia Rados thematisch auseinander setzt: Wie erleben Iraner,
Iraker, Jordanier, Afghanen, Tschetschenen und andere Bewohner der
Nahost-Krisengebiete die westlichen Einflüsse, die seit dem 11.
September durch fremde Besatzungsmächte, UNO-Vorherrschaft und
einseitige Globalisierungsprozesse unweigerlich ihren Weg zu ihnen
finden? Sind demokratische Grundprinzipien und Freiheiten hier
wirklich lebbar? Wie vereinbaren sich gewachsene kulturelle
Traditionen, religiöse Gesetze des Islam und gesellschaftliche
Regeln mit westlichen Wertvorstellungen, Konsumversprechen und nicht
zuletzt dem Wunsch, sich inmitten all dessen zurechtzufinden? Sei es
der kleine Junge, der vom ehemaligen Schuhputzer zum heimlichen
Handykarten-Verkäufer aufsteigt, sei es die Frau, deren jüngerer
Bruder ihr befiehlt, ein Kopftuch zu tragen, oder die Tatsache, dass
in Syrien immer noch jedes Mobiltelefon aus Gründen der nationalen
Sicherheit verboten ist – die Beispiele sind vielfältig.
Letztendlich stellt sich die Frage: Steuern die islamischen Länder
im Zeitalter der Globalisierung auf eine Art "Modernität mit
Unterschieden" zu? Westliche Waren ja, westliches Denken nein? Mit
einem sicheren Gespür für die richtige Mischung aus Politischem und
Persönlichem zeichnet Antonia Rados ein authentisches Bild der
Menschen in ihrem Alltag und ein faszinierendes Porträt des "neuen"
Nahen Ostens.
Über den Autor
Antonia Rados, geboren in Klagenfurt, studierte in Paris und
Salzburg. Sie ist promovierte Politologin und arbeitet seit 1978 als
Kriegsberichterstatterin, seit 1993 als RTL-Korrespondentin und
Studioleiterin in Paris. Sie berichtete bereits aus vielen
Krisenregionen, etwa aus Südafrika, Somalia, Iran und Afghanistan.
Für ihre Berichterstattung aus Bagdad, bei der sie trotz der
extremen Bedingungen ihre journalistische Unabhängigkeit unter
Beweis stellte, wurde Antonia Rados 2003 mit dem
Hanns-Joachim-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Im gleichen Jahr
erschien bei Heyne ihr erfolgreiches Buch "Live aus Bagdad. Das
Tagebuch einer Kriegsreporterin". Antonia Rados lebt in Paris.
Meine Meinung: Geschrieben
aus dem reichhaltigen Erfahrungsschatz der Autorin. Was bei allen
diesen Erfahrungsberichten irgendwie fehlt ist das Übergreifende
Element, das einen gesamt Bezug herstellt. Aber durch aus
lesenswert.
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Islamische Internationalisten
von Johannes Grundmann
Reichert
Erscheinungsdatum: 2005
ISBN: 3895004472
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Kurzbeschreibung der Verlages:
Seit dem 11. September 2001 stehen die
internationalen Aktivitäten der Muslimbruderschaft und der
Islamischen Weltliga in der Kritik. Beide Organisationen haben in
jahrzehntelanger Arbeit Strukturen aufgebaut, die nicht nur in alle
Regionen der islamischen Welt, sondern auch nach Europa und Amerika
hineinreichen. Die so entstandenen Netzwerke sehen sich derzeit dem
Vorwurf ausgesetzt, weltweit (radikal-)islamistische Elemente
finanziell zu unterstützen sowie humanitäre Hilfe und
Bildungsprojekte bewusst zu propagandistischen Zwecken zu nutzen und
mit politischen Aktivitäten zu verbinden. Gleichzeitig ist klar
erkennbar, dass in Ländern, in denen Muslime eine Minderheit
darstellen, systematisch die Verbreitung von Gedankengut betrieben
wird, das die Integration dieser Minderheiten deutlich erschwert.
Doch worauf basieren die Strategien der Muslimbruderschaft und der
Islamischen Weltliga? Welche mittel- und langfristigen Ziele sollen
auf internationaler Ebene erreicht werden und welchen Einfluss hat
die weltpolitische Lage nach dem 11.09.01 auf ihre gegenwärtigen und
zukünftigen Aktivitäten?
Um differenzierte Antworten auf diese Fragen zu finden, wird
zunächst die sog. internationale Organisation der Muslimbruderschaft
beleuchtet, ohne allerdings die zwischen den verschiedenen
nationalen Verbänden vorhandenen Kontakte und die internationalen
Verbindungen zwischen der Muslimbruderschaft und anderen
islamistischen Organisationen auszusparen. Von zentraler Bedeutung
ist ebenfalls die Analyse interner Konflikte der Muslimbrüder sowie
ihre Selbstsicht im Vergleich zur vielfältigen innerislamischen
Kritik, der sie zum Teil schon seit Jahrzehnten ausgesetzt sind.
Im Rahmen der Darstellung der internationalen Aktivitäten der
Islamischen Weltliga steht neben der humanitären Arbeit mehrerer
Unterorganisationen die Funktion und Wirkung ihrer über die ganzen
Welt verteilten Moschee- und Kulturzentren im Mittelpunkt. Doch auch
die Rolle Saudi-Arabiens wird im Zusammenhang mit Finanzierung und
Zielsetzung der Islamischen Weltliga umfassend berücksichtigt.
Darüber hinaus enthält dieser Band der HECEAS-Reihe biographische
Informationen zu gegenwärtig führenden Mitgliedern der
Muslimbruderschaft und anderen zentralen Persönlichkeiten des
islamistischen Spektrums sowie ergänzende Darstellungen zu weiteren
international aktiven islamischen und islamistischen Organisationen.
Im Mittelpunkt des Buches steht also weniger die Einbettung des
Phänomens weltweiter islamistischer Aktivitäten in den
entsprechenden historischen Kontext. Vielmehr geht es um eine
möglichst unverzerrte Darstellung von zwei zentralen, international
aktiven islamischen Organisationen, die auf empirisch gewonnen
Fakten beruht. Gleichzeitig werden die komplexen Zusammenhänge, die
internationale islamistische Aktivitäten auf lokaler, regionaler und
internationaler Ebene charakterisieren, unter Berücksichtigung ihrer
zahlreichen Querverbindungen umfassend analysiert.
Mit Blick auf die notwendige Entwicklung adäquater politischer
Konzepte des Umgangs mit den großen islamistischen Organisationen
ist das Buch als Anregung zu weiteren systematischen Überlegungen zu
verstehen.
Meine Meinung: Ein durchaus lesenswertes Buch,
das die Muslimbruderschaft und die Islamische Weltliga, die
Hauptnetzwerke des (politischen) Islams näher beleuchteten und deren
Abhängigkeiten und Verbindungen aufzeigt.
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Der Islam in der Politik
Uwe Andersen
Wochenschau-Verlag; Auflage: 1 (November 2006)
ISBN: 3899740769
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Meine Meinung: Der vorliegende
Sammelband unter der Federführung des Bochumer
Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Uwe Andersen vereint eine
Einführung und vier Beiträge etablierter Fachautoren, die
versuchen, bisher weitgehend wenig behandelte Facetten des
Phänomens Islam in der Politik differenziert und ausgewogen
darzustellen. Trotz des geringen Buchumfanges ist hier ein
Einführung in das Thema Islam und Politik gelungen.
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Hamas. Der islamische Kampf um Palästina
Joseph Croitoru
Verlag: Beck
ISBN-10: 340655735X
ISBN-13: 978-3406557354
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Amazo:
Kurzbeschreibung
Der radikale Islam kämpft an verschiedenen Fronten um Palästina:
von außen durch die Hisbollah und innerhalb des Landes durch die
Hamas, die 2006 überraschend an die Regierung gekommen ist.
Joseph Croitoru beschreibt höchst anschaulich die Geschichte der
Hamas und ihren Dschihad gegen Israel, dem nicht nur zahlreiche
Selbstmordattentate dienen, sondern auch ein weitgespanntes
Wohltätigkeitsnetz. Dabei geht es nicht zuletzt um die
beunruhigende Frage, was es für den Westen bedeutet, wenn sich
Islamisten mit der Demokratie anfreunden. Entstanden
ursprünglich als Zweig der ägyptischen Muslimbrüder in
Palästina, hat sich die Hamas als religiöse Alternative zur
säkularen PLO behauptet. In Opposition und Regierung gibt sich
die Hamas neben dem Terrorismus zwar auch pragmatisch. Ihr
Endziel aber bleibt die Rückeroberung des gesamten Gebiets des
historischen Palästina und die Gründung eines islamischen
palästinensischen Staates. Ihr Sozial- und Erziehungsnetz dient
dabei nicht nur wohltätigen Zwecken, sondern auch der
ideologischen Vorbereitung des Dschihad gegen Israel. Israel
sieht in der Hamas nur die Terrororganisation und schlägt mit
aller Härte zurück - mit begrenztem Erfolg. Joseph Croitoru legt
auf beeindruckende Weise anhand vieler im Westen bisher nicht
bekannter Quellen die Ziele und die Funktionsweise der Hamas
offen. Sein meisterhaft geschriebenes Buch ist ein "Muß" für
alle, die verstehen wollen, wie die Islamisten, demokratisch
legitimiert, die politischen Koordinaten im Nahen Osten
grundlegend verändern.
Über den Autor
Joseph Croitoru, geb. 1960 in Haifa, ist promovierter Historiker
und Journalist. Er lebt seit 1988 in Deutschland und ist fester
Autor des Feuilletons der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Zuletzt erschien von ihm die vielbeachtete Studie Der Märtyrer
als Waffe. Die historischen Wurzeln des Selbstmordattentats
(2003, 2006 als Taschenbuch).
Meine Meinung: Gute und lesbare
Darstellung über ein Thematik, die immer mehr in den Brennpunkt
der Interesse gerutscht ist und relativ undurchsichtig ist.
Strukturen und Geschichte der Hamas werden durchsichtig und
Hintergründe verständlich.
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Heiliger Krieg in Europa. Wie die radikale
Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht
Udo Ulfkotte
Verlag: Eichborn
ISBN-10: 3821855770
ISBN-13: 978-3821855776
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Meine Meinung:
siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Ulfkotte.
Ich kann mich dieser Darstellung von Wikipedia nur anschließen.
Übertrieben.
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Der falsche Krieg. Islamisten, Terroristen
und die Irrtümer des Westens
Olivier Roy (Autor), Ursel Schäfer (Übersetzer)
Verlag: Siedler (Februar 2008)
ISBN-10: 388680884X
ISBN-13: 978-3886808847
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Verlagstext:
In der Zerrissenheit des Islamismus liegt seine größte Gefahr
Al Qaida und die Taliban, Hisbollah und Hamas, Syrien und Iran – sie
alle bedrohen den Westen. Es wäre allerdings ein gefährlicher
Irrtum, diese Kräfte für einen geschlossenen, starken Feind zu
halten. Denn durch die islamische Welt geht vielmehr ein tiefer
Riss. Doch das ist kein Grund zur Entwarnung, sagt Olivier Roy: Er
macht deutlich, dass die eigentliche Gefahr von den Spannungen
innerhalb der islamistischen Gruppen ausgeht und zeigt, welche
Politik wir ihr entgegensetzen müssen.
Der islamistische Terrorismus stellt eine weltweite Bedrohung dar.
Doch der vom Westen propagierte »Krieg gegen den Terror« ist nicht
zu gewinnen. Weder ist der Islam ein einheitliches Gebilde, noch
sind geopolitische Militäraktionen eine angemessene Reaktion auf
deterritorial agierende Selbstmordattentäter. Um zu bestimmen, wie
der Westen künftig mit dieser Gefahr umgehen soll, müssen wir erst
einmal danach fragen, wie die regionalen und globalen
Kräfteverhältnisse wirklich sind, wer denn eigentlich der Feind ist
und wie man ihm wirksam begegnen kann.
In seinem neuen Buch deckt der renommierte Islam- und
Terrorismusexperte Olivier Roy die politischen Irrtümer des Westens
auf, erklärt klar und anschaulich die innerislamischen Verhältnisse
und Spannungen und liefert verblüffende Erkenntnisse über die
Organisations- und Funktionsweise der Al Qaida.
Meine Meinung:
Sehr gute übersichtliche und übergreifende Darstellung des
Islamismus über alle Gruppierungen und die Interaktionen zwischen
diesen und dem Westen. Die Rolle der USA in diesem Konflikt, wird
moderat betrachtet, da es schon politisch fast unkorrekt ist, über
die Bush-Regierung nicht zu lamentieren. Die Entwicklung ist aus der
Tradition der Neokonservativen zu verstehen, die die westlichen
Werte als universelle Größen definiert haben. Roy zeigt auf, dass
die so genannten Tatsachen in dieser Region überdacht werden müssen,
- gut am Beispiel zu sehen, das der Irak NICHT wegen der
Erdölinteressen besetzt wurde. Durchaus lesenswert.
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Der Dschihad in Asien
Berndt G. Thamm
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG (1. Januar 2008)
ISBN-10: 3423246529
ISBN-13: 978-3423246521
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Mit dem Islam gegen den Terror
Avi Primor
Droste; Auflage: 1 (6. Oktober 2008)
ISBN-10: 3770012267
ISBN-13: 978-3770012268
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Kurzbeschreibung aus Amazon:
Nahost-Analyse aus erster Hand
Das Ergebnis der Wahlen in Palästina hat für
Unruhe gesorgt, nicht nur in Israel, sondern
auch bei den europäischen und amerikanischen
Verbündeten. Den neuen israelischen
Ministerpräsidenten erwartet eine schwierige
Aufgabe. Denn auch die Drohungen aus dem Iran
sind nicht zu überhören, eine weitere Annäherung
von Iran und Hamas ist zu befürchten. Weiterhin
instabil ist auch die Lage im Irak. Der Nahe und
Mittlere Osten bleibt ein Krisenherd. Sind nun
weitere islamistische Terroranschläge wie in
Madrid und London zu befürchten? Avi Primor,
langjähriger Experte für Nahost-Fragen,
analysiert die aktuelle Situation und die Rolle
Europas sowie der USA. Er zeigt auf, wie eine
friedliche Fortentwicklung in der Krisenregion
Naher Osten aussehen könnte.
Über den Autor
Avi Primor, geboren 1935 in Tel Aviv, studierte
Politikwissenschaft. 1961 Eintritt in den
diplomatischen Dienst. Von 1993 bis 1999
Botschafter des Staates Israel in Deutschland.
Heute Gründer und Leiter des Zentrums für
Europastudien an der IDC-Universität Herzliyya.
Meine Meinung
Etwas oberflächlich und die Perspektive der
Betrachtung hat etwas Schieflage. Zu diesem
Thema gibst es meiner Meinung nach bessere und
lesenswertere Bücher.
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Islam im Westen / Deutschland
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Das Ende der friedlichen Gesellschaft
von Clemens Verenkotte
Droemer/Knaur
Erscheinungsdatum: September 2005
ISBN: 3426273640
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Kurzbeschreibung Amazon:
Kriege zu führen ist offenkundig wieder erlaubt - doch wir
verschließen fest die Augen. Das wird uns teuer zu stehen kommen.
Irak-Krieg? Ohne uns. Islamistische Terroranschläge? Zum Glück
woanders. Demnächst Iran? Auf keinen Fall! - Wie lange wollen wir
noch so tun, als könnten wir uns aus dem globalen Krieg zwischen dem
islamistischen Terror und der amerikanischen Weltmacht heraushalten?
Clemens Verenkotte, exzellenter Kenner der USA und des Nahen Ostens,
analysiert Amerikas Machtpolitik, Europas Schwächen und deutsche
Alleingänge. Er macht klar: Wir sind im Zugzwang. Es ist höchste
Zeit, die Vogel-Strauß-Politik zu beenden und endlich klar Position
zu beziehen, wenn wir nicht zwischen den Fronten zerrieben werden
wollen.
Clemens Verenkotte, geboren 1960, ist leitender politischer
Redakteur des Bayerischen Rundfunks und war zuvor lange Jahre
BR-Hörfunkkorrespondent in Washington. Im Jahr 2001 erhielt er den
1. Radio-Preis der Rias Berlin Kommission für sein zum Jahreswechsel
1999/2000 gesendetes Feature „Das amerikanische Jahrtausend“. Seine
Reportagen aus den USA sind in allen ARD-Rundfunkanstalten gesendet
worden, sein Name ist bundesweit bekannt
Siehe auch:
http://www.kultur-fibel-magazin.de/Kultur%20Fibel%20Buch,%20Verenkotte,%20Ende,friedlichen,Gesellschaft.htm
Meine Meinung: Gut geschriebenes
Buch, das versucht den deutschen Aspekt kritisch zu betrachten;
lesenwert; wenn ich auch nicht in allen Punkten mit dem Autor
übereinstimme.
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Heiliger Krieg in Europa. Wie die radikale
Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht
Udo Ulfkotte
Verlag: Eichborn
ISBN-10: 3821855770
ISBN-13: 978-3821855776
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Meine Meinung:
siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Ulfkotte.
Ich kann mich dieser Darstellung von Wikipedia nur anschließen.
Übertrieben.
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Allahs langer Schatten. Warum wir keine Angst vor dem Islam haben müssen )
Michael Lüders
Verlag: Herder, Freiburg; Auflage: 1 (2007) ISBN-10: 3451296640 ISBN-13: 978-3451296642
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Im Jahr 2006 kam das Institut für Demoskopie in einer Studie
über das Islambild der Deutschen zu einem erschreckenden
Ergebnis. Demnach verbinden 98 Prozent der Befragten mit dem
Islam vor allem Terror und Gewalt. 96 Prozent attestieren
der Religion Muhameds ganz generell "Rückständigkeit" und
für 94 Prozent steht der Islam vor allem für die
Unterdrückung der Frau. Das hat den Islamwissenschaftler
Michael Lüders auf den Plan gerufen, der in seinem Buch
Allahs langer Schatten eindringlich davor warnt, den
Islam "zu verteufeln" und unter den Generalverdacht zu
stellen, eine antidemokratischen Gewaltideologie zu sein.
Eindringlich warnt der Autor davor, Koran und Terrorismus in
einen Topf zu werfen. Dies sei nicht nur in der Sache
falsch, sondern spiele auch den islamistischen
Fundamentalisten in die Hände.
Lüders vertritt in seinem Buch zwei Hauptthesen: "Zum
einen würden wir über die jüngste der monotheistischen
Religionen anders denken, wenn wir mehr über ihren
Werdegang, ihre theologischen Inhalte und kulturellen
Leistungen wüssten". Zum anderen schüfen "wir unsere Feinde
aus der islamischen Welt seit kolonialen Zeiten zu einem
erheblichen Teil selbst". Die erste These versucht der Autor
mit einem "Streifzug durch die Geschichte - ohne Hasskappe"
zu belegen. Die zweiten These ist Gegenstand eines Kapitels
mit der Überschrift "Hurra wir siegen - leider nicht", in
dem Lüders die jüngsten "Fehler der westlichen Politik im
Schatten Allahs" als solche zu entlarven versucht: den
"Krieg gegen den Terror" ebenso wie die Rede von den
"Islamo-Faschisten". Im Krieg gegen die Taliban in
Afghanistan sagt er der Nato ebenso eine Niederlage voraus,
wie er die Kriegskoalition im Irak auf einem "unaufhaltsamen
Weg in den Abgrund" sieht.
Lüders' Thesen sind gewiss nicht neu. Lesenswert ist das
erkennbar in ernster Sorge verfasste Buch gleichwohl. Vor
allem der den Band beschließende Ausblick, in dem der Autor
der Frage "Welcher Islam für Europa?" nachgeht, verdient
Aufmerksamkeit. -- Hasso Greb
Über das Produkt
Von 100 Deutschen verbinden 98 mit dem Islam Gewalt und
Terror. Doch wer in jedem Muslim einen potentiellen
Terroristen sieht, der die westliche Demokratie bedroht,
nimmt selbst eine extremistische Position ein - und spielt
so den Fundamentalisten in die Hände. Vielmehr muss es darum
gehen, islamische Minderheiten im Westen zu integrieren und
die moderaten Kräfte in den orientalischen Ländern zu
stärken. Aus diesem Grund warnt Michael Lüders eindringlich
davor, den Islam pauschal zu verdammen - undifferenzierten
Ängsten setzt er fundierte Hintergrundinformationen
entgegen: Anschaulich und einfühlsam gibt er einen Überblick
über die Geschichte der islamischen Welt, über die
unterschiedlichen Strömungen dieser Weltreligion und ruft
ins Gedächtnis, welchen Reichtum und welches große Erbe das
christliche Europa der verschwisterten Kultur zu verdanken
hat
siehe auch:
http://watchblogislamophobie.wordpress.com/2007/09/30/michael-luders-allahs-langer-schatten-rezension/
Meine Meinung:
Hmmm .... dieses Buch ist sogar mit (der auf dieser Site schon
als Kryptoislamist und ähnliches tituliert wurde) zu positiv.
Der Autor sollte doch eine gewisse kritische Distanz wahren.
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Gilers Kepel
Allah im Westen
Piper Verlag München 199
ISBN 3-7766-1997-X |
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| Ausgeglichener wie das Buch
von Rolf Schulz und der Blickwinkel ist breiter. Obwohl von 1996
immer noch lesenswert |
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Bassam Tibi
Der Islam und Deutschland. Muslime in
Deutschland
Deutsche V.-A., Stgt. (2000)
Gebundene
Ausgabe
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Text Amazon:
Schleier und Moscheen
mitten in Deutschland - Probleme, Gefahren, Perspektiven
Allein
in Deutschland leben 3,3 Millionen Muslime. Was bedeutet die
Integrationsunwilligkeit von Ausländern und die
Integrationsunfähigkeit unserer Gesellschaft für den inneren Frieden
und die äußere Sicherheit? Bassam Tibi fordert einen "Euro-Islam".
Die Zeiten sind vorbei, da "hinten weit in der Türkei, die Völker
aufeinanderschlagen". Heute gehören zu unserem Alltag verschleierte
Frauen ebenso wie die Minarette von Hunderten von Moscheen. Doch
bedeutet dies ein größeres gegenseitiges Verständnis?
Ausländer-Ghettos sprechen eine andere Sprache. Wenn freilich eine
Integration nicht gelingt, so birgt dies großen Sprengstoff für den
inneren Frieden. Bassam Tibi, der sich selbst als "liberalen Muslim"
versteht, fordert seine Glaubensgenossen auf, die demokratischen
Grundlagen ihres Gastlandes zu akzeptieren. Umgekehrt sieht er im
Islam die größte Herausforderung für die im Umgang mit Fremden immer
noch unerfahrene deutsche Demokratie. Tibi will in diesem Buch über
die kulturelle Identität der Muslime informieren. Und er fordert die
Muslime zu einem europäisch gedeuteten Islam auf, der im Einklang
mit den individuellen Menschenrechten, der säkularen Demokratie und
der pluralistischen Zivilgesellschaft steht.
Meine
Meinung: Mutiges Buch von einem Autoren, den ich sehr schätze und
der selbst Muslim ist. Lesenswert.
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Die Mullahs am
Rhein
von Rolf Stolz
336 Seiten - Herbig
Erscheinungsdatum: März
2005
ISBN: 377662423X
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Kurzbeschreibung Amazon
Völlig überarbeitete Neuausgabe
Seit dem 11. September 2001 weiß die Welt um die Bedrohung durch den
islamischen Fundamentalismus. Hinter der Radikalisierung des Islams
stehen die politischen Anführer und Ideologen des Islamismus, die
“Mullahs”. Europa hat für sie geostrategische Bedeutung: Mit den
hier in einer Parallelgesellschaft lebenden Muslimen wollen sie
einen Brückenkopf für die Islamisierung Europas aufbauen. In seiner
schonungslosen Analyse zeigt der Autor auf, wie gefährdet unsere
Demokratie ist, und weist Wege zu einer Selbstfindung und geistigen
Selbstverteidigung Europas
Meine Meinung:
Kling recht neutral diese Kurzbeschreibung, aber der Buch ist doch
dann recht starker und ultrakonservativer Tobak, der schon fast in
das polemische Übergeleitet. Nationale Selbstbesinnung ja - aber
nicht in dieser Form. Trotzdem lesenswert - der Leser sollte sich
auch mit dieser Seite des Journalismus befassen.
siehe auch:
http://www.antifaschistische-nachrichten.de/1998/25/002.htm.php
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Das Kreuz mit den Werten Über deutsche und
türkische Leitkulturen
von Jürgen Gottschlich, Dilek Zaptcioglu
Edition Körber Stiftung
Erscheinungsdatum: Oktober 2005
Auflage: 1
ISBN: 3896840592
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Verlagstext:
Die Deutschen sind freudlos, kinderfeindlich und
leben nur fürs Arbeiten. Die Türken sind rückständig, autoritär und
wollen sich nicht integrieren. Hinter diesen Vorurteilen stehen
unterschiedliche Wertvorstellungen. Mit ihnen und ihrem Wandel
befasst sich Das Kreuz mit den Werten in einer Mischung aus Analyse
und persönlichem Bericht.
Ob in Fadimes »Frauenpower auf Türkisch« oder in Peter Heinsteins
Erfahrungsbericht über seine Tätigkeit als Leiter des Mercedes-Werks
in Aksaray – es zeigen sich Differenzen, aber auch überraschende
Übereinstimmungen. In polarisierenden Diskussionen wie der Frage der
türkischen Zugehörigkeit zur EU fehlen diese Gemeinsamkeiten.
Mit den Beiträgen dieses Bandes vermitteln die Autoren Dilek
Zaptçıoğlu und Jürgen Gottschlich eine differenziertere Sichtweise.
Als deutsch-türkisches Paar kennen sie das Spannungsfeld zwischen
den Werten beider Gesellschaften, und liefern Hintergrundwissen und
neue Impulse, die zu einem vertiefenden Dialog einladen.
Meine Meinung. Die Wertedebatte wird neu belebt. Ein Buch, das
zum besseren Verständnis der Kulturen beitragen kann.
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Muslime im säkularen
Rechtsstaat. Integrationschancen durch Religionsfreiheit
von Heiner Bielefeldt
Transcript; Auflage: 1 (März 2003)
ISBN: 3899421302
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Amazon:
In der Auseinandersetzung um
die Präsenz des Islams in Deutschland und anderen europäischen
Ländern steht immer auch die Frage zur Debatte, wie Muslime sich zum
säkularen Staat verhalten. Auf der Grundlage der Religionsfreiheit
rekonstruiert der Autor zunächst einen freiheitlichen Begriff von
rechtsstaatlicher Säkularität. Anschließend diskutiert er
verschiedene muslimische Positionen gegenüber dem säkularen Staat,
die von kämpferischer Distanzierung über pragmatische Arrangements
in der Diaspora bis hin zu theologisch begründeten
Säkularisierungsforderungen reichen. Zu den aktuellen Themen, die
der Band aufgreift, gehören die Frage, inwieweit Muslime im Rahmen
des Grundgesetzes nach der Scharia leben können, sowie die
Kontroverse um den islamischen Religionsunterricht.
Meine Meinung:
Sehr spezielle Materie. In erster Linie wendet sich das Buch an ein
Fachpublikum. Das Buch hat zwar nichts an seiner Aktualität
verloren, jedoch zum Thema "Muslime im Rechtsstaat" gibst es besser
lesbare Bücher, ohne den relativ großen theoretischen Überbau.
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Islam in Sicht. Der Auftritt von Muslimen im
öffentlichen Raum
von Nilüfer Göle
Transcript; Auflage: 1 (September 2004)
ISBN: 3899422376
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Süddeutsche Zeitung, 17.05.2005
Karriere plus Kopftuch
Wie allmählich ein emanzipierter Islamismus entsteht
Kopftuch und Verschleierung – sie gelten in den westlichen Ländern,
aber auch im säkularen türkischen Staat als Signal der Vormoderne,
als Zeichen der Unterordnung der Frau, als Synonym für das
Verschwinden des weiblichen Körpers aus der Öffentlichkeit. Wenn
aber durch Verhüllung ein Anderssein demonstriert und ein Zeichen
entschlossenen Selbstbehauptungswillens gesetzt werden soll, dann
wird dieses scheinbare Paradox zu Politik. Die Kopftuchträgerin
hätte dann ausgerechnet mit dem Tragen traditioneller Kopfbedeckung
das muslimische Gebot weiblicher Unsichtbarkeit im öffentlichen Raum
verletzt. Eine Tradition, die wie gottgegeben befolgt wurde, wäre
somit zu einer klaren Entscheidung und damit zur bewussten Annahme
einer neuen – islamistischen – Identität mutiert.
„Islam in Sicht“ ist ein aufregendes Buch, weil es darstellt, wie
Glaube und Moderne im Zeichen des Islamismus zusammenfinden können
und daraus etwas Neues entstehen kann, jenseits von Fundamentalismus
und Terrorismus. Der Westen habe die Muslime immer als „vormoderne
Subjekte“ betrachtet, ohne eigenes schöpferisches
Gestaltungspotenzial, so die Soziologie-Professorin Nilüfer Göle in
ihrer fulminanten Einleitung zu dem Sammelband, den sie und der
Islamwissenschaftler Ludwig Ammann veröffentlicht haben. Man
rechnete fest mit der allmählichen Verwandlung der Muslime in
säkulare Staatsbürger, die sich westlichen Werten anpassen würden.
Aber, „im Zeichen des Islamismus streben Muslime jetzt in modernen
politischen Umfeldern nach Handlungsmacht und begeben sich dabei in
Konflikt mit modernen staatsbürgerlichen Annahmen und Werten“. Das
westlich-pluralistische Modell, das universelle Geltung beansprucht,
wird dabei herausgefordert durch die eben nicht pluralistischen
Praktiken des Islam, der denselben weltweiten Anspruch erhebt.
Religion wird zum Rahmen persönlicher Selbstfindung und kollektiver
Orientierung. Ein Prozess läuft da ab, wie ihn die
Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen in den USA oder die
Frauenbewegung im Westen auch durchlaufen haben: Was die
Mehrheitsgesellschaft als Stigma wahrnimmt, wird zum Signal eines
trotzigen Selbstbewusstseins. Etwa wenn eine Abgeordnete im
türkischen Parlament dem Verbot zuwider selbstbewusst mit Kopftuch
auftritt und damit einen Sturm der Entrüstung entfacht. Oder wenn
türkischstämmige Lehrerinnen in Frankreich oder Deutschland
erhobenen Hauptes im Klassenzimmer mit Kopftuch erscheinen. Diese
jungen, gut ausgebildeten Frauen wollen mit ihrem Anspruch „Karriere
plus Kopftuch“ Respekt und Anerkennung finden, und diese sollen
gleichermaßen ihr Anders- wie ihr Gleichsein einschließen (Sigrid
Nökel).
So ist das auch in Istanbul, wo junge islamistische Frauen und
Männer gemeinsam die alte Tradition der Kaffeehäuser als
öffentlichen Raum wieder entdecken (Ugur Kömecoglu); in den
französischen Vorstädten, wo arbeitslose junge Männer durch die
islamistische Tabliq-Bewegung aus der Verwahrlosung der Banlieues
zum Glauben (zurück)geführt werden und darüber hinaus zu Disziplin
und Selbstbewusstsein (Moussa Khedimellah); im Hamburger
Arbeitervorort Wilhelmsburg, wo die Religion einen Bezugspunkt
bietet, durch den junge Muslime eine Gemeinschaft finden, die sie
unabhängig macht von „den schönen Autos und dem ganzen westlichen
Luxus“, die für sie unerreichbar sind (Nikola Tietze).
Ganz anders ist der Ausgangspunkt in Iran. Wieder geht es um die
Eroberung des öffentlichen Raums durch junge gebildete Eliten.
Anders als in der Türkei aber, wo junge Islamisten sich auf einem
eigenen Weg zwischen Unterwerfung unter die westliche Moderne und
ihrer fundamentalistischen Bekämpfung behaupten wollen, geht es im
Land der Mullah-Herrschaft um die Zurückdrängung autoritärer
islamistischer Kontrolle über die öffentliche wie private Sphäre.
Und die Prognose? Möglich, dass eine muslimische Frauenbewegung auf
den Plan tritt, die die Grenze zwischen männlich zugeordneter
Öffentlichkeit und weiblich zugeordneter Privatheit neu definiert.
Möglich auch, dass sich auch im säkularen Europa Glaube und Religion
zu einer zentralen Fragestellung neu verdichten. Steht nicht nur die
Türkei, sondern auch Europa vor einem geistigen Umbruch? „Islam in
Sicht“ zeigt, wie gebildete Muslime mit den Spannungen zwischen
Islam und Moderne umgehen. Modern sein, das hieß bislang fraglos:
westlich sein oder den Westen nachahmen. Die jungen islamistischen
Eliten suchen heute nach ihrem eigenen Projekt der Moderne.
ELISABETH KIDERLEN
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten –
Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
Meine Meinung: Durchaus zu
empfehlen. Durch die vielzahl der Artikel entsteht ein gute
Übersicht zu dieem Thema, wenn auch die Tendenz der Sichtweise zum
Islamismus oft zu "blauäugig" ist.
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Der Moslem-TÜV: Deutschland, einig Fatihland
Fatih Cevikkollu , Sheila Mysorekar
Rowohlt, Reinbek; Auflage: 2., Aufl. (6. Oktober 2008)
ISBN-10: 3498009389
ISBN-13: 978-3498009380
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Aus der Amazon.de-Redaktion
"Gestern noch Kümmeltürke, heute schon
Topterrorist - ein steiler sozialer Aufstieg,
aber immer schön am Rand entlang." Diesen
erstaunlichen Imagewechsel hat Fatih Çevikollu,
geboren in Köln-Nippes als Sohn türkischer
Einwohner, selbst miterlebt. Die alltäglichen
Begebenheiten und haarsträubenden Fantasien aus
der Parallelgesellschaft präsentiert er hier:
engagiert, provokant und hochkomisch.
In Deutschland herrsche Angst - vor dem
Moslem. Das "ultimative Sicherheitsrisiko"
stelle er heute in der Wahrnehmung der
Mehrheitsdeutschen dar. Was irrational beginnt,
habe ganz konkrete Folgen für diejenigen, auf
die die Paranoia projiziert wird. Und so ist der
Moslem-TÜV, der "Gesinnungstest", den sich die
Baden-Württembergische Landesregierung für
Muslime, die die deutsche Staatsbürgerschaft
beantragen, ausgedacht hat, eine geradezu
natürliche Konsequenz. Çevikollu verfällt
deswegen nicht in einen betroffenen Anklageton,
sondern denkt einfach nur zu Ende, was mit dem "Moslem-TÜV"
begonnen hat.
Wunderbar grotesk wird es etwa, wenn Onkel
Hassan in die Tourismus-Branche einsteigen will
und für Berlin-Besucher Kiez-Schlägereien und
Auftritte einer Hobby-Hisbollah inszeniert.
Anschließend wird der allzu integrationswillige
"Neubürger" Umesh auf einer Wandertour durch die
östlichen Bundesländer geschickt, wo er das
Schäuble-Diktum von der "mobilisierenden,
motivierenden, emotionalen und
identitätsstiftenden" Einbürgerung hautnah
erleben kann. Am Ende muss der Leser dann noch
erfahren, dass der Abstieg des 1. FC Köln in
Wahrheit ein Komplottt der Al-Qaida war...
Çevikkollu (Jahrgang 1972) hat zunächst eine
grundsolide Ausbildung an der Hochschule für
Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin
absolviert. 2001-2004 war er festes Mitglied im
Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. Seit
2005 tritt er mit "Fatihland" auf. Von der "Welt
am Sonntag" wurde er als "Hoffnungsträger der
deutschen Comedy-Szene" bezeichnet.
Çevikollu hat mit seinem komischen Talent,
dem Stand-up-Sprachwitz und dem besonderen Blick
für die Irrungen und Wirrungen rund um das Thema
"Fatihland" ein großartiges Buch verfasst. Über
die Gags und Anekdoten muss man ebenso lachen -
wie man sie ernst nehmen sollte. --Carsten
Hansen, Literaturtest
Kurzbeschreibung
Ist Kofferbomber Ihr Traumberuf? Sind 72
Jungfrauen im Himmel wirklich so verlockend,
wenn man im Bett doch eher auf Profis steht? Und
haben Sie schon mal ein Picknick in der
Parallelgesellschaft gemacht? Mit Witz und
Ironie nähert sich der Schauspieler und
Kabarettist Fatih Cevikkollu zusammen mit der
Journalistin Sheila Mysorekar diesen und anderen
Fragen. Augenzwinkernd betrachtet er die
politische Diskussion um Integration und
Terrorismus. "Der Moslem-TÜV" ist deutsche
Heimatkunde einmal anders: Die schönsten
Wanderwege durch No-go-Areas werden beschrieben.
Beten in einer katholikenkompatiblen Moschee
wird schmackhaft gemacht und die ultimative
Verschwörung aufgedeckt: al-Qaida unterwandert
die Bundesliga! Fatih Cevikkollu widmet sich
intelligent und humorvoll den Reibungspunkten
zwischen In-, Um- und Ausländern in Deutschland
und nimmt die Absurditäten des alltäglichen
Zusammenlebens unter die Lupe.
Meine Meinung: Hintergründig und
witzig. Hat mir sehr gut gefallen.
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Koran
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Hartmut Bobzin
Der Koran. Eine
Einführung
C.H. Beck, 2. Auflage, München 2000 |
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| Exzellente, kurze und
prägnante Einführung in das heilige Buch der Muslims. Ich kann dies
Buch jedem Empfehlen, der sich kurz, aber kompetent informieren
möchte. |
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Tilman Nagel
Der Koran. Einführung,
Texte, Erläuterungen
C.H. Beck, München 1998 |
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| Wem die Einführung von H.
Bozin zu kurz ist, und nicht genug in die Tiefe geht dem kann ich
dies Buch ans Herz legen .... |
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Rudi Paret
Der
Koran, Gesamtausgabe.
Kohlhammer
Erscheinungsdatum: April 2004
ISBN:
3170183281 |
|
| Die Koranübersetzung ist sehr
gut (ich meine mit das Beste..) und die Kommentare zum Inhalt stehen
außer Konkurrenz. Wer sich mit dem Koran wirklich befasst wird um
dieses Buch nicht herumkommen. |
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Rudi Paret
Der Koran, Kommentar und Konkordanz.
Kohlhammer
Erscheinungsdatum: Oktober 2001
ISBN: 3170173634
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| Die Koranübersetzung ist sehr
gut (ich meine mit das Beste..) und die Kommentare zum Inhalt stehen
außer Konkurrenz. Wer sich mit dem Koran wirklich befasst wird um
dieses Buch nicht herumkommen. |
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Christoph Luxenberg
Die Syro-Aramäische Lesart des
Koran
Schiler Verlag
Erscheinungsdatum: 2004
ISBN: 3860932748 |
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Sehr kontrovers und keine
"Einsteigerlektüre" .........
Rezensionen - Neue Zürcher Zeitung vom 03.02.2001
Die Studie hakt dort ein, wo es dunkel wird. Und für Mona Naggar schafft sie
auch etwas Licht. Dann nämlich, wenn der Autor mit seiner
Dreischritt-Methode, die die Rezensentin uns auseinandersetzt, zu einer
Korrektur der einen oder andren Lesart der Konsonantenstämme oder zur
Erklärung "einiger grammatikalischer und orthographischer
Absonderlichkeiten" im koranischen Text gelangt und damit an das Dogma von
der Reinheit der koranischen Sprache rührt. Gar spektakulär findet Naggar
die hier vorgeschlagene neue Lesart zweier Verse in Sure 44 und 52. Und
wirklich, dass der Autor die den Seligen versprochenen "Paradiesjungfrauen"
an dieser Stelle kurzerhand durch "Weintrauben" ersetzt, erscheint auch uns
mindestens bedenkenswert.
Rezensionen - Frankfurter
Allgemeine Zeitung vom 13.11.2002
Nicht wenige moslemische Gelehrte, die sich an eine wissenschaftliche
Auslegung des Korans gewagt haben, mussten ihre Studien mit dem Leben
bezahlen. Kein Wunder, meint daher Rezesent Wolfgang Günter Lerch, dass auch
der deutsche Semitist und Autor des Buches "Die syro-aramäische Lesart des
Koran" nur unter dem Pseudonym Christoph Luxenberg veröffentlicht. Luxenberg
untersuche den Koran streng sprachwissenschaftlich und lege damit eine
"Lunte an religiöses Dynamit". Doch die Ergebnisse der Arbeit scheinen Lerch
weitgehend überzeugend: Luxenberg entschlüssele die vielen christlichen und
syrischen Elemente, die im Koran ihren sprachlichen Niederschlag gefunden
haben, schließlich sei zur Entsehungszeit des Koran das Aramäische im
Vorderen Orient wesentlich verbreiteter gewesen als das Hocharabisch. Als
besonders brisantes Beispiel der Luxenbergschen Textkritik führt der
durchaus beeindruckte Rezensent die legendären "Huris" an, die im
Hocharabisch zu den "großäugigen Jungfrauen" wurden, die bekanntlich auf die
Seligen im Paradies warten. Vom aramäischen Wortstamm ausgehend, glaubt
Luxenberg vielmehr, dass es sich dabei um "perlengleiche Weintrauben"
handelt.
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Der Fuchs und die süßen Trauben
des Paradieses
Wieviel Philologie verträgt der rechte muslimische Glaube? Ein Gespräch
mit dem Islamwissenschaftler und Koranübersetzer Christoph Luxenberg
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In vielen arabischen Ländern müssen liberale Interpreten des Korans um
ihr Leben fürchten. Faruq Foda, ein ägyptischer Gelehrter, wurde auf
offener Straße erschossen, und Professor Suliman Basheer wurde von
seinen Studenten an der Universität Nablus aus dem Fenster geworfen.
Gerechtfertigt werden diese Taten mit dem Vorwurf der Verunglimpfung des
Korans, der Infragestellung des unantastbaren Wortes Gottes. Nun hat
Christoph Luxenberg, ein deutscher Spezialist für Semitische und
Arabische Sprachen, den Koran unter Berücksichtigung sprachhistorischer
Aspekte neu übersetzt. Er hat im Koran zahlreiche und wesentliche
„Fehldeutungen und Fehllesungen“ entdeckt. Von seinem Buch, „Die
Syro-Aramäische Leseart des Korans“, erscheint im März eine zweite,
erweiterte und überarbeitete Fassung. In Internet-Foren beklagen viele
Muslime, dass Luxenberg ihnen das „Heiligste“ ihres Glaubens nehmen
wolle. In akademischen Kreisen hingegen wurde Christoph Luxenbergs
„Lesart des Korans“ interessiert aufgenommen.
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SZ: Der Koran, das heilige Buch des Islams, ist knapp 1400 Jahre alt und
zählt zum Kulturerbe der Menschheit. Er wurde in unzählige Sprachen
übersetzt, auch im Deutschen gibt es verschiedene Versionen. schon
Goethe las in einer Übersetzung. Warum braucht man heute eine neue
„Lesart“ des Korans?
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Luxenberg: Weil das Rätselraten um ein plausibles Verständnis der
Koransprache so alt ist wie der Koran selbst. Auch die frühesten
arabischen Korankommentatoren mussten häufig ihre Ratlosigkeit
eingestehen.
SZ: Wieso Ratlosigkeit? In der arabischen Welt
gilt der Koran doch als das Buch der absoluten Weisheit.
Luxenberg: Im Koran gibt es zahlreiche „dunkle Stellen“, die sich auch
die frühen arabischen Korankommentatoren nicht erklären konnten. Von
diesen Passagen hieß es, Gott allein würde sie verstehen. Für die
westliche Koranforschung, die erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts
richtig einsetzte, bildeten die arabischen Korankommentare die
Grundlage. Über einzelne etymologisch erklärte Fremdwörter im Koran ist
aber auch sie nicht hinausgekommen.
SZ: Sie behaupten nun,
diese sogenannten „dunkeln Stellen“, die bisher niemand verstehen
konnte, richtig übersetzen und interpretieren zu können. Was haben Sie
anders gemacht als ihre zahlreichen Vorgänger?
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Luxenberg: Mir kam die Idee, dass die Koransprache sprachhistorisch zu
betrachten sei. Da Arabisch vor dem Koran noch keine Schriftsprache war,
lag es nahe, dass das Aramäische, das bis dahin als Schriftsprache
gedient hatte und die Lingua franca im westasiatischen Raum gewesen war
(4. bis 7. Jh. n. Chr.), im besonderen Masse zu berücksichtigen sei. Ich
habe deshalb vor etwa zehn Jahren angefangen, den Koran unter diesem
speziellen Gesichtspunkt zu lesen.
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SZ: Wie soll man sich dieses „Lesen“ vorstellen?
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Luxenberg: Ich habe den Koran erstmals „synchron“ gelesen, d. h. unter
gleichzeitiger Berücksichtigung der aramäischen und arabischen Sprache.
Dabei habe ich herausgefunden, dass das Aramäische in bisher ungeahntem
Masse die Grundlage der Koransprache bildet, und dass vieles von dem,
was man heute für „Klassisch-Arabisch“ hält, dem Aramäischen entlehnt
ist.
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SZ: Was ist dann mit der bisher gültigen Annahme, der Koran sei das
erste in arabischer Sprache verfasste Buch?
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Luxenberg: Der Koran ist nach islamischer Tradition im 7. Jahrhundert
entstanden, während die eigentliche arabische Literatur frühestens mit
der „Biografie des Propheten“ Mohammeds von Ibn Hischam (gest. 828)
einsetzte. Wir dürfen deshalb annehmen, dass die nachkoranische,
arabische Literatur erst nach al-Khalil b. Ahmad (gest. 786), dem
Begründer der arabischen Lexikographie (kitab al-ayn), und nach Sibawayh
(gest. 796), dem Begründer der klassisch-arabischen Grammatik,
sukzessive entstanden ist. Nehmen wir das Todesjahr des Propheten
Mohammeds (632) als Abschluss des Korans an, dann ergibt sich eine Lücke
von rund 150 Jahren ohne nennenswerte arabische Literatur.
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SZ: Sie wollen damit sagen, dass es zur Zeit des Propheten Mohammeds das
Arabische als normierte Schriftsprache noch nicht gegeben hat. Wer soll
dann, 150 Jahre vor der Kodifizierung der arabischen Sprache, in der
Lage gewesen sein, den Koran zu verfassen?
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Luxenberg: Sehen Sie, zu dieser Zeit gab es noch keine arabischen
Schulen, es sei denn in den christlichen Zentren von al-Anbar und
al-Hira in Südmesopotamien, dem heutigen Irak. Diese Araber waren aber
von den christlichen Syrern, deren liturgische Sprache das
Syro-Aramäische war und ist, christianisiert und gebildet worden.
Syro-Aramäisch war deren Bildungs- und Schriftsprache.
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SZ: Und welchen Bezug hat Ihrer Meinung nach diese „Bildungs- und
Schriftsprache“ zur Entstehung des Korans?
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Luxenberg: Die christlichen Syrer trugen seit dem 3. Jahrhundert ihre
christliche Mission nicht nur in Nachbarländern, wie Armenien und
Persien. Sie brachten sie auch in so ferne Gegenden wie an die Grenzen
Chinas, an die Westküste Indiens, wo heute noch die sogenannten
„Thomas-Christen“ die syrische Liturgie haben, und ferner auch über die
arabische Halbinsel, in den Jemen und von dort aus bis nach Äthiopien.
Man kann sich gut vorstellen, dass sie sich mitunter der Beduinensprache
bedienten, um den Arabern ihre christliche Botschaft zu verkünden. Diese
Botschaft konnte nur eine Mischsprache sein. Zu einer Zeit, da das
Arabische aus einzelnen unterschiedlichen Dialekten bestand und über
keine normierte Schriftsprache verfügte, mussten die Missionare aus
ihrer syro-aramäischen Kult- und Kultursprache schöpfen. So ist die
Koransprache als arabische, oder vielmehr als aramäisch-arabische
Schriftsprache entstanden.
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SZ: Für die Koranforschung bedeutet das, wer bei seiner Arbeit das
Syro-Aramäisch nicht berücksichtigt, kann keine richtige Übersetzung und
Interpretation des Korans vollbringen?
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Luxenberg: Ja, der Koranforscher muss sich vorwiegend in der Grammatik
und Literatur des Syro-Aramäischen zur Zeit der Entstehung des Korans
(7. Jh.) auskennen. Dazu selbstverständlich auch in der nachkoranischen
Grammatik, um Missdeutungen zu erkennen, die durch nachträgliche
Fehllesungen der frühen arabischen Schrift bedingt sind.
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SZ: Sie spielen damit auf die sogenannten „diakritischen Punkte“ an, die
heute in der arabischen Sprache der Gegenwart die mehrdeutigen
Buchstaben genau bestimmen, und die es aber zur Zeit des Korans nicht
gegeben hat?
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Luxenberg: Ja, die frühe arabische Schrift hatte den Nachteil, dass
ursprünglich nur 15 Zeichen das heute 28 Phoneme zählende arabische
Alphabet zu vertreten hatten. Von diesen Zeichen waren nur 6 Buchstaben
eindeutig; von den übrigen 9 waren 7 Zeichen zweideutig, 1 Zeichen
dreideutig und ein weiteres sogar fünfdeutig. Die späteren arabischen
Philologen haben diese Schriftzeichen nach und nach durch Einführung
eines Punktesystems, diakritische Punkte genannt, eindeutig gemacht.
Nach diesem Punktesystem ist die heute für alle Muslime als kanonisch
geltende Kairiner Koranausgabe festgelegt. Dass aber beim nachträglichen
Setzen dieser Punkte Fehler unterlaufen konnten, leuchtet auch einem
heute gebildeten Araber ein, dem der Text nicht geläufig ist.
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SZ: Kleine Fehler wird ein gläubiger Moslem vielleicht noch zugestehen,
aber große Bedeutungsunterschiede sicherlich nicht.
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Luxenberg: Nach islamischer Tradition heißt es, dass die nachträgliche
Festlegung des Korantextes durch eine auf den Propheten Mohammed
zurückgehende, ununterbrochene mündliche Überlieferung gesichert sei.
Dem widerspricht aber das Ergebnis der philologischen Analyse, die an
zahlreichen Stellen Fehlbelegungen der ursprünglichen Grundschrift
nachgewiesen hat. Zu diesen Fehlbelegungen durch falsch gesetzte Punkte
kommen noch Fehldeutungen durch arabisch missverstandene Ausdrücke, wie
auch durch arabische Ausdrücke, die semantisch nur durch Rückübersetzen
ins Syro-Aramäische zu erschließen sind.
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SZ: Wie ist denn das Verhältnis von Syro-Aramäisch und Arabisch?
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Luxenberg: Man könnte das Verhältnis beider Sprachen etwa mit Deutsch
und Holländisch vergleichen, es gibt gemeinsame Wurzeln, aber große
semantische Unterschiede. Nehmen wir das Verb „bellen“, das auf
Holländisch klingeln bedeutet. „Bitte dreimal bellen“, würde kein
Deutscher an die Tür schreiben.
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SZ: Nun zu den Fehllesungen und Fehldeutungen, die Sie „unzählige Male
die Hände über den Kopf zusammenschlagen“ ließen. Ein plakatives
Beispiel sind die wundersamen Jungfrauen, die den islamischen
Selbstmordattentätern im Paradies angeblich versprochen werden..
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Luxenberg: Ja, die berühmten „Huris“ oder Paradiesjungfrauen, die sich
die arabischen Korankommentatoren nicht anders erklären konnten.
Syro-aramäisch verstanden, bezeichnen die koranischen Ausdrücke „weiße
Weintrauben“, als symbolische Ausstattung des christlichen Paradieses in
Anlehnung an das Abendmahl des Evangeliums. Das Gleiche gilt von den als
„Knaben bzw. Jünglinge des Paradieses“ missdeuteten koranischen
Ausdrücken, die syro-aramäisch die gleichen Weintrauben bezeichnen, die
der Koran übrigens mit „Perlen“ vergleicht. Bei den gründlichen
Missdeutungen, gerade bei den christlichen Symbolen des Paradieses, war
sicherlich das männliche Element bei den arabischen Korankommentatoren
ausschlaggebend.
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SZ: Das „männliche Element“ ist eine gute Überleitung zum Thema
„Kopftuch“, das zur Zeit heftig diskutiert wird und das der Koran den
Frauen angeblich vorschreibt. Wie verhält es sich damit?
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Luxenberg: In einer Passage in Sure 24 Vers 31 heißt es arabisch
verstanden: „Sie sollen sich ihre ,Chumur‘ auf ihre Taschen schlagen!“
Diese unverständliche Passage wurde dann so interpretiert: „Sie sollen
ihre Kopftücher über ihre Brüste ziehen“. Syro-aramäisch ist es aber so
zu verstehen: „Sie sollen sich ihre Gürtel um die Lenden (ihre Taille)
schnallen“.
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SZ: Das Kopftuch ist in Wirklichkeit also ein Keuschheitsgürtel?
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Luxenberg: Nicht ganz. Der Gürtel ist ein Symbol für Keuschheit, wie er
auch in der christlichen Religion üblich ist. Auch Maria trägt einen
„Gürtel um die Lenden“. In der syrischen Version des Abendmahls heißt es
auch, dass Christus sich einen Schurz „über die Lenden
schlug“(Aramäisch), um die Füße seiner Jünger zu waschen.
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SZ: Offensichtlich gibt es zahlreiche Parallelen zum christlichen
Glauben. In Sure 97 haben Sie „Weihnachten“ im Koran gefunden, in der
berühmten Mariensure wird in Ihrer Übersetzung die „ Niederkunft“ Marias
durch den „Herrn legitim gemacht“, und obendrein soll es Aufforderungen
zum Gottesdienst, zur Messe geben. Ist der Koran nichts anderes als eine
arabische Version der Bibel?
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Luxenberg: Eigentlich ist der Koran ein syro-aramäisches liturgisches
Buch mit Auszügen aus der Schrift zur Verwendung im christlichen
Gottesdienst. Das konnten Hymnen sein mit entsprechenden Inhalten, wie
sie uns im Koran begegnen. In einer zweiten Phase ist der Beginn einer
Predigt im Koran festzustellen, die zur Aufgabe hatte, den heidnischen
Mekkanern den Glauben der Schrift in arabischer Sprache zu vermitteln.
Der sozio-politische Teil, der mit dem ursprünglichen Koran wenig zu tun
hat, wurde später in Medina hinzugefügt. Der Koran war von Anfang an
nicht als Grundlage einer neuen Religion gedacht. Er setzt vielmehr den
Glauben an die Schrift voraus und hat insoweit nur eine arabische
Vermittlerrolle.
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SZ: Für viele gläubige Moslems, die den Koran als das einzig wahre,
heilige Buch ansehen, werden diese Ergebnisse ein Art blasphemischer
Schock sein. Wie waren denn die bisherigen Reaktionen?
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Luxenberg: In Pakistan wurde die Ausgabe der Zeitschrift Newsweek mit
einem Artikel über meine Arbeit verboten. Sonst muss ich sagen, dass ich
bei meinen bisherigen Begegnungen mit Muslimen keinerlei Anfeindungen
erfahren habe. Im Gegenteil: Sie bekundeten Respekt für das Bemühen
eines Nichtmoslems um das sachliche Verständnis ihrer Heiligen Schrift.
Blasphemie wird es nur für solche sein, die sich lieber an das falsch
gedeutete Wort Gottes halten wollen. Im Koran steht aber: „Wen Gott
irreführt, den wird auch keiner rechtleiten können“.
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SZ: Aber was ist mit islamischen Staaten wie Saudi-Arabien oder dem
Iran, denen sie mehr oder weniger den religiösen Boden unter den Füßen
weg ziehen?
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Luxenberg: Dies muss nicht unbedingt sein, wenn diese Staaten gewillt
sind, den Koran so zu verstehen, wie er objektiv verstanden sein will.
Islamische Staaten hätten es vielmehr in der Hand, das neue Verständnis
des Korans sinnvoll umzusetzen.
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SZ: Befürchten Sie nicht, dass es Ihnen wie Salam Rushdie gehen könnte,
gegen den eine Fatwa ausgesprochen und der zum Tode verurteilt wurde?
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Luxenberg: Eine Fatwa habe ich nicht zu befürchten, weil ich kein Moslem
bin. Außerdem geht es hier ja nicht um eine Verunglimpfung des Korans.
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SZ: Sie haben sich dennoch ein Pseudonym zugelegt?
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Luxenberg: Das Pseudonym habe ich mir auf Anraten muslimischer Freunde
zugelegt, weil diese meinten, dass aufgebrachte Fundamentalisten einer
Fatwa nicht bedürften, um auf eigene Faust tätig zu werden.
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Interview: Alfred Hackensberger
Quelle: SZ vom 24.02.2004
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Christoph Burgmer (Hg.)
Streit um den Koran
Die Luxenberg-Debate: Standpunkte und
Hintergründe
Schiler Verlag
Erscheinungsdatum: September 2004
ISBN:
389930067X
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Verlagstext des Hans Schiller
Verlages
Was hat es auf sich mit der "Syro-Aramäischen
Lesart des Koran"? Die Autoren dieses Buches bieten dem am Islam
interessierten Leser einen leicht nachvollziehbaren Überblick über
die Grundlagen des Koran, seine Entstehungsgeschichte und über die
besonderen Schwierigkeiten, die mit seiner Lesung verbunden sind
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Der Koran.
Erschlossen und kommentiert
Adel Th. Khoury
Patmos
Erscheinungsdatum: September 2005
Auflage: 2., Aufl.
ISBN: 3491724856
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Rezensionen Amazon:
Über 1 Milliarde Muslime sehen im arabisch verfassten Koran die
Offenbarung Gottes, das Wort Gottes, das ewig ist wie er selbst.
Adel Theodor Khoury erschließt auf der Grundlage seiner bekannten
Übersetzung die religiöse Welt des Korans und stellt die dynamischen
Grundlinien des Islams vor. Dabei geht es um die Glaubenslehren, die
gesetzlichen Vorschriften, die Erzählungen sowie nicht ausdrücklich
erwähnte Hintergründe des Korans. Die zu Schlüsselthemen des Korans
zusammengestellten Zitate erfahren im Hauptfeld der Buchseite eine
ausführliche Kommentierung. Diese berücksichtigt auch die Tradition
der muslimischen Auslegung. Der Koran betont, dass er die Tora des
Mose und das Evangelium Jesu bestätigt. Deshalb werden die
Parallelen zwischen Koran und Texten aus der jüdischen und
christlichen Bibel angezeigt und wiedergegeben. Zugleich wird
deutlich, wo es Gemeinsamkeiten der drei Religionen gibt und wo ihre
Lehren auseinander gehen. Ferner begegnen in einer Randspalte
zusätzliche Informationen und auch kritische Äußerungen von Muslimen
und Nicht-Muslimen. Zahlreiche Abbildungen dienen der
Anschaulichkeit und helfen zu vertieftem Verständnis und zur
weiteren Auseinandersetzung.
Der Verlag über das Buch
Die einzigartige Koranerschließung informiert grundlegend über die
Entstehung des dem Propheten Muhammad geoffenbarten Buches, über
seinen Stellenwert im Islam und die Probleme seiner Auslegung. Der
Band stellt die zentralen Inhalte und Schlüsselthemen des Korans in
Verbindung mit der Kommentierung ausgewählter Verse dar. Dabei sind
die Parallelen der biblischen Überlieferung ebenso aufgenommen wie
aktuelle Fragen zum Islam und zum Miteinander der monotheistischen
Religionen.
Für Kenner wie für Neugierige, die die Heilige Schrift der
zweitgrößten Weltreligion und zugleich ein Buch der Menschheit
verstehen wollen, bietet das Werk klare und aspektreiche
Orientierung.
Über den Autor
Adel Theodor Khoury, geboren 1930, Dr. theol., war bis 1993
Professor für Religionswissenschaft an der Katholisch-Theologischen
Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er hat
neben seiner Übersetzung des Korans einen vielbändigen Kommentar zum
Koran verfasst. Er ist zudem einem breiten Publikum durch zahlreiche
Veröffentlichungen über den Islam bekannt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung,
25.11.2005, S. L18
Gute Ratschläge
FÜR DEN SICH auf das Weihnachtsfest freuenden, bibelfesten Christen
ist der Koran mitunter noch ein Buch mit sieben Siegeln. Das muß so
nicht bleiben. Für den denkenden Menschen gilt das Gebot
hermeneutischer Nächstenliebe: Du sollst deinen Nächsten ebenso zu
verstehen versuchen wie dich selbst. Adel Theodor Khoury, ehemals
Professor für Religionswissenschaft in Münster, hilft einem mit
seinen klugen Erläuterungen dabei, endlich zu verstehen, was eine
Milliarde Muslime längst verstanden haben: den Koran. Wer
Weihnachten lieber im Kreis seiner engeren Familie verbringt, kann
dort unter Anleitung von Donata Elschenbroich, die vor vier Jahren
den Bestseller "Das Weltwissen der Siebenjährigen" schrieb, sein
Kind als kleinen Experten bei der Naturerforschung entdecken lernen.
Dem Wissensdrang der Heranwachsenden kommt der berühmte Mediziner
und Buchautor Dieter Grönemeyer entgegen, indem er für Jung und Alt
eine Reise durch den menschlichen Körper unternimmt, der einem oft
noch große Rätsel aufgibt. Eltern finden hier Antworten auf Fragen,
die ihnen auch die Kleinen stellen, wenn sie Bauchweh haben oder
wissen wollen, was mit den Nudeln geschieht, die sie gerade
geschluckt haben.
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Meinr Meinung: Über den Koran zur Zeit das Beste, was es an
Literatur für den interessierten Laien gibt.
http://www.cathol.lu/article.php3?id_article=656
http://www.daserste.de/druckfrisch/thema_dyn~id,115~cm.asp
http://www.das-parlament.de/2006/07/DaspolitischeBuch/003.html
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Einzelprobleme / Einzeldarstellungen
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Pilgerfahrt nach Mekka
von Michaela M. Özelsel
Np
Buchverlag
Erscheinungsdatum: März 2005
ISBN: 3853263763
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Verlagestext Herder:
Als deutsche Frau im Herzen des
Islam. Michaela M. Özelsel schildert ihre Erfahrung der uralten
Rituale. Ihr faszinierender Bericht beschreibt auch eine Reise ins
eigene Innere - jenseits der Grenzen religiöser Tradition.
Meine Meinung: Ein
Selbsterfahrungsbericht, der ins spirituelle abdriftet. Ich
persönlich tu mich enorm schwer die Gefühle der Autorin zu teilen
und nachzuvollziehen. Interessant sind die Beschreibung der Details
der Pilgerfahrt - die unendliche Enge durch die Massen von Menschen,
die infrastrukturellen Probleme etc. Wahrscheinlich bin ich zu
pragmatisch in meinen Denkansätzen.
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Die Schiiten
Heinz
Halm
Beck
Erscheinungsdatum: Februar 2005
ISBN: 3406508588
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Rezensionen Amazon:
Der
schiitische Islam ist in letzter Zeit vor allem als politischer
Akteur ins Bewußtsein der Öffentlichkeit getreten, sei es im
Iran oder in jüngster Zeit im Irak. Heinz Halm beschreibt die
Glaubensvorstellungen der Schiiten und ihre mehr als 1300 Jahre
alte religiöse Tradition. Von hier aus macht er den Zusammenhang
zwischen der Religion der Schiiten und ihrem politischen
Anspruch in der Gegenwart deutlich.
Meine Meinung: Ein
kleiner Büchlein, das aber auf seinen 128 Seiten alles
wissenswerte über die schiitische Ausprägung des Islams
vermittelt. Die Ursprünge des schiitischen Islams werden
aufgezeigt, als auch die aktuelle politische Positionierung.
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Suraiya Faroqhi
Herrscher über Mekka - Die Geschichte der Pilgerfahrt
Taschenbuch - 350 Seiten - Artemis & Winkler
Erscheinungsdatum: 2000
ISBN: 3760812279 |
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Trotz der relativen (wissenschaftlichen) trockenen
Schreibweise sehr gut zu lesen und überaus fundiert geschrieben. Ein Buch,
das ich jedem empfehle, der sich in den Islam eingearbeitet und eingelesen
hat und mehr zu einem der Pfeiler des Islams erfahren möchte. |
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Herrscherinnen unter dem Halbmond
von Fatima Mernissi
Herder, Freiburg
Erscheinungsdatum: März 2004
ISBN: 3451054787
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dpa - DEUTSCHE PRESSEAGENTUR
Fatima Mernissi über mächtige Frauen im Islam
Freiburg
(dpa) - Frauen waren schon immer das Hauptthema der marokkanischen
Soziologin Fatima Mernissi. Mit ihrem Buch „Der politische Harem"
erlangte sie vor rund zehn Jahren weltweite Aufmerksamkeit, weil sie
als eine der ersten arabischen Wissenschaftlerinnen die Rolle der
Frau in der islamischen Gesellschaft analysierte. Das neueste Buch
der Professorin an der Universität Rabat, „Herrscherinnen unter dem
Halbmond - Die verdrängte Macht der Frauen im Islam", beschäftigt
sich mit politisch und gesellschaftlich einflussreichen Frauen, die
aber immer im Hintergrund, „hinter dem Schleier", geblieben sind. Es
ist eine überraschende Abhandlung über die Abläufe im sagenumwobenen
Harem und politische Entscheidungsprozesse, angereichert mit
ausführlichen Literaturhinweisen und einem Glossar. |
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Ein Elefant für Karl den Großen. Christentum und Islam im Mittelalter
von Richard Fletcher
208 Seiten - Primus Verlag
Erscheinungsdatum: März 2005
ISBN: 3896782673
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Verlagstext:
Wie
hat der Konflikt zwischen islamischer und westlicher Welt
angefangen? Wo liegen die Wurzeln dieser Konfrontation? Waren die
Gegensätze von Anfang an unüberwindbar?
Richard Fletcher zeigt
zunächst grundlegende Unterschiede und Gemeinsamkeiten von
Christentum und Islam auf und steckt den politischen Kontext zur
Zeit Mohammeds ab. Innerhalb weniger Jahrzehnte nach Mohammeds Tod
(632) gelingt es den muslimischen Sarazenen, sowohl entlang der
nordafrikanischen Küste weit vorzudringen als auch das persische
Reich zu zerschlagen. Die militärische Eroberung geht dabei zunächst
nicht mit einer zwangsweisen Missionierung einher. Die Eroberer
gestehen den Christen eine relative Religionsfreiheit zu. Sie
arbeiten mit ihnen im Rahmen der regionalen Verwaltung zusammen und
nutzen Strukturen, die sie vorfinden. Es entwickeln sich nicht nur
rege Handelsverbindungen, sondern auch ein kultureller Austausch und
diplomatische Kontakte - so schenkte etwa der legendäre
Abbasiden-Kalif Harun al Raschid als Zeichen seiner Wertschätzung
dem nicht minder legendären Karl dem Großen zur Kaiserkrönung einen
Elefanten, verbunden mit Privilegien für christliche
Jerusalem-Pilger.
Wie kommt es angesichts dieser durchaus
friedlichen Koexistenz zu den gegenseitigen Feindbildern? Wie
durchdringen sich in der Folge gegenläufige Machtpolitik und
religiöse Motive?
Richard Fletcher beschreibt die schwierige,
ungemein facettenreiche Beziehungsgeschichte von Christentum und
Islam, westlicher und islamischer Welt.
Christentum und
Islam: Eine 'Beziehungsgeschichte', die gerade angesichts der
aktuellen Frontstellung zwischen islamischer und westlicher Welt
brisanter denn je ist. Von Mohammed bis zur Reformation beleuchtet
Richard Fletcher in diesem Buch die Beziehungen zwischen beiden
Religionen und den von ihnen geprägten Kulturen.
Zum Autor:
Richard Fletcher, em. Professor für Mittelalterliche Geschichte an
der Universität York, hat mehrere Auszeichnungen erhalten, u.a. den
"Wolfson Award" und den "Los Angeles Times History Prize".
Meinen Meinung: Sehr lesenwertes Buch, das die Beziehungen
zwischen christlicher und islamischer Kultur beleuchtet und zwar zu
einer Zeit, die die Weichen für das heutige Verständnis der Kulturen
legte. Ein Verständnis der Geschichte erschwert das Verständnis der
heutigen Zusammenhänge. Lesenwert.
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Ich
klage an. Plädoyer für die Befreiung der muslimischen Frauen
von Ayaan Hirsi Ali
Broschiert - Piper
Erscheinungsdatum: Juni
2005
ISBN: 3492047939
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Rezensionen Amazon:
Aus der
Amazon.de Redaktion
Spätestens seit der bestialischen Hinrichtung
des islamkritischen Filmemachers Theo van Gogh, Ende 2004, ist für Ayaan
Hirsi Ali nichts mehr wie es war. Sie, die mit van Gogh zusammen
arbeitete, sei die nächste, so die Morddrohungen, die seitdem an der
Tagesordnung sind. Der Islam, so appelliert die studierte Somalierin,
brauche dringend eine Epoche der Aufklärung, einen ‚eigenen Voltaire‘.
Die 1969 geborene Ayaan Hirsi Ali hat einen langen und schmerzvollen Weg
hinter sich: Saudi- Arabien, Äthiopien und Kenia, dann Deutschland und
schließlich die Niederlande. Vor der Zwangsheirat geflohen, gilt sie
mittlerweile nicht nur als die wichtigste Kritikerin des Islams, sondern
auch als die ‚meist gefährdete Person der Niederlande.“ Ihr Buch ist ein
Auf- und Hilfeschrei, ein Appell, es bewegt sich zwischen tief
greifenden Emotionen und kühler Sachlichkeit, schwankt zwischen eigener
Trauer über erlittenen Schmerz und Kummer und der ehrlich empfundenen
Sehnsucht nach Frieden zwischen der islamischen und der westlichen Welt.
Fundierte Thesen, Anregungen fürs eigene Nachdenken und Betroffenheit
aufgrund persönlich- intimer Einblicke in ein vom Islam geprägtes junges
Leben
Es ist eine Perspektive zum ewigen Kampf der Kulturen und
Religionen, eine Stimme, sehr subjektiv gefärbt, sehr anschaulich, sehr
plakativ und deutlich. „Wir Muslime sind geneigt, universelle Werte wie
die Freiheit des einzelnen und die Gleichheit von Mann und Frau als
ausschließlich westliche Werte zu sehen. Das ist falsch.“ konstatiert
sie und fordert die muslimische Welt auf, „die Balance zwischen Religion
und Vernunft wiederherzustellen.“ Thesen und Forderungen, mit denen man
sich keine Freunde schafft.
Kritik aber auch an westlichen
Staaten und ihrer Integrationspolitik: „Wir verurteilen Polygamie,
Ehrenmord und Mißhandlung von Frauen...Dennoch diskutieren wir lieber
nicht über die kulturellen und religiösen Hintergründe dieser Mißstände
und Probleme.“ Ayaan Hirsi Alis Buch sollte nicht das einzige sein, um
zu einer fundierten Sichtweise des Problems zu gelangen, es ist aber
ganz sicher ein wesentlicher Beitrag. Hut ab vor ihrem Engagement,
Kompliment für ihren Kampf und ihren Mut, Verständnis für ungeduldige
Hoffnung auf baldige Veränderungen: „Ich möchte, dass es hier und jetzt
passiert“. --Barbara Wegmann
Kurzbeschreibung
Das Bild
schockte die Welt: Der tote Filmregisseur Theo van Gogh, dem sein Mörder
einen Drohbrief an die Brust geheftet hatte. Adressiert an Ayaan Hirsi
Ali – eigentlich hätte sie sterben sollen. Sie weiß, daß ihr Kampf für
die unterdrückten islamischen Frauen lebensgefährlich ist – aber sie
wird, wie dieses Buch beweist, nicht aufgeben. Denn sie weiß, wovon sie
redet: Der Zwangsheirat, die ihr Vater für sie arrangiert hatte, konnte
sie sich nur durch Flucht entziehen. Der Bruch mit ihrer Familie, ihren
Freunden, waren die unausweichliche Folge. Seitdem kämpft sie für ihre
Schicksalgenossinnen: damit sie nicht mehr nur »Söhnefabriken« sind, daß
sie studieren können, daß sie endlich selber bestimmen können, wie sie
leben wollen. Nach dem Attentat ist Ayaan Hirsi Ali von den
niederländischen Behörden außer Landes gebracht worden. In ihrem
Versteck schrieb sie den letzten Beitrag zu diesem Buch: Der Kampf muß
weitergehen. Deshalb kehrte sie jetzt zurück in die Öffentlichkeit. »Ich
werde weitermachen und ich muß auf harte Schläge gefaßt sein. Momentan
stürzen sich alle Medien auf mich: eine schwarze Frau, die den Islam
kritisiert. Aber der Tag wird kommen, wo es wieder Raum gibt für die
Sache, um die es geht: die Abhängigkeit der muslimischen Frauen und die
Tatsache, daß die Integration hauptsächlich wegen der frauenfeindlichen
Kultur und Religion des Islam gescheitert ist.«
Über den Autor
Ayaan Hirsi Ali, geboren 1969 in Somalia, floh 1992 in die Niederlande.
Sie ist Abgeordnete im niederländischen Parlament und Autorin
(»Submission«). Trotz ständiger Todesdrohungen islamistischer Fanatiker
kehrte die »meistgefährdete Person der Niederlande« Anfang 2005 aus
ihrem Versteck in die Öffentlichkeit zurück, um weiter für ihre Sache
einzutreten.
Auszug aus Ich klage an. Plädoyer für die
Befreiung der muslimischen Frauen von Ayaan Hirsi Ali. Copyright © 2005.
Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle
Rechte vorbehalten.
Muslimische Frauen, fordert Eure Rechte ein!
Ich wurde in Somalia geboren und wuchs in einer islamischen Familie auf.
Als muslimisches Mädchen wurde ich mit einem Cousin verheiratet und
sollte danach mein restliches Leben als Hausfrau und Mutter in Isolation
verbringen. Doch ich bin geflohen und in die Niederlande gekommen. Das
war vor zehn Jahren. In den Niederlanden konnte ich studieren und
arbeiten. Hier kann ich auch meine Meinung sagen. Doch diese Meinung
wird nicht immer verstanden. Oft werde ich gefragt, warum ich gerade den
Islam und die Stellung der Frauen im Islam so kritisiere. Mir wird
vorgeworfen, in meinen Äußerungen und Bemerkungen diese Religion zu
diskreditieren. Ich schaffe angeblich ein Bild, wonach alle muslimischen
Männer »dumme und gewalttätige Rüpel sind, die ihre Frauen
unterdrücken«. Weiter wird mir vorgeworfen, Populisten und Rassisten in
die Hände zu spielen. Man sagt, sie würden meine Äußerungen mißbrauchen,
um Muslime zu unterdrücken. So sehe ich mich genötigt zu erklären, warum
ich die Behandlung der Frauen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft
kritisiere. Vier Gründe gibt es für meine Kritik:
Mit meiner
Kenntnis des muslimischen Glaubens und meiner eigenen Erfahrung damit
kann ich hoffentlich zur Beendigung der menschenunwürdigen Behandlung
muslimischer Frauen und Mädchen beitragen. Ich bin fest von der
universellen Gültigkeit der Menschenrechte überzeugt. Als Mitglied des
Vorstands von Amnesty International erfüllt es mich mit Sorge, daß die
große Mehrheit muslimischer Frauen immer noch dem Dogma der
Jungfräulichkeit unterworfen wird. Es verlangt, daß Frauen völlig
unerfahren in die Ehe eintreten. Erfahrungen mit Liebe und Sexualität
vor der Ehe sind ein absolutes Tabu. Dieses Tabu gilt nicht für Männer.
Generell haben Männer und Frauen keineswegs gleiche Rechte und
Möglichkeiten innerhalb ihrer spezifisch muslimischen Kultur. Viele
Frauen haben einfach keine Möglichkeit, ihr Leben unabhängig oder nach
eigenem Gutdünken zu organisieren.
Ich verabscheue den Islam nicht.
Mir ist bewußt, für welche edlen Werte die Religion eintritt, wie zum
Beispiel Wohltätigkeit, Gastfreundschaft und Solidarität mit Armen und
Schwächeren. Doch wenn es um Frauen geht, muß man klar sehen, daß die
muslimische Religion nicht nur aus Güte und Friedfertigkeit besteht. Im
Namen des Islam werden grausame und schreckliche Praktiken
aufrechterhalten. Ist es nicht völlig normal, daß man sich als Bürger
bemüht, solche Mißstände wie Frauenbeschneidung und Verstoßung an den
Pranger zu stellen? Wenn eine angesehene Wissenschaftlerin wie Margo
Trappenburg in ihrer Kolumne im NRC Handelsblad die frauenfeindlichen
Vorhaben der Christdemokraten in der neuen Regierung kritisiert, wird
sie kein rechtschaffener Mensch des Christenhasses bezichtigen.
Natürlich verhalten sich keineswegs alle muslimischen Männer respektlos
oder gewalttätig gegenüber Frauen. Ich kenne unzählige wunderbare
muslimische Männer, die ihre Mütter, Schwestern und Frauen anständig
behandeln. Außerdem sind die Männer genauso Opfer dieses Kultes der
Jungfräulichkeit, wenn auch nur indirekt. Sie werden dadurch nicht von
einer gesunden, ausgeglichenen und gebildeten Mutter erzogen, was
wiederum einen Nachteil in Hinsicht auf Bildung, Beschäftigung und
soziale Entwicklung darstellt.
Wegen der unverhältnismäßig starken
Betonung von »Männlichkeit« in der muslimischen Erziehung und wegen der
physischen und geistigen Trennung der Geschlechter haben Männer kaum
Gelegenheit, die für ein harmonisches Familienleben erforderliche
Kommunikationsfähigkeit zu erwerben. Daher überrascht es nicht, daß
zahlreiche muslimische Frauen in den Niederlanden sich beklagen, daß
ihre Männer selten mit ihnen sprechen. Die Ehen, welche die Familien für
die noch sehr jungen Töchter im voraus arrangieren, erlegen dem Mann
eine schwere Verantwortung auf, die er nicht selbst gewählt hat – für
ein Mädchen, das er kaum kennt. Das alles führt häufig zu mangelndem
Verständnis, Wut und einem Gefühl der Ohnmacht. Wenn man als Mann
darüber hinaus mit der Vorstellung aufgewachsen ist, daß man eine Frau
schlagen darf, ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Anwendung von
Gewalt. Gegenwärtig haben Frauenhäuser in den Niederlanden einen großen
Zustrom von muslimischen Frauen zu verzeichnen. Es wurden sogar eigene
Frauenhäuser für muslimische Mädchen eingerichtet, die aus ihrem
Elternhaus fliehen.
Ironischerweise wird die Unterdrückung von
Frauen zu einem großen Teil von anderen Frauen aufrechterhalten. Hier
ist ein Zitat von Fatma Katirci, einer türkischen Imama in Amsterdam,
über den Vers im Koran, der Männern das Recht einräumt, ihre Frauen zu
schlagen: »Ja, aber nicht in einem Streit darum, was an diesem Abend auf
den Tisch kommt. Es muß um eine ernsthaftere Sache gehen, etwa um eine
Frage der Ehre, wie zum Beispiel Untreue. Wenn eine Frau mit ihrem
Verhalten den Ruf der Familie schädigt ... Wissen Sie, manche Frauen
lernen schon aus einem guten Gespräch. Andere ändern ihr Verhalten erst,
wenn die Betten getrennt werden, und manche verhalten sich wirklich
neurotisch. Bei den letzteren kann ein kleiner Klaps das letzte Mittel
sein, um ihnen den Fehler in ihrem Verhalten einsichtig zu machen. Sie
dürfen mich nicht mißverstehen: Ich bin dagegen. Schlagen ist
entwürdigend, doch wenn es wirklich keine Alternative gibt, muß es
sein.«
Diese Äußerung macht deutlich, daß auch gebildete Frauen oft
Probleme haben, Vorstellungen aufzugeben, die ihnen von Kindheit an
eingeimpft worden sind. In den traditionell ausgerichteten muslimischen
Gemeinschaften sind es oft die Mütter, die ihre Töchter unter ihrer
Fuchtel halten, und die Schwiegermütter, die ihren Schwiegertöchtern das
Leben unerträglich machen. Cousinen und Tanten tratschen endlos
übereinander und über andere und tragen mit dieser sozialen Kontrolle
zum Erhalt ihrer eigenen Unterdrückung bei.
Siehe auch:
Der Tagesspiegel: „Der Islam braucht die
Aufklärung“
Die Welt: Ayaan Hirsi Ali
Meine Meinung:
Die Beschreibungen aller Probleme sind sehr Auf Holland beschränkt; was
ja auch verständlich ist. Lesenswert.
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Islam
und Gentechnologie : Eine kritische Analyse der modernen Diskussion im
islamischen Recht
von Thomas Eich
Taschenbuch - Reichert, L
ISBN:
3895005665
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Text von:
HECEAS
Heidelberger Centrum für Euro-Asiatische Studien e.V.
an der
Universität Heidelberg
Islam und Gentechnologie - Eine
kritische Analyse islamischer Rechtspositionen
Thomas Eich
Rasante Fortschritte in der modernen Medizin und der Genforschung
eröffnen enorme Handlungsoptionen für den Menschen. Für viele wirken
diese Möglichkeiten aber beängstigend und bedrohlich. Darf man ein
Ungeborenes abtreiben, weil im Mutterleib seine Behinderung
diagnostiziert wurde? Was geschieht, wenn Menschen geklont würden?
Wären dadurch nicht wichtige Grundannahmen über das Menschsein in
Frage gestellt? Diese Themen werden in den Industriestaaten von
Wissenschaft, Politik und Gesellschaft breit diskutiert. Fast
unbekannt ist aber, wie Muslime, wie der Islam diese Zukunftsfragen
der Menschheit beantworten.
Der Band diskutiert die
Bewertung bioethischer Probleme durch islamische Rechtsgelehrte.
Entscheidend ist dabei die Frage, ab wann man den Beginn
menschlichen Lebens ansetzt. Dazu wird ein Überblick über die
unterschiedlichen Standpunkte zu den Themenbereichen "Befruchtung",
"Einnistung" und "Beseelung" gegeben. Daran schließt sich eine
Analyse der Diskussion um die Frage an, ob extra-korporale Embryonen
zu Forschungszwecken genutzt werden dürfen. Der Band zeigt dabei
auf, dass es keinerlei Konsens unter den islamischen Rechtsgelehrten
zu diesen Fragen gibt, und geht den Gründen dafür nach. Anhand der
kritischen Darstellung ausgewählter Problemfelder wie
"Geschlechtsselektion nach Prä-Implantations-Diagnostik",
"Abtreibung nach Prä-Natal-Diagnostik", "Klonen" und "Genetische
Vaterschaftstests" stellt der Autor den Umgang der islamischen
Rechtsgelehrten mit diesen hochbrisanten Fragen dar. Das
Spannungsfeld von Religion / Ethik / religiös basiertem Recht und
politisch-ökonomische Interessen wird in naher Zukunft gerade beim
Thema Gentechnologie auch für die islamische Welt von brennendem
Interesse sein.
Im letzten Teil des Bandes stellt der Autor
wichtige Rechtsgutachten erstmals in deutscher Sprache vor.
Thomas Eich forscht seit etlichen Jahren zum Thema und unternahm
zahlreiche Forschungsreisen in verschiedene Staaten der islamischen
Welt, um neben schriftlichen Quellen auch durch direkten
Meinungsaustausch Informationen aus erster Hand zu erhalten.
Meine Meinung: Ok -
das Thema ist schon sehr speziell, aber jeder der sich mit dem Islam
als Religion tiefer befasst ist dankbar für Darstelllungen aus
Einzelbereichen, die weit über die allgemeinen Darstellungen
hinausgeht.
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Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der
islamischen Welt
von Dan Diner
Erscheinungsdatum: September 2005
Auflage: 1
ISBN: 3549072449
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Kurzbeschreibung Amazon:
Die islamische Zivilisation, insbesondere ihre arabischen
Kernländer, befinden sich in einer tiefgehenden Krise. Noch im
Mittelalter der Christenheit in jeder Hinsicht überlegen, stagniert
die Region des Vorderen Orients seitdem und nimmt an der
Entwicklung, die der Westen von der Frühen Neuzeit an durchlaufen
hat, nicht teil. Dies tritt heute, nach Ende des Kalten Krieges und
unter den Bedingungen einer beschleunigten Globalisierung,
deutlicher zutage als je zuvor. Das Resultat sind im religiösen
Gewand auftretender politischer Radikalismus einerseits, zaghafte
Versuche, Anschluss an die Moderne zu finden, andererseits.
Über den Autor
Dan Diner, geboren 1946 in München. Professor für Neuere Geschichte
an der Hebrew University, Jerusalem, und Direktor des
Simon-Dobnow-Instituts für Jüdische eschichte und Kultur an der
Universität Leipzig. Lebt in der Bundesrepublik und in Israel.
Zahlreiche Buchveröffentlichungen zur politischen Geschichte des 20.
Jahrhunderts, zur Geschichte des Vorderen Orients und zur jüdischen
Geschichte.
Meine Meinung: Lesenswert, wenn
auch schwer zu lesen. Ein Erklärungsversuch, warum die Uhren in der
islamischen Welt scheinbar langsamer gehen.
Eine weitergehende Rezension unter:
http://buecher.hagalil.com/propylaeen/diner-1.htm
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Abschied vom Harem? Selbstbilder - Fremdbilder
muslimischer Frauen.
von Houda M. Youssef
Abschied vom Harem? Selbstbilder - Fremdbilder muslimischer Frauen.
von Houda M. Youssef
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Kurzbeschreibung Amazon:
Vielehe, Verschleierung und Steinigung – solche
und ähnliche Schlagwörter assoziieren WestlerInnen gemeinhin mit dem
Frausein in muslimischen Gesellschaften. Die Autorinnen dieser
Anthologie – mit einer Ausnahme alles Frauen, die in islamisch
geprägten Ländern leben oder muslimisch sozialisiert sind –
entwerfen ein vielschichtigeres Bild. Die Bandbreite ihrer Texte
reicht von sehr persönlichen Berichten bis zu theoretischen Texten,
in denen die Autorinnen sich u.a. mit Sexualität im Islam,
Feminismus, Zwangsverheiratung und Jungfrauenkult, Kriegsalltag
sowie der Stereotypisierung der muslimischen Frau auseinandersetzen.
In den vergangenen Jahren sind die Menschenrechte muslimischer
Frauen erneut in den Mittelpunkt des westlichen Interesses gerückt –
nur um allzu schnell wieder daraus zu verschwinden. In diesem Buch
kommen bekannte und weniger bekannte muslimische Autorinnen selbst
zu Wort. Ihre sehr unterschiedlichen Perspektiven sollen dazu
anregen, genauer hinzuschauen und möglicherweise festgefahrene
Bilder zu hinterfragen.
Über den Autor
Houda M. Youssef, Islamwissenschaftlerin und Sozialogin, lebt in
Kairo und arbeitet an ihrer Dissertation zu Bi-Nationalität.
Außerdem:
http://www.perlentaucher.de/buch/21166.html
http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-299/_nr-229/_p-1/i.html?PHPSESSID=492ee043bc4b847b2ae7c426e38ae713
Meine Meinung: Durch die Vielfalt
der Aufsätze wird das Thema von allen Seiten beleuchtet und nicht
eine einzge Meinung dominiert bei dieser sensiblen und
komplexen Materie.
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Nehmt den Männern den Koran! Für eine
weibliche Interpretation des Islam
von Nahed Selim, Anna Berger (Übersetzer), Jonathan Krämer
(Übersetzer)
Piper
Erscheinungsdatum: März 2006
ISBN: 3492048935
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Beschreibung Amazon:
Frauen haben zu schweigen, wenn es um den Islam
geht. Damit will sich Nahed Selim nicht abfinden: Sie will Muslima
sein und trotzdem emanzipiert, will selber bestimmen, was sie
glauben will. »Nahed Selim entreißt den Koran den Mullahs«, schrieb
das »NRC Handelsblad«. In keiner Sure steht, daß Frauen Schleier
tragen müssen, die meisten Regeln zur Unterdrückung der Frauen sind
im Lauf der Jahrhunderte von den – ausschließlich männlichen –
islamischen Theologen in den Koran hineingeschmuggelt worden. Die
muslimischen Frauen werden durch Fehlinterpretationen, angeblich
authentische Texte und falsche Übersetzungen unterdrückt. Selim ruft
die Frauen auf, selber den Koran zu lesen und zu interpretieren: der
längst überfällige Beginn einer weiblichen islamischen Theologie.
Der Blick der Frauen auf den Koran ist aufregend und anders. Nahed
Selim zeigt, wie Frauen ihre Rechte gewinnen können, ohne ihren
Glauben aufgeben zu müssen. Nach Ayaan Hirsi Alis Nr.1-Bestseller
»Ich klage an«: Die Debatte um Frauen und Islam geht weiter!
http://www.das-parlament.de/2006/11/DaspolitischeBuch/019.html
DIE ZEIT 16.03.2006 Nr.12
Alle Rechte vorbehalten. © DIE
ZEIT
Wie ein Käsebrot im Ameisenhaufen
Die Debatte um den Islam öffnet sich: Nahed Selims weibliche
Interpretation des Korans, Necla Keleks Plädoyer für die Befreiung
des muslimischen Mannes und Ahmet Topraks Buch über die türkischen
Männer
Von Hilal Sezgin
Nun sind 45 Jahre seit dem deutschen Anwerbeabkommen mit der Türkei
vergangen – eigentlich eine hinreichend lange Zeit, um irgendwie
nebeneinander herleben zu können. Doch plötzlich, seit ein, zwei
Jahren, wimmelt es in allen Medien von Berichten zur Lebensweise
muslimischer Frauen und Familien wie auf einem Ameisenhaufen, der
aus heiterem Himmel von einem Käsebrot getroffen wurde. Es kann kein
Zufall sein, dass diese Debatte in eine Zeit fällt, in der die
Neuordnung des Nahen Ostens auf der Agenda westlicher Außenpolitik
ganz oben steht. Und in eine Zeit, in der feministische Parolen so
unbeliebt geworden sind, dass sich das Topos des orientalischen
Patriarchats geradezu anbietet, um dem Status quo im eigenen Land zu
schmeicheln.
Unter anderem wartet dieses Bücherfrühjahr mit einem Buch auf, es
heißt Nehmt den Männern den Koran!, das unter dem Slogan »Kopftuch
nein, Koran ja! Die Debatte über Frauen und den Islam geht weiter!«
fernsehseriengleich beworben wird. Der Verlag hat wirklich sein
Möglichstes getan, um sein Produkt mit einer unseriösen Anmutung
auszustatten. Doch allem Anschein zum Trotz hat Nahed Selim, eine in
den Niederlanden lebende Journalistin, hier ein äußerst
nachdenkliches und zum religiösen Nachdenken anregendes Buch
geschrieben, das an manchen Stellen zwar sprachliche Stolperstellen
zeigt, an anderen Stellen aber Fragen, die eine Koranlektüre
aufwerfen kann, so präzise auf den Punkt bringt und so originelle
Antworten anbietet, dass man entzückt Heureka! rufen möchte.
Nicht anders als Altes oder Neues Testament irritiert auch der Koran
den heutigen Leser, insbesondere die Leserin, durch manche
Unebenheit. Poetische, transzendente Stellen wechseln mit nüchternen
Passagen über Reglementierungen. Manche Suren wurden in Mekka,
manche später in Medina offenbart, sind aber nicht entsprechend
angeordnet. Nahed Selim nimmt sich den Koran nun als Gläubige vor,
nicht als Skeptikerin, nicht als Anklägerin. Und während nach
klassischem Verständnis der Koran als authentische Offenbarung
Gottes gilt, verfolgt sie konsequent eine historische und
kontextuelle Lesart.
Das ist als Gedanke nicht neu; auch dass der Koran viele Regelungen
enthält, die deutliche Besserungen für die Frauen der Arabischen
Halbinsel einführten, ja dass der Koran dort überhaupt erst den
Gedanken der Rechtsstaatlichkeit etablierte, ist bekannt. Und doch
findet Selim zu einigen wirklich überraschenden Ergebnissen,
insbesondere was das Erbrecht oder Empfehlungen zum Sexualverhalten
angeht.
Manche der entsprechenden Koranstellen kann man als Muslimin kaum
ohne Beklemmung lesen, weil es so offensichtlich scheint, dass der
Gott, der hier spricht, den Männern (und seinem Propheten) näher
stand als den Frauen (und dessen Ehefrauen). Wie Selim sagt: »Genau
genommen fühle ich mich wegen dieser und anderer Textstellen vom
Koran verraten und enttäuscht.« Und bereits Mohammeds Frau Aischa
spottete (so zitiert Selim): »Dein Gott ist aber sehr
entgegenkommend und schnell in der Erfüllung deiner Wünsche.«
Wenn sich zwischen den Suren Passagen finden, die offenbar zwischen
Mohammed und den Seinen Partei ergreifen, liest Selim diese nicht
als bindende Offenbarung für alle Gläubigen, sondern als
Hilfestellungen fürs damalige medinensische Tagesgeschäft. Denn zwar
sei das »Wesen des Korans göttlich, von Gott stammend, aber die
Worte sind die Worte des Propheten Mohammed, in verschiedenen Graden
der Ekstase und Authentizität«. Manche werden diese Auffassung für
ketzerisch halten, anderen spricht sie aus der Seele – mit einer der
vielfältigen Stimmen des heutigen Islams.
Es ist beeindruckend, wie offenherzig Selim argumentiert, wie
leidenschaftlich sie hadert – und verzeiht: Das Aischa-Zitat zeigt
bereits, dass sich Selim in bester Tradition befindet.
Meine Meinung: Eine Pflichtlektüre für jeden, der für
Gleichberechtigung einsteht und sich für den Islam interessiert.
Trotz des des misslungenen Titels und Covers .....
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Frauen und die Scharia. Die Menschenrechte im
Islam
Christine Schirrmacher
Goldmann; Auflage: 1 (Juni 2006)
ISBN: 3442153883
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Rezensionen - Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12.10.2004
Die Scharia ist in Deutschland
angekommen. Das islamische Familien-, Ehe- und Erbrecht wird von der
Öffentlichkeit wahrgenommen, besonders, wenn von Ehrenmorden und
Beschneidung von Frauen oder dem Kopftuchverbot die Rede ist. Diese
Diskurse zeigen, daß besonders das Leben muslimischer Frauen von der
Scharia bestimmt wird. Die beiden Islamwissenschaftlerinnen
Christine Schirrmacher und Ursula Spuler-Stegemann legen eine
grundlegende Einführung in das Rechtsdenken der Muslime und die
Rechtspraxis der Scharia in der islamischen Welt vor. Dabei benennen
sie sogar das islamische Engagement, in Europa Elemente der Scharia
in das Alltagsleben zu integrieren.
Die Scharia gilt in ihrem Wortlaut als von Gott erlassenes Gesetz.
Und somit rücken die Autorinnen zurecht, daß es in der Diskussion
mit der islamischen Welt niemals die Frage sein wird, ob die Scharia
anzuwenden, sondern nur, wie sie anzuwenden ist. In der islamischen
Welt gibt es kein Land, in dem die Scharia nicht zumindest eine,
wenn nicht die wichtigste Quelle der Gesetzgebung ist. Diese
Rechtsbestimmungen stammen aus dem Vorderen Orient des siebten
Jahrhunderts nach Christus. Sie spiegeln die sozialen Verhältnisse
und Gepflogenheiten der damaligen Zeit. In den bedeutenden
islamischen Strömungen der Gegenwart wird diese Anfangszeit des
Islam als glorreiche Zeit verklärt, in der die militärischen Siege
Muhammads dem Islam Wachstum beschert haben. Die Scharia - so faßt
Frau Schirrmacher im ersten Kapitel zusammen - wird auch heute "als
Ideal für die gesamte Menschheit bis in die Moderne" verstanden.
Die Autorinnen tragen zusammen, welche Bestimmungen des sozialen und
rechtlichen Gefüges des Orient der Islam in sein Rechtssystem
integriert und welche regionalen Ausprägungen beziehungsweise
Modifikationen dieses arabische Rechtssystem in der islamischen Welt
gefunden hat. Der Befund ist erschütternd: Im Prozeßrecht gilt die
Aussage einer Frau nur halb soviel wie die eines Mannes. Im Falle
einer Vergewaltigung müssen Frauen in Pakistan nachweisen,
vergewaltigt worden zu sein. Generell trägt im Falle der
Vergewaltigung die moralische Schuld für die Tat die Frau: Sie hat
den Mann durch ihr Auftreten gereizt. Ehrenmorde werden nicht nur in
Pakistan begangen, wenn Frauen ungehörigen Umgang mit Männern haben
- das bedeutet, wenn ein Mann in der Nähe einer Frau gesehen wird
oder sie gar mit ihm spricht. Der "geregelten Vergewaltigung" von
Frauen durch pakistanische Polizisten ist ein eigener Absatz
gewidmet.
In Bangladesh werden Frauen mit Säure übergossen und entstellt, wenn
ihre Männer glauben, daß sie sich gegen das Patriarchat des
Staatsislam auflehnen. Überall an der Tagesordnung ist Gewalt gegen
Frauen in der Ehe: In Sure 4,34 trägt Gott dem Mann gegenüber
widerspenstigen Frauen auf: "Schlagt sie!". Diese auch heute noch
gültige göttliche Aufforderung führt so weit, daß noch 1987 der
tunesische Kassationsgerichtshof in einem Urteil bemerkte: "Schläge
und leichte Verletzungen der Frau durch den Ehemann sind Teil der
Natur eines normalen Ehelebens." Im Punkt Polygamie zeigt sich der
Islam nur für Männer freizügig. Muhammad selbst hatte zwischen 13
und 15 Ehefrauen, die Nebenfrauen nicht mitgerechnet. Die
sechsjährige Aischa heiratet Muhammad im Alter von 50 Jahren, die
Ehe vollzieht er mit ihr drei Jahre später. Nach Sure 33,50 nimmt
sich Muhammad aber heraus, ein von Gott eigens zugestandenes
Sonderrecht für diese Vielzahl an Frauen erhalten zu haben, so die
Autorinnen. In der heutigen Praxis in islamischen Ländern wird die
Zweitehe von muslimischen Männern an bestimmte Bedingungen geknüpft
und häufig nur in ländlichen Gegenden praktiziert. Eine Entlassung
aus der Ehe, die nur der Mann vornehmen kann, führt in der
islamischen Welt die Frauen, die meist nicht lesen und schreiben
können, in die soziale Katastrophe.
Die Reihe der Beispiele, die illustrieren, wie unvereinbar die
Scharia mit den westlichen Menschenrechten ist, schreiben die beiden
Autorinnen auf 254 Seiten scheinbar endlos fort. Sie haben eine
intime Kenntnis der islamischen Welt, ihre Darstellung ist
ausgewogen und nüchtern. In der Konsequenz bedeuten ihre
Ausführungen, daß die Scharia nicht mit den Menschenrechten
vereinbar ist. Vom Islam ausgehend, wird in der Scharia eine
Gesellschaftsordnung zementiert, in der die Menschen nach ihrer
Religion klassifiziert werden. Christen und Juden beispielsweise
sind Menschen zweiter Klasse. Es ist nicht nur für Frauen schwer,
unter der Scharia zu leben. Der Auseinandersetzung mit dem
Scharia-Islam weichen Frau Schirrmacher und Frau Spuler-Stegemann
nicht aus - sie ersparen sie auch dem Leser nicht.
ALEXANDER GÖRLACH
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Rezensionen
- Die Zeit vom 23.09.2004
Laissez faire oder konsequentes Pochen auf Säkularismus? Soll man,
fragt Rezensentin Monika Frommel, islamische religiöse
Besonderheiten - etwa Kopftücher bei Staatsdienerinnen - tolerieren
oder mit Verweis auf die irdische Staatsdoktrin untersagen? Die
Studie der beiden Islamwissenschaftlerinnen Christine Schirrmacher
und Ursula Spuler-Stegemann betrachtet islamische Rechtsauffassungen
in Bezug auf die Rollen und Rechte von Frauen und untersucht deren
Vereinbarkeit mit dem Gebot der Menschenrechte. Ihr Ausgangspunkt,
so Frommel, ist einerseits die "moderne Konstruktion" der Scharia
als Ausdruck der Vorstellung eines göttlichen Gesetzes, das keine
Trennung von Religion und Staat kennt, und andererseits die
Tatsache, dass der Islam, anders als beispielsweise das Christentum,
nicht auf eine kanonische Auslegung von Gottes Wort baut -
verschiedene Rechtsschulen stehen sich gegenüber. Die
"hochkompetenten Autorinnen", so Frommel, zeigen jedoch, dass all
diesen Auslegungsarten, insbesondere wenn sie auf eine Versöhnung
ihres Rechtsverständnis mit säkulärer Rechtsstaatlichkeit abzielen,
eines gemeinsam ist: die strategische Ausklammerung heikler Punkte.
Die Autorinnen kommen also zu folgendem, "ernüchternden" Schluss:
Alle Konzepte, die nicht streng säkularistisch angelegt sind, dienen
lediglich "taktischen Bündnissen auf Zeit". Das bedeutet: keine
"falsche Toleranz" - und beispielsweise kein Kopftuch im
Staatsdienst, dafür aber eine "reflektierte Politik der
Integration"! Und die Rezensentin, die das Buch als "hochinformativ"
lobt, stimmt zu.
Meine Meinung: Eins der
wenigen Bücher, die sich mit der Rolle der Frau kritisch und
kompetent ohne Polemik oder überschäumende Emotionen
auseinandersetzt.
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Die fremde Braut
von Necla Kelek
Goldmann; Auflage: 1 (August 2006)
ISBN: 3442153867
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Rezensionen - Frankfurter Allgemeine Zeitung
vom 31.05.2005
Necla Kelek: Die fremde Braut. Ein Bericht aus dem Inneren des
türkischen Lebens in Deutschland. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln
2005. 270 Seiten, 18,90 [Euro].
Hüzün ist türkisch und bedeutet Melancholie, Trauer. Es beschreibt
das Innenleben eines Menschen, der hilflos seinem Schicksal
ausgeliefert ist, sagt Necla Kelek. Die deutsch-türkische Soziologin
kennt dieses Gefühl. Als sie 1968 im Alter von neun Jahren mit ihren
Eltern nach Deutschland ging, ließ sie ihr geliebtes Istanbul
zurück. Als Tscherkessin war sie schon in der Türkei eine
Außenseiterin gewesen, als Türkin in einer deutschen Kleinstadt
verschärfte sich dieser Zustand. Ihre Busenfreundin Steffi gab ihr
den Laufpaß: Ihretwegen hätte sie sich im Deutschunterricht
verschlechtert.
Der unnahbare Vater entfernte sich von der Familie bald so weit, daß
er für sie zu einem Fremden wurde und verhaßt dazu, weil er ihr die
Geborgenheit, ja ihre Kindheit, gestohlen hatte. Als sie in die
Pubertät kam, verbot er ihr jeglichen Sport - zum Schutz ihrer
Jungfernhaut und der Ehre der Familie. Am Völkerballspiel nahm sie
fortan nur noch als Zuschauerin teil: "Der Platz auf der Ersatzbank
entsprach so ganz meinem damaligen Lebensgefühl." Anders als ihre
beiden älteren Geschwister revoltierte sie jedoch gegen die
traditionsbedingten Auflagen der Eltern - durch Depression und dann
offene Verweigerung. Die Schule und die Berufsausbildung waren für
die begabte junge Frau die Rettung. Verbittert kehrte der Vater
schließlich in die Türkei zurück, ließ seine zerrüttete Ehe scheiden
und heiratete eine 35 Jahre jüngere Frau. Hüzün als Lebensthema:
"Mein Vater war für mich schon lange gestorben - mein halbes Leben
lang hatte ich schon um ihn getrauert."
Frau Kelek sagt, sie habe viele Jahre gebraucht, um dieses
Hüzün-Gefühl zu überwinden und endlich in der neuen Heimat
anzukommen. Heute ist die Mutter eines Sohnes auf ihren deutschen
Paß sogar stolz. Als promovierte Volkswirtschaftlerin und Soziologin
ist sie auf das Thema Parallelgesellschaften spezialisiert und berät
die Hamburger Justizbehörde im Zusammenhang mit türkischen
Straftätern. Ihr Schreibstil ist fesselnd, und man spürt in ihren
bewegenden Erzählungen die Kraft einer Person, die viel erlitten
hat, bevor sie dort angelangt ist, wo sie jetzt ist: integriert in
die deutsche Gesellschaft und erfolgreich.
Man kann sich jedoch des Eindrucks nicht erwehren, daß der
schmerzhafte Anpassungsprozeß und Keleks Wunsch, endlich nicht mehr
zu den Ersatzbänklern, sondern zur Mitte zu gehören, seinen Preis
gekostet hat: Die Autorin benutzt mitunter eine fast aggressive
Sprache, wenn sie mit der türkisch-muslimischen Gesellschaft ins
Gericht geht. Das läßt auf tiefe Verletzungen und auf eine
überzogene Abgrenzung von einer Welt schließen, von der die Autorin
sich wohl noch immer bedroht fühlt. Denn dort, wo ihre
Lebensgeschichte abrupt endet, beginnt - Hüzün ade - eine
kompromißlose Abrechnung mit dem Islam, den die Autorin als größtes
Hindernis zur Integration der Türken in Deutschland sieht. Ihr
Hauptthema ist die Lage der muslimischen Frauen und insbesondere der
"Importbräute" - jener jungen Frauen, die, gerade eben mal 18 Jahre
alt, aus der Türkei geholt und mit türkischen Männern verheiratet
werden, nicht lesen und nicht schreiben können und von der Familie
ihres Ehemannes vollkommen abhängig sind.
Gesicherte Zahlen gibt es nicht, aber Frau Kelek vermutet, daß
jährlich Tausende junger Menschen unfreiwillig heiraten - ob von den
Eltern arrangiert oder unter massivem Druck, ist ihr einerlei, denn
in beiden Fällen sieht sie das Grundrecht auf Selbstbestimmung
verletzt. Diese Frauen gingen nicht nach Deutschland, sagt sie,
sondern in eine fremde, eine türkische Familie. Dort lebten sie
unter einem Schleier nach den Regeln ihrer Männer und den Regeln des
Islam - fern vom deutschen Alltag: "Wir brauchen die Deutschen
nicht", zitiert sie eine Importbraut. Sie bezieht sich ausgerechnet
auf Oriana Fallaci, um diese Parallelwelt "zweite Stadt" zu nennen;
die italienische Journalistin ist mit ihren zornigen Schriften gegen
den Islam schon mehrfach des Rassismus bezichtigt und wegen ihrer
populistischen Haßtiraden gar gerichtlich belangt worden. Wenn auch
nicht so vehement, stößt Frau Kelek in dieselbe Richtung: Die
Islamisten seien überall "auf dem Vormarsch", eroberten unsere
Städte und bedrohten unsere freie Welt und deren demokratische
Prinzipien.
Die Integration, so das Fazit der Autorin, ist gescheitert. Schuld
daran seien vor allem die Türken selbst, resistent gegen die
deutsche Gesellschaft und ihre Sprache. Eine große Verantwortung
trügen aber auch die Alt-Achtundsechziger: Durch die Nazi-Zeit und
den Holocaust beladen, voller Schuldkomplexe, hätten sie die
Ausgrenzung der Türken durch übertriebene Toleranz unbewußt
forciert: "Es gibt eine panische Angst davor, Islamisten wegen ihrer
Religion oder Herkunft zu diskriminieren, lieber nimmt man deren
Verletzung von Grundrechten in Kauf."
Die Autorin hat recht, wenn sie konstatiert: "Verantwortlich für das
Scheitern ist eine verfehlte Integrationspolitik, die von der
Lebenslüge getragen wurde, Deutschland sei kein Einwanderungsland."
Ihre Empfehlungen für härtere Auflagen bei der
Familienzusammenführung zum Schutz der Frauen und für sprachliche
und kulturelle Leistungen, die die Migranten zu erbringen haben,
sind wichtig. Problematisch ist aber, daß sie unwissenschaftlich
vorgeht und oft undifferenziert argumentiert, pauschal verurteilt
und damit eine ganze Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht
stellt. Indem sie stigmatisiert und provoziert, fördert sie keinen
Dialog, sondern vertieft die Spaltung.
Daß in Berlin Anfang Februar der sechste "Ehrenmord" an einer jungen
Türkin innerhalb von nur vier Monaten stattfand, trägt auf eklatante
Weise dazu bei, die von Frau Kelek beschriebenen Fehlentwicklungen
deutlich zu machen und den dringend notwendigen Diskurs über die
soziale Situation von Migranten voranzutreiben. Es ist
wahrscheinlich aber auch ihren Übertreibungen und groben
Verallgemeinerungen zu verdanken, daß die deutsche Öffentlichkeit
ihren Aufschrei überhaupt wahrnimmt.
ALEXANDRA SENFFT
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Meine Meinung: Necla Kelek vertritt in diesem Buch
wie ich die Meinung, dass wir mit dem multikult-liberalem
Kuschelkurs nicht weiterkommen, wenn wir von Integration sprechen.
Wir sind dabei durch Argumente wie "na ja ... das ist halt ein
kulturelles Problem ... das sollen die unter sich ausmachen" ein in
sich abgeschlossene Parallelgesellschaft zu schaffen, die sich den
Werten unseres Grundgesetzes entziehen. Grundwerte sind für alle und
müssen von allen respektiert und eingehalten werden. Ggf. muss der
Staat einschreiten um dies zu gewährleisten und durchzusetzen. Diese
Verletzung von Grundwerten wird in diesem Buch deutlich an der
Situation der Zwangsverheiratung junger türkischer Frauen nach / in
Deutschland.
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Der islamische Weg nach Westen.
Globalisierung, Entwurzelung und Radikalisierung
Olivier Roy
Verlag: Pantheon (Mai 2006)
ISBN: 3570550001
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Amazon:
Kurzbeschreibung
Der terroristische Islamismus – eine Gewalt, die aus dem Westen
kommt. - Olivier Roys international diskutiertes Buch, endlich auf
Deutsch. KURZTEXT Die Radikalisierung des Islam halten viele für
eine Antwort traditioneller muslimischer Gesellschaften auf die
Moderne. Doch diese Deutung ist falsch. Der renommierte
Islamforscher Olivier Roy zeigt, dass der islamische
Fundamentalismus selbst ein Produkt der Verwestlichung ist. Nur wer
die Krise des globalisierten, kulturell entwurzelten Islam begreift,
wird gesellschafts- und sicherheitspolitisch erfolgreich handeln
können. ZU DIESEM BUCH Nach den jüngsten Krawallen in Frankreich,
den Bombenattentaten in London und der Ermordung des
niederländischen Regisseurs Theo van Gogh stellt sich verschärft die
Frage nach der Radikalisierung des Islam. Olivier Roy zeigt, dass
alle Versuche, den Islam als eine »Gemeinschaft der Gläubigen«
staatlich zu verankern, gescheitert sind. Doch der islamische
Fundamentalismus findet in Europa täglich neue Anhänger. Von seinen
kulturellen und regionalen Ursprüngen hat sich dieser globalisierte
Islamismus längst entfernt. Er ist zu einem Phänomen junger Muslime
geworden, die in zweiter Generation in Gesellschaften leben, in
denen sie sich als Fremde fühlen. Ihre Forderungen nach einem reinen
und authentischen Islam, sind jedoch Ausdruck einer westlich
inspirierten, individuellen Sinnsuche.
»Olivier Roy zeigt, dass die zentralen Ereignisse in der Welt des
Islam nicht in den Regionen stattfinden, die wir üblicherweise als
islamisch verstehen, sondern in Europa.«
New York Times Book Review
»Olivier Roy ist wohl der provokanteste und innovativste Kenner des
Islamismus, den es heute gibt.«
Middle East Quarterly
»Treffender als Olivier Roy kann man das psychologische Moment, das
den einzelnen zum potentiellen Täter macht, nicht beschreiben.«
Welt am Sonntag
Über den Autor
Olivier Roy ist Forschungsdirektor am Centre National de la
Recherche Scientifique (CNRS) und unterrichtet an der Ecole des
Hautes Etudes en Sciences Sociales und an der Sciences Po in Paris.
Zahlreiche Bücher und Aufsätze über den politischen Islam, den
islamistischen Terrorismus sowie den Mittleren und Nahen Osten. Roy
gilt international als führender Experte des Islamismus.
Meine Meinung: Noch ein Versuch den Islamismus zu erklären. Aber
man sollte das Buch doch gelesen haben. Der Ansatz den Terrorismus
zu erklären ist durchaus lesenwert.
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Das Recht des Koran. Islamisches
Strafrecht in der Gegenwart
Stefanie Agerer
dm Verlag Dr. Müller; Auflage: 1 (Juli 2006)
ISBN: 3865504183
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siehe auch die Homepage der Autorin:
http://www.stefanie-agerer.de/islam.htm
Kurzbeschreibung (Amazon):
Im Zuge einer breiten (Re-)Islamisierung, die heute beinahe alle
muslimischen Gesellschaften erfasst zu haben scheint, rückt
immer mehr auch das islamische Recht in den Mittelpunkt der
Diskussionen. Selbst liberale muslimische Denker verweisen immer
häufiger auf die Schari'a, die den Muslimen bis heute als die
ideale Gesellschaftsordnung gilt. Sie wird gegenwärtig als eine
Art von Gegenentwurf zu den - nach Ansicht vieler Muslime -
gescheiteren westlichen Modellen gesehen. Die Autorin
beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit zwei Ländern, die
sich für die Einführung bzw. Wiedereinführung der Schari'a
entschlossen haben: Pakistan und Saudi-Arabien. Dabei greift die
Arbeit den Strafrechtsbereich der Schari'a heraus und geht
anhand der beiden Länderbeispiele auf dessen Entwicklung,
Umsetzung und Anwendung ein. Im Zentrum der Betrachtungen steht
insbesondere die Frage, inwieweit die in den Gesetzbüchern der
Länder verankerten Verbrechen und Strafen der Schari'a -! z.B.
die Amputation von Gliedmaßen bei Diebstahl - in beiden Ländern
tatsächlich angewandt werden. Dabei bewertet die Autorin die
jeweilige Rechtssprechung auch anhand von Prinzipien und
Verfahren moderner Rechtsstaatlichkeit (z.B. Rechtsschutz des
Bürgers, Primat des Rechts, Gewaltenteilung) sowie
Menschenrechtsaspekten. Ein Buch für Politikwissenschaftler und
Politiker, für Juristen und Unternehmer und alle am Thema
Interessierten.
Meine Meinung: Gute knappe Einführung in Rechtsgrundlagen,
eines Rechtssystems, das in vielen islamischen Ländern immer
mehr an Bedeutung gewinnt. Durchaus lesenswert!
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Allah & Eva. Der Islam und die Frauen
Betsy Udink
Beck; Auflage: 1 (August 2007)
ISBN-10: 3406563228
ISBN-13: 978-3406563225
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Amazon
Sagen wir es frei heraus und ohne Umschweife, was wir aus Betsy
Udinks erschütterndem Reportagenbuch
Allah & Eva
lernen: Für Frauen ist Pakistan die Hölle. Anders kann man wohl
kaum nennen, was Männer in der islamischen Republik den Frauen
in ihrem Land im Namen Allahs und mit dem Segen der Scharia
tagtäglich bereiten -- und, gegen die Regeln des Korans und das
weltliche Recht gleichermaßen verstoßend, auch manchen Knaben,
die schon mal dazu herhalten müssen, die sexuelle Gier alter
Männer zu stillen, denen entweder keine Frau zur Hand ist oder
die nun einfach mal auf Knaben stehen.
Vor allem aber leiden die Frauen, von denen es
indes viel zu wenige gibt in Pakistan. Denn oft werden sie schon
vor der Geburt aussortiert, oder sie werden Opfer von
„Ehrenmorden“. Und schon kleine Mädchen werden gerne einmal als
Beigabe zu einem guten Geschäftsabschluss oder als
Versöhnungsgeste von ihren Vätern „verschenkt“ oder zur
Festigung der Familienbande gegen ihren Willen, der nichts
zählt, mit fremden Männern verheiratet, die dann ihrerseits frei
über sie verfügen. Das geschieht natürlich nicht tagtäglich und
überall, aber es kommt vor.
Der bloße Verdacht der „Zina“ (des
Ehebruchs oder ganz einfach des „unsittlichen Verhaltens“)
genügt, sie ins Gefängnis werfen zu lassen. Oder der Mann
vollstreckt sein eigenes oder das Urteil des Familienrates über
die Gattin gleich selbst, tötet die Frau und verscharrt sie! So
ist
Allah & Eva
keine „Gute-Nacht-Lektüre“. Aber eine, die größte Aufmerksamkeit
verdient. -- Hasso Greb,
Literaturanzeiger.de
Kurzbeschreibung
Islamische Gesellschaften haben zwei Gesichter: Nach außen
führen die Menschen ein freies und normales Leben. Aber
unsichtbar, in den von den Vätern beherrschten Häusern, in den
von religiösen Fanatikern kontrollierten Dörfern und in den
Gefängnissen der staatlichen Geheimdienste, werden die Menschen
- meist Frauen und Mädchen - grausam unterdrückt. Die
Journalistin Betsy Udink hat sich in Pakistan, dem "Land der
Reinen", das sich als ideales muslimisches Gemeinwesen versteht,
an diese sonst kaum sichtbaren Schauplätze begeben. Sie
berichtet von der ständigen Angst von Frauen und Mädchen, von
ihren Vätern oder Ehemännern im Namen des Korans und der
Familienehre mißhandelt, verstümmelt oder getötet zu werden. Sie
erzählt vom sexuellen Mißbrauch kleiner Jungen, den brutalen
Folgen der Gesetze gegen Gotteslästerung und von einem
Frauengefängnis, in dem selbst kleine Kinder wie Vieh gehalten
werden. Das wunderbar lakonisch geschriebene Buch besteht aus
Miniaturen über das Leben in Pakistan, die sich zu einer großen
Erzählung über das Leben der Frauen im Islam zusammenfügen. An
keiner Stelle werden Pakistan oder der Islam pauschal angeklagt.
Die Autorin behält immer die Distanz der Beobachterin. Nur so
ist es ihr möglich, über die erlebten Schrecken zu berichten.
Nur so kann das Buch, das in den Niederlanden für Aufruhr sorgte
und zum Bestseller wurde, seine suggestive Wirkung entfalten.
Meine Meinung:
Man sollte nicht von einem Land, in dem der
Islam so extrem und fundamentalistisch ausgeprägt ist, nicht auf
alle islamischen Länder schließen. Punktuelle Darstellungen zu
pauschalisieren wird einer Kultur / einer Religion nicht
gerecht.
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Saison in Mekka. Geschichte einer
Pilgerfahrt
Abdellah Hammoudi
Verlag: Beck;
Auflage: 1 (Januar 2007)
ISBN-10: 340655752X
ISBN-13: 978-3406557521
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KlappentextBuch
Mekka: die
heilige Stadt des Islam, die Stadt, die für Nicht-Muslime
verboten ist. Wer dort war, kehrt als ein anderer Mensch zurück.
Fromme Berichte aus allen Jahrhunderten legen Zeugnis davon ab.
Aber was geht in Mekka wirklich vor? Und wie ist es, wenn ein in
den USA lebender Professor, der sich seiner muslimischen
Frömmigkeit gar nicht so sicher ist, nach Mekka pilgert?
Abdellah Hammoudi ist das Wagnis eingegangen. Mit ethnologischem
Blick nimmt er nicht nur die traditionellen Rituale zur
Kenntnis, sondern auch die profanen Begleitumstände: von der
komplizierten Reiseplanung über den Flug, die Übernachtung im
überfüllten Lager bis hin zu der Schwierigkeit, Mekka überhaupt
wieder zu verlassen. Aber das Buch ist mehr als eine Reportage.
Sein Charme besteht darin, dass die Pilgerfahrt für Hammoudi zur
Selbsterkundung wird. Um überhaupt zugelassen zu werden, muss er
sein Heimatdorf in Marokko aufsuchen. Wie steht es mit dem
eigenen Glauben? Verändert man sich, wenn man das weiße
Pilgergewand anzieht? Und wie erlebt man die vielbeschworene
islamische Gemeinschaft?
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„Herausgekommen ist
eine preisgekrönte Reportage die den
Zwiespalt eines nicht
praktizierenden Muslims spiegelt,
der sich in den USA „mehr als Abbild
denn als Original“ erlebt und sich
nun seinen religiösen und
kulturellen Wurzeln zuwendet.“
Helena Sabbagh, Das Parlament,
19. März 2007
„Hammoudi nahm 1999 an der
Pilgerfahrt teil die eine der fünf
Säulen des Glaubens ist. Jeder
Muslim, der es sich leisten kann,
sollte einmal im Leben nach Mekka
reisen. In „Saison in Mekka“ ist der
Wissenschaftler, der von sich sagt,
dass er eine gewisse Distanz zu
seiner Glaubensgemeinschaft habe,
Erzähler und Held zugleich und wird
allmählich vom Beobachter zum
Mitgerissenen.“
Astrid Frefel, Tagesanzeiger, 21.
Mai 2007
„Eine informativere und
beeindruckendere
Geschichte einer Pilgerfahrt
nach Mekka als die Adbellah
Hammoudis ist kaum vorstellbar. (…)
Doch gerade er bezeugt mit seinem
Buch auf ebenso unaufdringliche wie
eindringliche Weise einem Traum die
Treue: dem Traum von einem Glauben,
der im der Lage wäre, der westlichen
Moderne eine weniger menschen-,
tier-, traditions- und
sinnfeindliche Moderne
entgegenzusetzen, und der weniger
Gleichgültigkeit gegen einen
höllischen alltäglichen Kontext an
den Tag legte.“
Rolf Wiggershaus, Frankfurter
Rundschau, 9. Mai 2007
„Abdellah Hammoudis Buch über
seine Pilgerreise ist eine
Sensation. (…) auf einmal tut sich
eine wunderbare publizistische,
wissenschaftliche und literarische
Brücke in die Welt des Islams auf,
gerade auch für deutschsprachigen,
nichtmuslimische Leser. Es ist
Abdellah Hammoudis soeben auf
Deutsch erschienenes Buch „Saison in
Mekka“, in dem der renommierte
Ethnologieprofessor aus Princeton
beschreibt, wie er, der eher
lauwarme Muslim, sich anschickt, am
Haddsch teilzunehmen. Dieses Buch
ist, wie einst von Montaigne
gewünscht, wie ein Freund, ein
Begleiter, der uns zu seinem
Mitreisenden macht. (…) Zwischen
Erleben und Verstehen, als
Nachvollzug der Vita eines toten
Propheten und als Verlebendigung
einer der aufregendsten Szenen von
Bibel, Talmud und Koran, der
Geschichte der wiedergefundenen
Familie um Abraham, Hagar und Ismael
bewegt sich mit diesem Buch der
Islam auch auf den Leser zu, die
nicht zu seinen Kenner gehören.
Aufklärerische Deutungen der
Religion als performativer und
diskursiver Ausdruck familiärer und
staatlich gezüchteter Zwangsneurosen
auf der einen Seite; und auf der
anderen Seite die elliptische
Botschaft des Glaubens, der
Schriften, Reden und Praktiken, sie
geraten in diesem Moment auf
gemeinsamen Grund: Es ist die
Erfahrung von Tod und Lebenswillen,
von Beharrung auf der Herkunft und
Bereitschaft zum Weitermachen, von
kollektiver Evolution und täglicher
Neuschöpfung des Lebens durch den
Einzelnen und sein Netzwerk von
Freunden, Verwandten und
Widersachern.“
Thomas Hauschild, Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung, 18.
Februar 2007
„Mit der überscharfen Wachsamkeit
des Erschöpften erlebt er bis zum
Ende hin immer stärker alle
Widersprüche, alle politischen
Fragwürdigkeiten und zugleich das
Große dieser Reise: Am Himmel
kreisen Überwachungshubschrauber, um
ihn herum füllt das Gebet einer
frohgemuten Menschenmenge die
Horizonte aus.“
Michaela
Schlagenwerth, Berliner Zeitung, 2.
April 2007
„(…) weil er einen Schreibstil
beherrscht, der an die schöne Zeit
erinnert, als uns auch noch
Literaten von fremden Ländern
berichteten. (…) Im vergangen Jahr
hat Hammoudi den Preis im Ulysses
Award, der Auszeichnung der
Zeitschrift
Lettre Internationale gewonnen –
für jene Reportage, die seine
Erlebnisse auf dem Hadsch, der
Pilgerfahrt nach Mekka, festhält.
Tilman Spengler, Die Zeit, 15.
Februar 2007
„Ein Ethnologie-Professor mit
marokkanischen Wurzeln, der an der
Universität von Princeton lehrt,
begibt sich auf Pilgerfahrt nach
Mekka – gespalten zwischen der
eigenen Religion, freiem Denken und
ethnologischen Blick. Diese
Ausgangslage macht die in Buchform
erschienene Reportage spannend und
erlaubt die Betrachtung der
Traditionen und Riten der Pilger und
Pilgerinnen aus zwei Blickwinkeln.
Für Hammoudi, der seines Glaubens
selbst nicht sicher ist, wird die
Reise zur Suche nach der eigenen
Identität. Das Buch, das am 29.
Jänner erscheint, erzählt von den
Schwierigkeiten der Reiseplanung bis
hin zu den Vorgängen, die sich
während des Hadsch in den heiligen
Stätten von Mekka abspielen, und
bietet „Ungläubigen“ einen Einblick
in eine Reise, die Nicht-Moslems auf
immer verwehrt ist.“
Martin Staudinger, Profil, 15.
Januar 2007
„Mit scharfer Beobachtungsgabe auch
noch für das kleinste Detail, mit
Sinn für die Komik des Geschehens
und mit einem kritischen Blick, der
immer respektvoll bleibt, führt
Abdellah Hammoudi den westlichen
Leser durch das Labyrinth einer
unbekannten, beunruhigenden Welt.“
Le Monde
„Diese Innenansicht einer
Pilgerfahrt ist ein Juwel an
Gefühlen und witzigen Einfällen, ein
profundes Nachdenken über den Islam
und eine Fundgrube an
Informationen.“
Le Monde des Religions
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Meine
Meinung: Muss Frau/Mann gelesen haben ......
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Die verlorenen
Söhne
Necla Kelek (Autor)
Verlag: Goldmann (1. Oktober 2007) ISBN-10: 3442154367 ISBN-13: 978-3442154364
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Hätte eine Deutsche dieses Buch verfasst, von "archaischer
Stammeskultur" und dem mangelnden Selbstbewusstein der Deutschen
gesprochen, die den Zugewanderten keine klaren Regeln vorgeben,
dann hätte es sicherlich einen Aufschrei gegeben --
fremdenfeindlich und rassistisch wäre die Autorin genannt
worden.
Nun ist die Verfasserin des Buches türkischstämmig, kennt die
Welt jenseits des Bosporus genauso gut wie die Migrantenmilieus
in bundesdeutschen Großstädten und verfügt auch noch über das
Handwerkszeug empirischer Sozialforschung. Nachdem ihr Buch
Die fremde Braut
das System der Zwangsehe anprangerte, nimmt Sie jetzt die Väter,
Söhne und Brüder ins Visier. Sie geht einzelnen Biografien nach,
die im Osten Anatoliens beginnen und mitunter in einem deutschen
Gefängnis enden. Sie erzählt die Geschichte von PKK-Aktivisten,
Zuhältern und ganz normalen Familienvätern, von starren Gesetzen
und einer vorgegebenen Männerrolle, aus der die meisten
türkisch-muslimischen Männer nicht herausfinden. In dieser Welt
zählen Respekt, Ehre und Schande; und Kelek hat die Mehmets und
Yilmaz' interviewt, die für diese Werte töteten, schlugen und
zerstörten.
Dabei macht Kelek von Anfang an klar, dass die porträtierten
Männer nicht nur Täter, sondern ebenso Opfer eines Systems sind,
das die Integration in einem Land wie Deutschland verhindert und
nach aufgeklärtem Verständnis normale Familienbeziehungen
unmöglich macht. Nicht zuletzt hat sie dieses Buch aus der
realistischen Einsicht heraus geschrieben, dass die Emanzipation
der türkisch-muslimischen Frauen nicht ohne ein Umdenken der
Männer möglich ist.
Man kann Keleks Eindruck nur bestätigen, dass die deutsche
Gesellschaft dem unbekannten Wesen "türkischstämmiger Mann"
hilflos gegenübersteht. Sie gibt hier einen biografischen
Einblick, der vieles verständlicher macht, aber nichts
entschuldigt. Ihr Ziel, die Unmündigkeit innerhalb einer von
Männern definierten, traditionellen Welt zu überwinden, ehrt
sie. Man möchte nur hoffen, dass das Buch nicht von denjenigen
instrumentalisiert wird, die schon immer "wussten", wie
"rückständig" die Türken im Grunde sind. --Henrik Flor
Kurzbeschreibung
Warum sind so viele muslimische und türkische Jungen
Schulversager? Warum sitzen so viele Muslime in deutschen
Gefängnissen? Sind nur soziale Benachteiligung und mangelnde
Bildungschancen die Ursache dafür? Oder auch die
türkisch-muslimische Erziehung und die archaischen
Stammeskulturen einer sich ausbreitenden Parallelgesellschaft?
Mit ihrem Buch »Die fremde Braut« – das lange auf der
Bestsellerliste stand und von dem über 75.000 Exemplare verkauft
wurden – hat Necla Kelek eine heftige Debatte über Zwangsheirat
und die gescheiterte Integration der Türken in Deutschland
entfacht. Jetzt wendet sie sich der anderen Hälfte der
türkisch-muslimischen Gesellschaft zu: den Vätern, die als
Patriarchen das Leben der Familie bestimmen, den Söhnen, die
sich von den Müttern vorschreiben lassen, wen sie zu heiraten
haben, und den Brüdern, die ihre Schwestern kontrollieren und
bestrafen – bis hin zum »Ehrenmord«, dem die junge Türkin Hatan
Sürücü zum Opfer fiel. Necla Kelek untersucht anhand von
Lebensgeschichten muslimischer Männer – vom Mörder bis zum
Vorbeter einer Moschee – das auf Ehre, Schande und Respekt,
tatsächlich aber auf Gehorsam und Gewalt aufgebaute System der
türkisch-muslimischen Erziehung. Sie schildert die exemplarische
Sozialisation türkischer Jungen – von der Wiege über die
Beschneidung bis zu den Aufgaben als Vater. Vehement kritisiert
die Autorin den mangelnden Willen zur Integration bei vielen
Muslimen, deren Vertreter den Dialog mit den Deutschen oft nur
als Einladung zur Bekehrung zum Islam verstehen. Sie fordert die
Ächtung der Scharia, des islamischen Vergeltungsrechts, das
Frauen die Gleichberechtigung verweigert, und appelliert an
Anwälte, Lehrer, Politiker, sich nicht zu Komplizen skandalöser
Ungleichheit machen zu lassen.
Meine Meinung:
Eine recht gute Rezension findet ihr unter
http://www.islaminstitut.de/Artikelanzeige.41+M5e55a3f7b62.0.html.
Ich persönlich bin immer sehr skeptisch, wenn der
sozialwissenschaftliche Ansatz auf eine Aneinanderreihung
von Einzelbeispielen besteht, die dann in ihrer Gesamtheit
bewertet werden. Ich würde das Buch kein zweites Mal lesen.
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Die unaufhaltsame Revolution: Wie die Werte der Moderne die islamische Welt verändern (Gebundene Ausgabe)
Youssef Courbage, Emmanuel Todd
Piper (Februar 2008) ISBN-10: 3492051316 ISBN-13: 978-3492051316
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008
Gut gemeint und schwer
daneben
Wie Youssef Courbage und Emmanuel Todd die Demographie
als prophetische Wissenschaft missverstehen / Von Nils
Minkmar
Die Debatte um den Kampf der Kulturen oder, je nach
Übersetzung, der Zivilisationen, die wir mit Samuel
Huntington einem Herrn verdanken, der schon im Ärger um die
Unpünktlichkeit mexikanischer Handwerker einen
besorgniserregenden Kampf ums Abendland erkennt, hat etwas
zutiefst Ermüdendes, denn mit der Frage, ob es den Kampf
gibt oder nicht, ist nichts gewonnen, und die Jahre gehen
ins Land.
Der Vorteil dieses Buches ist es nun, einen neuen Standpunkt
zum Ausblick auf die weite wilde islamische Welt zu
etablieren, den der Demographie. Sein Nachteil ist, diese
Erkenntnisse gleich in eine Position in der Debatte um die
Frage der Existenz des Kampfs der Kulturen umzuwandeln. Das
Argument geht so: Weil, wie im Buch nachgewiesen wird, auch
in der islamischen Welt die Alphabetisierung der Frauen
voranschreitet und die Geburten zurückgehen, folgt sie
mittelfristig dem Muster der westlichen Modernisierung, wie
es sich im "Pariser Becken" herausgebildet hat und
irgendwann ist der ganze Orient wie das Quartier Latin.
Nun ist es ein altes Klischee, dass Pariser Intellektuelle
als Norm und Idealfall menschlicher Existenz den Pariser
Intellektuellen heranziehen, selten aber hat man es in solch
erfrischend unverfälschter Form serviert bekommen wie hier.
Weil im Pariser Becken seit Mitte des achtzehnten
Jahrhunderts die Religiosität zurückging, die
Alphabetisierung aber voranging, kam es , so verkürzen es
die Autoren, zur Französischen Revolution, die hier zwar
nicht explizit die glorreiche genannt wird, es fehlt aber
auch nicht viel: "Als im Pariser Becken die liberale, auf
Gleichheit pochende, revolutionäre und schließlich friedlich
republikanische Ideologie ihren Siegeszug antrat, hatte dort
bereits ein halbes Jahrhundert zuvor die Religion ihre
Bedeutung verloren." Kein Wort von der Terreur, keine Vendée
Massaker, nichts über die irren Religionsersatzversuche der
Republik. Das ganze tragische Taumeln der Geschichte bis und
mit Napoleon wird einfach weggelassen, damit das
Verlaufsmuster schöner kommt: Antiklerikalismus,
Alphabetisierung und Geburtenkontrolle führen in die
Moderne, eigentlich direkt zur milden Regierung eines
François Fillon.
Die brutale Kontextualisierung des demographischen Materials
in so ein schulbuchjakobinistisches Verlaufsmuster ist
einfach nur schade, denn die Daten, die das Buch bietet,
sind brisant. Sie zeigen in großer Detailfreude und mit
einiger Plausibilität, dass alle islamischen Gesellschaften
im tiefen Wandel begriffen sind. Zwei wichtige Indikatoren -
die Alphabetisierung der Frauen und der einsetzende
Geburtenrückgang - werden besonders beachtet. Und es liegt
in der Tat nahe, diesen beiden Phänomen eine große soziale
Wirkmächtigkeit zuzuschreiben. Sie bleiben aber bloße
Indikatoren und ersetzen keine historischen Analysen und
Erzählungen. Sicher mag aus einem kurzfristigen
Zusammentreffen beider Faktoren in einer traditionalen
Gesellschaft eine Desorientierung und Krisenanfälligkeit
resultieren, was dann aber daraus wird, kann man mit dem
Vorhandensein beider Indizes allein nicht ableiten. Es kommt
ja beispielsweise auch darauf an, was die Frauen lesen, und
ein Geburtenrückgang kann ja auch bedeuten, dass
pränataltechnologische Erkenntnisse genutzt werden, um die
Mädchen abzutreiben.
Aus demographischen Erkenntnissen allein lässt sich eben
nicht ableiten, ob wir einen Kampf der Kulturen haben oder
wie die Geschichte weitergeht. Es gibt, wie wir wohl wissen,
moderne, bürgerlich geprägte Gesellschaften, in denen
Frauenbildung und Familienplanung in hoher Blüte standen,
die eine nie dagewesene Barbarei entfalteten.
Das Buch ist gut gemeint und schwer daneben. Besonders
verstörend liest sich die Deutschland betreffende Passage,
nach der "das" deutsche Erbrecht die ältesten Söhne
begünstigt, so dass "die" deutsche Familie durch Autorität
geprägt sei, was dann zu Fremdenfeindlichkeit und
Antisemitismus führe: "Wenn die Brüder (beim Erben) ungleich
sind, so sind es auch die Menschen und Völker." War
Schillers "Alle Menschen werden Brüder" eine Hymne an den
Familienkrach? Im Ernst: Das deutsche Erbrecht war so
vielfältig wie die Herrschaftsstrukturen des Alten Reiches.
Daraus eine Fundamentalerklärung der deutschen Psyche und
Geschichte abzuleiten ist wissenschaftlicher Leicht-, nein:
Schwachsinn. Nach solchen Hämmern traut man leider auch den
anderen Thesen nicht über den Weg.
Youssef Courbage, Emmanuel Todd: "Die unaufhaltsame
Revolution". Wie die Werte der Moderne die islamische Welt
verändern. Aus dem
Französischen von Enrico Heinemann. Piper
Verlag, München 2008. 218 S., 8 Grafiken, 9 Tafeln, 1 Karte,
geb., 16,90 [Euro].
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Meine Meinung:
Auch hier kann ich es mir relativ leicht machen, denn die
Besprechung der FAZ trifft meine Meinung recht gut.
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Zwei Atombomben dankend erhalten: Alltag im Iran des Ahmadinedschad
Antonia Rados (Autor)
Heyne (10. Oktober 2007) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3453143027 ISBN-13: 978-3453143029
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Aic hier mache ich es mir mit meiner
Besprechung leicht und verweise auf ein Intervies mith der
Authorin unter
http://www.andrea-tholl.de/interview_rados.html
- nur soviel sei gesagt, daß ich die Bücher von Antonia
Rados sehr gerne lese, da sie nicht übertrieben sind und die
Wirklichkeit versuchen abzubilden.
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Zwischen Antisemitismus und Islamophobie: Vorurteile und Projektionen in Europa und Nahost
John Bunzl (Herausgeber), Alexandra Senfft (Herausgeber)
Vsa; Auflage: 1 (April 2008)
ISBN-10: 3899652819 ISBN-13: 978-3899652819
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Während sich bisher die meisten
Veröffentlichungen entweder dem "Neuen Antisemitismus" oder
dem "Islam" bzw. der "Islamophobie" - der Angst vor dem
Islam - gewidmet haben, setzen dVerfasser beide Phänomene
zueinander in Beziehung, zeigen ihre Ähnlichkeiten und
Unterschiede auf.
John Bunzl ist Politologe an der
Universität Wien und Nahost-Spezialist des Österreichischen
Instituts für Internationale Politik (OIIP).
Alexandra Senfft, geb. 1961, freie Journalistin und Autorin,
war 1988 Nahostreferentin der Grünen-Fraktion im Bundestag,
dann UN-Beobachterin in der Westbank und bis 1991
UN-Pressesprecherin im Gazastreifen. Anschließend war sie
als Reporterin und Redakteurin tätig, heute schreibt sie für
namhafte Zeitungen und Zeitschriften
Lesenswert, da
zwei Erscheinungsformen den Intoleranz in Verbindung
zueinander gesetzt werden.
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