Die Sprache der Musik

Orientalische Musik-Gattungen   
Maqam (pl. Maqamat)
Taqsim
Muwaschah (pl. Muwaschachat)
Nouba-Musik
Qasidah
Layali
Orientalische Musik-Geschichte 
Klassische arabische Musik
Eine kleine Geschichte der arabischen Musik
Die vorislamische Tradition bis zum Jahre 632
Eine klassische Periode von 632 bis 850 n. Chr.
Die Tradition von Corduba und Bagdad
Der Niedergang
„Revival“ und Erwachen
Neue Richtungen

Orientalische Musik-Instrumente 

Saiten-Instrumente 

Al-Oud

Chitaronne
Gimbri (Gmbri, Gnibra, Gombri, Gunbri, Gunibri)
Kanoun
Santur
Rababa, Kamandscha & Dschose
Imzad
Buzuq
Links, die weiterhelfen
Links zur klassischen arabischen Musik und Musiktheorie 

Links zur Geschichte der arabischen Musik

Links zu arabischen Interpreten 

Links moderner arabischer Musik

Literaturtrips

 

 

Orientalische Musik-Gattungen 

 Das arabische Ton-System besteht aus 7 Stufen und ist in 24 Vierteltöne unterteilt, das unsrige besitzt ebenfalls 7 Grundtöne, ist aber in 12 Halbtöne unterteilt.
Arabische Musik ist in ihrer Reinkultur immer Monophon, das heisst, einstimmig. Sie folgt nur einer einzigen Melodien-Linie, die immer wieder modifiziert und verfeinert wird. Im Gegensatz dazu steht unsere polyphone, mehrstimmige Musik, die sich im Laufe der letzten Jahrhunderte zu einem harmonischen, akkordischen Zusammenklang entwickelt hat.
Diese vorgegebenen Melodien-Linien, von denen es über 100 gibt und über 30 noch heute in Gebrauch sind nennt man im Arabischen: 

Maqam (pl. Maqamat)

Jeder Maqam hat einen eigenen Namen, der sich entweder auf seine geographische Herkunft bezieht - z.B. "Maqam Hidschaz", "Maqam Kurd" - oder auch eine besondere Gefühlsstimmung ausdrückt.
Der "Maqam Bayati" liegt häufig den fröhlichen Volks- und Tanzliedern zugrunde, der "Maqam Saba" beispielsweise löst ein Gefühl von Ferne und Traurigkeit aus, und der Maqam Sigah" wird meist bei Liebesliedern benutzt.
Diese Art zu musizieren kannte man bereits im alten Mesopotamien. Auch hier wurden bestimmte Gemütsstimmungen bestimmten Melodien-Typen zugeordnet. Zu besonderen Anlässen wie Hochzeit, Begräbnis, Aussaat und Ernte wurden dazu passende Maqamat ausgewählt und vorgetragen. In ihnen wird eine Art kosmische Verbundenheit der Menschen mit dem All durch die Musik ausgedrückt. Als Ibn Sina (auch Avicenna genannt), der große arabische. Philosoph (+1037), die im 11. Jahrhundert üblicherweise gespielten zehn Maqamat beschrieb, gab er z.B. auch genaue Anweisungen, zu welcher Tageszeit (Sonnenauf- oder -untergang) und zu welchen Anlässen bestimmte Maqamat vorgetragen werden sollten. Nun, ganz so streng geht man heute nicht mehr vor, obwohl z.B. der "Maqam Hariri" aus dem 11. Jahrhundert bis heute nur während des Fastenmonats Ramadan ausgeführt wird. Eine Wirkung auf die Seele ist unbestritten; der jeweilige Maqam kann mutig, fröhlich, traurig oder meditativ sein.
Ein Maqam ist also ein melodischer Modus, der sich um die Kernzelle von drei bis vier bestimmten Tönen rankt, die in ständig neuer Variation immer wiederkehren, daher unser Eindruck von Monotonie. Nur innerhalb dieses Rahmens hat die schöpferische Phantasie Freiheit. Ein Maqam besteht aus mehreren Melodiezügen, die durch kurze Pausen voneinander getrennt sind.
In jedem Melodienzug tritt etwas Neues auf, das aber auf das Tongeschehen zuvor Bezug nimmt und es weiterentwickelt. Wenn man so will, besteht das Maqam aus einer raffinierten musikalischen Linienführung, einer bis ins Unendliche verfeinerten, auf dem Grundmodus aufbauende Arabeske. Es ist nur folgerichtig, dass wir das Prinzip der Arabeske auch in der Musik der Araber finden, so wie wir dieses bis ins Unendliche ausschmückende und verzierende Element eines Grundmotivs auch auf anderen Gebieten der arabischen Kunst kennen, z.B. in der Architektur, im Handwerk, in der Schriftkunst oder auch im Orientalischen Tanz - in den kunstvollen Variationen einer Grundbewegung.
Der Maqam kann instrumental als auch vokal ausgeführt werden und ist von seiner zeitlichen Länge her unbegrenzt Es bleibt der Fähigkeit und der Phantasie des jeweiligen Musikers überlassen, wie oft er die Tonebenen miteinander verknüpft und wiederholt, bis er schließlich zum Höhepunkt, zur höchsten Tonebene gelangt. Der Ausführende muss demnach schöpferische Qualitäten besitzen, um derart improvisieren zu können. Der Maqam wird so jedesmal neu geschaffen, keiner gleicht dem anderen.
Die edelste und vollkommenste Darstellung des Maqam ist der "Maqam Al Iraqi", der im Irak seit über 400 Jahren mündlich durch irakische Meister überliefert wird. Er besteht aus einem gesungenem Gedicht oder einer längeren Ballade. Zum Ensemble gehören ein Sänger und drei Instrumentalisten: Santur (Schlagzither), Dschose, Kamandscha und Tabla. Die Aufführung eines vollständigen Maqam-Konzertes, auch "fasl" genannt, kann mehrere Stunden dauern und besteht aus fünf verschiedenen Maqam-Gattungen.   

Taqsim
Im Orientalischen Tanz verbindet man mit "Taqsim" den langsamen, melancholischen Teil einer Routine, bei dem meist am Boden getanzt wird.
Mit Taqsim bezeichnet man den Solo-Instrumentalteil eines Musikers, der entweder auf der Oud, der Kamandscha, auf dem Qanun oder auf der Nay vorgetragen wird. In seltenen Fällen wird er von der Trommel akzentuiert. Im Taqsim kann der Instrumentalist sein ganzes Können und seine Originalität zeigen. Dem westlichen Beobachter erscheint das Taqsim-Spiel oft als reine Komposition. Das ist es aber nicht. Bei einer Komposition wird ein Stück einmal komponiert, festgelegt und immer wieder so aufgeführt. Das Taqsim dagegen - als Solo-Teil des Maqams - entsteht immer wieder von neuem. Es beinhaltet allerdings insofern ein kompositorisches Element, als der Musiker sich an den Grundmodus, die Keimzelle des Maqams, halten muss, verbunden aber mit dem improvisatorischen Element, da ihm keine zeitlichen Grenzen vorgegeben sind. Dies ist ein einzigartiges Phänomen, das wir in unserer Musik nicht kennen.

Muwaschah (pl. Muwaschachat)

In Syrien - vor allem in Aleppo wird die Musikgattung des Muwaschah gepflegt, die aber auch in Ägypten verbreitet ist. Diese gattung ist im 9. Jahrhundert im arabischen Andalusien entstanden und dann in anderen arabischen Ländern von den rückflutenden spanischen Arabern übernommen worden. Ein Muwaschah ist ein gesungenes Gedicht, das mit einem zweizeiligen Refrain beginnt und in vier-, manchmal auch fünfzeiligen Strophen mündet. Zwar basiert der Muwaschah wie der Maqam auf einer bestimmten Melodien-Reihe, wird aber zusätzlich von einer speziellen rhythmischen Formel akzentuiert, ausgeführt von einer Trommel.
Meist wird ein Muwaschah von einem Musik-Ensemble mit Männerchor aufgeführt. Da dem Muwaschah nicht nur ein Melodien-Typus, sondern auch ein rhythmischer Modus zugrunde liegt, sind hier auch Kompositionen möglich.Die Muwaschah sind in der arabischen Welt sehr beliebt. Ein Muwaschah-Konzert, auch "waslah" genannt, ist immer ausverkauft. Vielleicht hat es etwas mit jener irrationalen arabischen Sehnsucht nach ihrer großen andalusischen Vergangenheit zu tun.
 

Nouba-Musik

Die Nouba ist ebenfalls ein vertontes Gedicht, auf einer bestimmten Rhythmus-Formel basierend, die sich aber noch zusätzlich rhythmisch steigert. Die Nouba richtet sich nicht nach der klassisch-arabischen Versmetrik, sondern lebt von freien Hebungen und Senkungen der Stimme. Interessanterweise können wir heute in Nordafrika drei Nouba-Stile unterscheiden, den Stil des maurischen Granada finden wir im heutigen Marokko wieder, vor allem in Fes; den Stil Cordobas, im heutigen Algerien, hier vor allem inTlemcen; und dem Stil des alten arabischen Sevilla begegnen wir heut in Tunesien.  

Qasidah

Als Qasidah bezeichnet man ein gedicht, das im klassischen arabischen Versmaß entstanden ist, aus 10, manchmal auch 25 Zeilen besteht und einen einheitlichen Endreim hat. Es basiert wie der Muwaschah auf einer rhythmischen Formel. Bei der Aufführung wiken ein Sänger oder eine Sängerin, ein Chor und ein Orchester mit. Die weltliche Kunstform der Qasidah gelangte in Ägypten im 19. Jahrhundert zu seinem Höhepunkt. Die Qasidah religiösen Inhalts ist besonders bei den Sufi-Gemeinschaften der arabischen Welt verbreitet. 

Layali

Unter Layali versteht man zumeist Liebeslieder. Berühmt sind die immer wiederkehrenden Anfangsworte des Layali - z.B. "Ya leli, ya aini" (Oh, Du meine Nacht, oh, Du mein Auge). Es galt als unschicklich, seine Geliebte mit Namen anzusprechen - daher dies Umschreibung. Beim Layali begleitet sich der Sänger meist selbst auf der Oud. Das Layali ist eine reine Darstellung eines Maqams ohne zusätzliche rhythmische Formel.

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Orientalische Musik-Geschichte 

Klassische arabische Musik

Hört man arabische Musik zum ersten Male (auch zum 10ten und 100ten Male) klingt sie für unsere (westlichen) Ohren ganz schön Schräg und Schrill. Warum ist dies so ? Gehen wir etwas in die Musiktheorie:
Die arabische Musik unterscheidet sich in drei Punkten ganz wesendlich von der westlichen Musik (bitte seht mir diese ungeliebte Unterteilung in westliche und arabische Musik an dieser Stelle nach ...). Bei westlichen Orchestern steht der durch den Dirigenten koordinierte Klangkörper im Vordergrund. In arabischen Orchestern, die aus höchstens 8 Musikern bestehen (oft Qud, Quanunm, Kamanga, Darabukka, Riq und Gesang) erklingen die Instrumente zusammen in der selben Melodie und treten alle sehr stark solistisch in den Vordergrund.

Es gibt einen Grundton und verschiedene weitere Töne, die einen Tonraum definieren, ein "Gebilde", das ganz bestimmte Gefühlsstimmungen wiederspiegelt – im arabischen Maquam genannt. Durch diese Art von Variationen des gleichen Stückes kann ein Stück, das nur 10 Minuten dauert bis leicht zu einer Stunde ausgedehnt werden und beim Publikum bestimmte Gefühle hervorrufen, die für einen Europäer nicht mehr erfassbar sind. Diese Gefühlsausbrüche und dieses "Bewegt sein" in der klassischen Musik, kann dazu führen, dass die Zuschauer während einer Interpretation eines Stückes spontan aufspringen und dem Musiker laut und voller Emotionen zujubeln – in Europa hätte Karajan wahrscheinlich Jeden mit seinem Taktstock erschlagen, der sich zu solchen Ausbrüchen hätte hinreißen lassen während er ein Stück dirigierte. Diese Emotion nennt sich im Arabischen Tarab.
Eine kleine Geschichte der arabischen Musik
Wir können die islamische Musik grob in fünf bis sechs „Perioden“ unterteilen:

Eine vorislamische Periode

Eine klassische Periode

Die Tradition von Corduba und Bagdad

Der Niedergang

„Revival“ und Erwachen

Neue Richtungen

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Die vorislamische Tradition bis zum Jahre 632

Diese vorislanmische Periode wird durch eine gewissen Sinnenfreude dominiert. Lieder wurden von einer Sängerin (oft mit Dienerin) – qaina genannt - vorgetragen. Oft war die qaina eine Sklavin – extra zu diesem Zwecke ausgebildet. Dies förderte die Kontaktfreudigkeit der kaufmännisch orientierten Gesellschaft der damaligen Zeit. Die Gesänge dieser Periode zerfallen (formal und vom Inhalt her) in zwei Kategorien: Relativ schlichte Lieder, die der Unterhaltung dienten und Lieder des „gehobenen Anspruches“, die Themen wie Würde, Stolz und Ehre zum Inhalt hatten.

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Eine klassische Periode von 632 bis 850 n. Chr.

Die qaina-Tradition hatte noch einige Jahrzehnte währen des Islams Bedeutung. Im heiligen Buch, dem Koran, werden Gesang weder verboten noch ausdrücklich erlaubt. Die Verbote der Musik entstammen subjektiven Interpretationen des Korans. So wurde in der Hauptstadt des Islams der Anfangszeit, Medina, ein sehr anspruchsvolles Musikleben geführt.

Neben der qaina traten jetzt auch männliche Sänger auf, die muwali. Viele von ihnen stammten aus Persien, Äthiopien und Schwarzafrika und waren zum Islam konvertiert. Jetzt erfuhr die arabische Musik starke Strömungen aus Persien und Byzanz.

Um 765 n. Chr. Verfasste der Sänger Yunus al-Kitab mehrere musikalische Abhandlungen. Auch sammelte er die Gesänge seiner Zeit.

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Die Tradition von Corduba und Bagdad

Langsam entfernte man sich von dieser klassischen Musiktradition des islamischen Kernlandes. In Bagdad lockerte der Du-Spieler Ibrahim al-Mahdi die strengen regeln der traditionellen Musik und trat damit in Opposition zu den Traditionalisten wie Ishaq al-Mausili (767-850). Die persischen Einflüsse verdrängten die alten Elemente immer mehr. Diese Strömungen waren auch in Corduba zu spüren – und sind es heute noch in der andalusischen Musik.

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Der Niedergang

Durch den Niedergang Bagdads, Granadas und Cordubas entstand ein Vakuum, das erst das osmanische Reich im 16. Jahrhundert ausfüllte. Das Nationalgefühl der Araber schwand und die arabische Literatur, Wissenschaft und Musik kam zum erliegen. Das Kolonialregime der Engländer und Franzosen, das an die Stelle der Osmanen in den Kernländern des Nahen Ostens trat, tilgte alle Einflüsse der traditionellen arabischen Musik.

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Revival“ und Erwachen

Erst im 19. Und 20. Jahrhundert, im Zeitalter des Nationalismus wurden auch die Wurzeln der arabischen Musik wiederentdeckt. Durch Sängerinnen wie Um ...... und ... erfuhr diese Musik eine Neue Bedeutung.

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Neue Richtungen

Heute tritt die traditionelle arabische Musik immer mehr in den Hinterrund. Durch die Synthesen aus zum Beispiel Jazz und Tradition entstehen neue Klangdimensionen. Westlich Musiker lassen arabische Elemente in ihre Musik laufen und umgehest. Alles ist im Fluss – nicht zum Nachteil der Musik.

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Orientalische Musik-Instrumente 

In nahezu jedem arabischen Land ähnelt sich die Musik in ihrem Charakter; Seien es die Instrumente oder auch der Gesang, die Melodien sind bemerkenswert einfach in ihrer emotionellen Kraft, tonalen Breite und rhythmischen Dynamik. Auch wenn das geübte Ohr Unterschiede ausmachen und Variationen innerhalb der einzelnen Musik-Stile definieren kann, ähnlich wie Dialekte als regionale Ausprägungen von Sprachen auftreten, der Klang dieser Musik ist unmissverständlich einem speziellen Kulturkreis zuzuordnen.

Die historischen Ursprünge dieser Musik sind nichtsdestotrotz äußerst mannigfaltig. Die frühen Arabischen Musikanten wurden von Ägyptischen, Assyrischen oder Sumerischen Quellen beeinflusst. Viele der heute verwendeten Instrumente entstammen - wie archäologische Funde - und Wandmalereien in Höhlen belegen - uralten Kulturen. 

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Saiten-Instrumente 

Al-Oud (Oud, Üd, Ud oder Laute, von arab. al'Ud= das Holz) 

Die Oud gehört zur Familie der Kurzhalslauten. Der Korpus sieht in etwa wie eine halbierte Birne aus; er wird aus Holz gefertigt und verfügt über einen weichen, schmelzenden Klang. Die Oud ist ein Hauptträger der arabischen Musik-Tradition. Bereits in der präislamischen Zeit war sie das beliebteste Instrument gewesen und ist es bis heute geblieben. So orientiert sich das arabische Tonleiter-System an den Bünden der Laute.

Sie ist wahrscheinlich das bekannteste und auch älteste Instrument in der Ahnengalerie der Gitarre. Der Name "Laute" kommt vom arabischen "Al Ud" ("Holz") und weist deutlich auf ihren orientalischen Ursprung hin. Ursprünglich wohl aus Persien stammend kam die Oud im 8. Jahrhundert über das Arabische Andalusien mit den Troubadouren in das mittelalterliche Europa und erlebte hier im 16. Jahrhundert den Höhepunkt ihrer Popularität. Noch Johann Sebastian Bach schrieb Werke für das "arabische Holz", das erst im 18. Jahrhundert durch das Klavier ersetzt wurde. Die Bezeichnung für "Laute" weisen in fast allen europäischen Sprachen auf seine arabische Herkunft hin: altspanisch: "alaude", italienisch: "liuto", englisch:"lute", deutsch: "Laute" - einige haben sogar noch den Arabischen Artikel "al". Sie wurde zu einem der wichtigsten Instrumente der abendländischen Musikgeschichte.
Die Laute hatte ursprünglich nur vier Saiten. Jede dieser vier Saiten symbolisiert ein menschliches Temperament bzw. die damals bekannten Körpersäfte wie Blut, die gelbe und die schwarze Galle und das Phlegma. Zitiab, der berühmte andalusische Künstler, fügte im 9. Jahrhundert in Cordoba eine fünfte Saite hinzu - die Seele. Die Renaissance-Laute war in der Regel mit sechs Saitenpaaren ("Chören") in der Stimmung G-C-F-A-D-G bespannt (auf die E- übertragen E-A-D-F#-H-E). In der Barockzeit wurde der Umfang des Instruments auf bis zu 13 Chöre in verschiedenen Stimmungen ("Scordaturen") erweitert. Die Notation erfolgte in Tabulatur. Al-Farabi bezeichnet die Leute als das vollkommenste aller Instrumente.
Die gebräuchlichste arabische Stimmung ist DGADGC, in Syrien und Ägypten werden allerdings Instrumente mit fünf Chören bevorzugt. Der größte Unterschied zur Laute ist das Fehlen von Bünden, die klassischen Oud-Kompositionen sind deshalb einstimmig, oft mit Pedaltönen zur Erzeugung einer sukzessiven Mehrstimmigkeit. Das freie Intonieren erlaubt  das Spielen von Mikrointervallen, charakteristisch sind auch Glissando-Effekte. Die arabische Musik folgt dem Kompositionsprinzip des Maqam. 

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 Chitaronne

Der Chitarrone war die größte Art der Baß- oder Erzlauten (ital. "Arciliuto"). Zu den regulären Griffsaiten kamen 5 bis 8 unveränderliche Bordunsaiten. Im Gegensatz zu den Darmsaiten der Laute war der Chitarrone mit Metallsaiten bespannt, die für mehr Brillanz im Ensemblespiel sorgten. Neben Solokompositionen (z.B. Johann Kapsberger: "Intavolatura di Chitarrone é di Lauto", Rom 1611) wurde das Instrument vorwiegend zum Generalbaßspiel verwendet. 

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Gimbri (Gmbri, Gnibra,Gombri, Gunbri, Gunibri)

This large (1-1.5m) plucked lute is less sophisticated (or more rustic) than the oud, and could be compared to an acoustic bass guitar - making it the "bass of the desert". It has a rounded long neck with one to three strings, made usually with sheep gut; the strings are tuned not with pegs, but with leather bands. Its resonator is rectangular in shape and covered with hide, so it's often used as a drum by slapping and thumping it with the thumb and fingers. The Gnawa brotherhood of Morocco adds a metal jingle on the top of the neck to obtain a special buzzing effect.

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Kanoun (Qänum, Kanun, Qanun) (arabisch: Regel, Gesetz)

Der Kanoun ist ein Saiteninstrument, das in Aussehen und Klang unserer Zither oder dem Hackbrett ähnelt. Bereits seit dem 10. Jahrhundert bekannt, ist der Kanoun heute sowohl in arabischen Ländern als auch in der Türkei verbreitet. Das Instrument ein großes, rechtwinkliges, trapezförmiges Instrument aus Holz mit 63 bis 84 Saiten. Die Saitenzahl kann je nach geographischer Region variieren. Es wird mit kleinen Zupfplektren an den beiden Zeigefingern. Früher setzte sich der Kanoun-Spieler im Scheidersitz auf den Boden und hielt das schwere Instrument auf den Knien. Heute hat er es etwas leichter:

Der Musiker sitzt auf einem Stuhl, und der Kanoun liegt vor ihm auf einem Tisch. Auf diesem Tisch legt übrigens auch die Tänzerin ihre Zimbeln ab, um sie während des Tanzes zur Hand zu haben. Als Vorläufer unseres Cembalos hatte das Kanoun ebenfalls Einfluss auf die europäische Musik. Genauso wie Cembalo oder Klavier spielt die rechte Hand die Höhen - die Linke die Bass-Parts. Mehr als jedes anderes Instrument bestimmt der Kanoun die Virtuosität und Ausdruck des arabischen Spiels.

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 Santur

Der Santur ist eine Kastenzither und im Irak beheimatet. Das Instrument mit einem Nussbaumkorpus ist in Form eines Trapezes angefertigt und verfügt über 92 Drahtsaiten. Im Gegensatz zum Kanoun wird das Santur mit Holzschlegeln geschlagen. Das Instrument verfügt über einen reinen, metallischen Klang.

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Rababa, Kamandscha & Dschose

Die Rababa ist eines der ältesten Saiteninstrumente überhaupt. In ihrer Urform besaß sie nur eine Saite; der Korpus varrierte von Region zu Region und bestand z.B. aus einer halben Kokosnuss, die mit Schaf- oder Fischhaut bespannt wurde oder einem Schildkrötenpanzer. Die moderne Form verfügt über 2 Saiten, die mit einem Bogen gespielt werden. Die Rababa gilt als Urform der Kamandscha (4-saitig bespannt), aus der sich später die europäische Violine entwickelte. Von l-Farabi wurde sie bereits im 10. Jahrhundert als Bestandteil des arabischen Orchesters beschrieben. Vom arabischen Andalusien aus nahm die Rababa den gleichen Weg wie die Laute und wurde bei uns im frühen Mittelalter als "Fiedel" bekannt

Die Rababa ist eines der ältesten Saiteninstrumente überhaupt. In ihrer Urform besaß sie nur eine Saite; der Korpus varrierte von Region zu Region und bestand z.B. aus einer halben Kokosnuss, die mit Schaf- oder Fischhaut bespannt wurde oder einem Schildkrötenpanzer. Die moderne Form verfügt über 2 Saiten, die mit einem Bogen gespielt werden. Die Rababa gilt als Urform der Kamandscha (4-saitig bespannt), aus der sich später die europäische Violine entwickelte. Von l-Farabi wurde sie bereits im 10. Jahrhundert als Bestandteil des arabischen Orchesters beschrieben. Vom arabischen Andalusien aus nahm die Rababa den gleichen Weg wie die Laute und wurde bei uns im frühen Mittelalter als "Fiedel" bekannt. Diese ist nun bekanntermaßen die Vorläuferin der Violine. Im 20. Jahrhundert ersetzte man im arabischen Kunstmusik-Orchester im Zuge der "Erneuerung" die Rababa durch die europäische Violine, die Kamandscha oder Dschose. So kehrte sie verändert zum Ausgangspunkt ihrer Wanderung durch Raum und Zeit zurück Heute gehört sie zum festen Ensemble der Saidi-Musik (zusammen mit Mizmar und Tabla Baladi). Ebenso spielt sie in der Ghawazi-Musik, wie auch in der klassischen arabisch-andalusischen Musik (Al-Ala) eine wichtige Rolle. Besonders oft ist die Rababa in der Musik von Metkal Kenawi zu hören.

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 Imzad
Der Imzad ist eine einsaitige Fidel - mit hölzernem Korpus und Ziegenfell-Bespannung. Der Steg ist zweiteilig. Gespielt wird das Instrument mit einem gerundeten Bogen mit Rosshaarbe.

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 Buzuq

Der Begriff "Buzuq" kommt vom Türkischen "bashi-buzuq" dem Namen, den die Osmanischen Truppen trugen. Die Buzuq, die ein wichtiger Bestandteil im Repertoire der Rhabani-Musik darstellt, ist ein Instrument, das sich nicht klar in der arabischen oder türkischen Musikwelt einordnen lässt. Sie entspricht wohl am ehesten der westlichen Viola. Bevor Rahbanis das typische Streichinstrument in der Orchesterbesetzung wurden, verband man die Buzuq hauptsächlich mit Zigeunermusik des Libanon oder Syriens. Das langhälsige Instrument ist mit 2 Metallsaiten bespannt, die mit einem Plektrum gespielt werden.

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Links, die weiterhelfen

Links zur klassischen arabischen Musik und Musiktheorie

The Arabic Music page

Willkommen bei Arabischemusik ! Hier finden Sie einige Informationen zum Thema Arabische Musik, sowie über den Künstler Erfan und seine Gruppe.

The Arab Contribution to Music of the  Western World - gefunden auf muslimheritage.com
Arabian music The Columbia Encyclopedia, 6th ed

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Links zur Geschichte der arabischen Musik

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Links zu arabischen Interpreten

Achtung! Hier springen wir auf eine extra-Linkseite

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Links moderner arabischer Musik

Musik.Oriental

Listen Arabic

Arabische und Bauchtanz-Musik-CDs-Kompositionen aus dem Morgenland

Musica Kurdî -Musica Arabî-Musica Tûrkî-Vidyo

Alternative Arabische MusiK

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Literaturtrips

Habib Hassan Touma
Die Musik der Araber
Taschenbuch zu Musikwissenschaft No. 37
Verlag Noetzel, Heinrichshofen-Bücher
Wilhelmshafen 1989
I

Doris Behrens-Abouseif
Schönheit in der arabischen Kultur
C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München 1998
I

Zena (Autor), Peter Steiner (Illustrator)
Anekdoten nach Bauchtanznoten

Frank Tenaille
Die Musik des Rai
Palmyra (2003)

Mahdi Milla v
Percussion Oriental: Lehr- und Spielbuch für Rahmentrommeln, Darabuka, Udu, SkinUdu, Davul und Zil Percussion Oriental: Lehr- und Spielbuch für Rahmentrommeln, Darabuka, Udu, SkinUdu, Davul und Zil
Leu-Verlag (1. Dezember 2003)

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